Der freie Flug der Seele

Sommerseminarwoche in der Blumenschule. Malen im Gewächshaus, der Lebensraum, die Küche ist Ritualraum. Es ist so wie bei fast allen Indigenen, alltäglicher Lebensraum und ritueller Raum sind eins. Die schamanische Kraft ist wieder im Alltagsraum angekommen. Im Gewächshaus spüren wir den Wind, hören das Regenlied, Blitze und Donner sind ganz nah, die Hitze des Sommers liegt in der Luft. Abschied vom Wohnzimmerschamanismus. Wiederverwetterung, die in die Bilder fließt. Ich schaue in den Spiegel. Adios Vollklimatisierung, adios Comfort Zone. Frei fliegen, barfuß im Regen, mit windzerzaustem Haar, über steinige oder mossweiche Wege gleiten. Der freie Flug der Seele weiterlesen

Katalineninfo – ich mache eine Ausstellung

Wieder ist sie weg, ich mag es gar nicht wissen, wo und warum. Ich fühle mich vernachlässigt. Hm. Und dann bekomme ich auch noch Jobs, das mit dem Blog zum Beispiel. Ich stelle euch mal mein neues Projekt vor. Ich habe ein Vogelhaus und im Sommer ist eine Besuchsflaute. Deshalb habe ich ein Zusatz-Event gemacht, Bilder für die Gäste. Täglich ist von 5 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang geöffnet und ich bin auch da. Ich verspreche mir viel davon, es gibt auch kleine Snacks gratis. Ich erzähle in den Bildern lauter Geschichten, von denen die Vögel sicherlich noch nie gehört … Katalineninfo – ich mache eine Ausstellung weiterlesen

Gedanken und Schrankinhalte sortieren

Nachklangzeit von der Schweibenalp, Vorbereitung für die Ruachzeit. Am Schreibtisch sitzen und langsamer werden, sich verknotende Gedanken, genervt von der Unordnung, die sich in alles hineinschiebt. Viel zu viele Ideen, unsortiert, aufeinander liegende Stapel von Bildern, Texten, alles mögliche gesammelte Zeug. Gefühltes Schubladengeramsche, Leichen im Keller und Gerümpel im Speicher. Auf einmal spüre ich es richtig und unterbreche die Arbeit. Jetzt ist Zeit, die magischen Wege einzuschlagen und ein Entrümpelungsritual zu machen. Freie Wege für freie Gedanken. Ich rufe die Hausgeister, lade Katalina ein, mitzuwirken und beginne, den Hof zu fegen. Ich summe dazu, sehe Lebensgeschenke und inspirierende Gäste kommen, … Gedanken und Schrankinhalte sortieren weiterlesen

Ahnenschamanismus

Zurück von der Schweibenalp und fünf Tagen Ahnenschamanismus. Neuschnee eines Morgens, die Kühle des Sommers auf der Alp, Ahnenaltar, mit der Ahninlehrerin gearbeitet, Muster meiner Sippe angeschaut, eine Figur geschnitzt, die Ahninlehrerin getanzt, vieles mitgebracht, was im Laufe der Zeit einsickern wird. Nachklangtag. Das Mitgebrachte will integriert werden. Die kommenden Monate und vielleicht Jahre werden zeigen, wie sich die neuen Impulse einweben, wie sie das Gefüge verändern. Ahnenschamanismus weiterlesen

Anleitungsfreies Wellenreiten

Milchkaffee trinken, im weißen Milchschaumanzug und rosa Krawatte, weil ich über bedeutsame Dinge nachsinniere. Manche wollen wissen, wie andere Leute in anderen Strukturen als meine es sind, ihre Tagesqualitäten am besten leben können oder wie das ideale Rezept für nachmittägliches Wellenreiten ist. Keine Ahnung, das weiß ich nicht. Und was heute stimmt, ist morgen vielleicht schon ganz anders. Für andere Leute gilt auch was anderes, Rezepte greifen für mich am besten, wenn sie ganz individuell zusammengebraut sind. Meine Rhythmen sind meine und die vom Hiasl die seinen. Katalina hat ihre ganz eigene Magie und der Anton hat seine ganz eigenen … Anleitungsfreies Wellenreiten weiterlesen

Auf der Welle der Tagesqualität reiten

Von den NomadInnen habe ich gelernt, dem zu folgen, was ist und so mit Rückenwind unterwegs zu sein. Mit der Qualität der Tage gehen, morgens erkunden wie die Wetterlage ist, ob es ein Telefontag ist, ein Organisationstag, ein Nix-geht-Tag oder ein Aufräumtag. Manchmal gibt es Kleine-blaue-Wundertage oder Schlaftage. Wenn ich versuche an einem Nix-geht-Tag wichtige Telefonate machen zu wollen oder was auf den Weg zu setzen, habe ich solchen Gegenwind, dass ich unendlich viel Energie reingebe und letztlich doch nichts rauskommt. Manchmal merke ich, dass es ein Telefontag ist – alle sind sofort erreichbar, guter Laune und fast nebenbei kann … Auf der Welle der Tagesqualität reiten weiterlesen

Gewandung im Alltag

Das Gewand und die Arbeit. Neues ausprobieren, Grenzverwischungen an den festen Trennlinien von Alltags- und Arbeitsgewand und dem Besondersgewand, der Ritualkleidung, dem Sonntagskleid und was es da alles gibt. Was verändert sich, wenn ich im Prachtgewand abspüle, im Ritualgewand sense oder in der Kittelschürze ins Theater gehe? Mit Gewändern betrete ich Felder, stelle etwas unter ein bestimmtes Vorzeichen. Das alltägliche Tun könnte sich im neuen Gewand ganz anders anfühlen, weiter werden, farbiger, magischer. Eine Freundin mäht im roten Seidenkleid Rasen. Sie sucht sich sonnige Windtage, damit der Rock wehen kann. Eine andere staubsaugt nackt und ich gehe gerne im Malerkittel … Gewandung im Alltag weiterlesen

Auf der Wäscheleine

Sie hängen jetzt auf der Wäscheleine, die Hosen und Hemden, die Gedanken und Bilder. Wind und Sonne lassen sie trocknen und Sommerduft flicht sich ins Gewebe. Kräuterbüschel, Gedichte und einen Blumenzopf hänge ich dazwischen. Schwebfliegen und Schmetterlinge geben ihren Segen dazu. Es sind auf Wäscheleinen aufgefädelte Geschichten. Ich hänge meine Bilder, Wünsche und Geschichten gerne in den Wind, neben Jacken und Socken. So hängen sie gut miteinander, die Materie und das leicht Flüchtige. Wie Gebetsfahnen im Wind. Ich schaue den wehenden Wäschestücken zu, schicke zwischendurch ein Lied zum getupften Rock, lasse meine Gebete mit den roten Socken in die Wolkenweite … Auf der Wäscheleine weiterlesen

Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend

Oft gibt es bei Indigenen keine extra Ritualräume, es findet alles dort statt, wo die Menschen leben. Für Reinigungsrituale (mind-clearings, Textilsäuberung, Entschmutzung von Themenkomplexen etc.) bietet sich die Waschküche (interessantes Wort) an. Ich mache es folgendermaßen: – wahlweises Anlegen von Ritualkleidung – einfüllen, was der Reinigung bedarf (Gedanken, Geschichten, Textiles) – je nach Lage mit Opferungen, Räucherung im Vorfeld, Gesängen … Mein Hilfsteil heißt Waschamascha. Mit vier Jahren habe ich sie so genannt, seitdem heißt sie so. Im Weiteren freie Ritualgestaltung, je nachdem, ob der Schonwaschgang reicht, ob es eine Tiefenreinigung braucht oder eine Extraschleuderung. Wahlweise eignet sich auch eine … Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend weiterlesen

Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu

Morgenseiten auf der Ostbank schreiben, Nachklang vom Seherinnenseminar. Auf der Wiese vor dem Haus wird Heu gemacht, Sommerduft, Gedanken sortieren, die Hitze des Tages kosten, die schon in der Luft liegt. Gespräche klingen nach. Ich habe einen ganz wichtigen Satz mitgenommen. Nie mehr arbeiten als die, um deren Prozess es geht. Begleiten, einen Schritt dahinter, wach dabei sein, anbieten, nichts pushen. Warten können, bis etwas reif ist. Akzeptieren, dass manches sich in diesem Leben nicht umsetzen wird. Anerkennen, dass ich die großen Bögen nicht kenne, nicht überschauen kann. Vertrauen, dass es dennoch stimmig ist. Drei Seherinnen mit ihrem Stab gemalt, … Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu weiterlesen