Herbsttagundnachtgleiche und die Ernte

Tag und Nacht sind übermorgen gleich gewichtet. Herbstpunkt. Ich schaue auf meinen Erntetisch. Vor einem Jahr habe ich beschlossen, das jetzige Jahr der Verwertung meiner reichen Ernte zu widmen. Ein Teil der Bilder, Reisen, Erfahrungen ist eingekocht, neu zusammengesetzt, hat Worte und Bilder bekommen und ist als Fotobuch, das es nur einmal gibt – einer Art Einweckglas – verwertet und konserviert. Ich habe Mus gemacht und Marmeladen, Vorträge und den Blog und immer noch liegt so viel auf dem Erntetisch. Es braucht eine Verlängerung der Verwertungswidmung. Von Hannover bringe ich Geschenke mit, Äpfel, bei denen der Saft herausläuft, wenn man … Herbsttagundnachtgleiche und die Ernte weiterlesen

Herbstweisheit

In Hannover beim Seminar. Herbstlandkarten erstellen, Erntetische bestaunen. Die Sommerkraft ans innerste Feuer holen, damit sie uns in der Winterzeit nährt. Herbst sagt: Hast du deinen Sommer gut gelebt, wird der Winter gut zu dir sein. Loslassen, was in diesem Zyklus nicht vollendet werden kann. Was wollte ich und muss es nun loslassen, weil der Winter bevorsteht und es nicht mehr genügend Licht und Wärme gibt, damit es reift, wächst, blüht? Anerkennen, dass Wachstum abgeschlossen ist in diesem Zyklus. Die Knospe am Rosenstrauch wird nicht mehr aufblühen. Am Morgen glitzern die Spinnweben. Wenn die Göttin Holle ihren Schleier auf Rosensträuchern … Herbstweisheit weiterlesen

Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard

Malgedanken, weil ich gerade in Hannover bin zum Seminar. Schamanische Kunst – Alltagskunst? Das gestrichene Schlafzimmer, mit dem ich sehr zufrieden bin, ist wohl Letzteres. Es ist kein rasend einfallsreicher Anstrich. Gelb mit weißem Sockel. Ich bin eher bequem, will schnell fertig werden, weil Streichen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt und Baustellen schon dreimal nicht. Deshalb die Einfachvariante und meine Zufriedenheit damit. Es ginge auch anders, es würde auch viel besser zu meinem Thema passen – Zauber und die schamanische Kraft im Alltag. So sehen bemalte Wände in Bauernhäusern aus. Die Menschen haben die Sockel verziert, haben Geschichten und Schutzzeichen … Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard weiterlesen

Nachklangzeit

Mit einem Wochenende voller Witz und Zauber verabschiede ich für dieses Jahr die Blumenschule als Wirkstätte. Die Freundinnen dort im Café bei Tschai und Chilihonig besuchen oder dem winterlichen Orakelfeuer, das werde ich schon. Oder meine Sommerliebe, den Bipperl. Dieses Mal waren die Küken als Begleiter beim Malen, schwarz, klein, wild, wie die Freundin vom Bipperl. Nach jedem Seminar will ich mir eine Nachklangzeit nehmen, damit sich die Geschichten entfalten können. Während ich im Garten die Büsche für den Winter zurechtschneide, klingt in mir die Geschichte von einer nach, die über ihr Ritualwerkzeug – die Rosenschere – erzählt. Davon inspiriert, betrachte … Nachklangzeit weiterlesen

Forschung und Landkarten

Die schamanische Kraft im Alltag – mit dem Thema beginnen meine Herbstseminare. Wie verwische ich die festen Grenzen zwischen Rituellem, Heiligem und Alltäglichem – malend, tanzend, reisend. Scheinbar Banales und Heiliges befruchten sich. Heilige Clownin trifft Hausfrau in der Blumenschule. Hinter die Fassaden geschaut und über Schwellen gegangen. Wildnis in der Küche, Magie beim Einkaufen, zelebrierter Alltag – lustvolles Entdecken schamanischer Heilweisen zwischen Kleiderschrank und Bügeltisch. Wir erforschen dieses Wochenende im Gewächshaus und in der Küche wie all das gehen kann, werfen unsere Forschungsergebnisse zusammen und zeichnen davon Landkarten. Forschung und Landkarten weiterlesen

Reich gedeckte Tische

Der Sommer ist gereift und liegt bunt und reich überall auf den Märkten, in den Gärten, in den Küchen. Und mein Tisch ist fertig. Es ist der, den ich im Frühling mit Katalina im Garten angefangen habe – Schubladengeheimnisse. Zur rechten Zeit ist er fertig, weil alles in Hülle und Fülle da ist, Obst, Kräuter, Garten- und Waldernte. Da braucht es einen passenden Tisch. Zwei Alte habe ich hingemalt, sie sitzen beisammen und speisen, erzählen sich Geschichten und teilen ihren Sommer. In aller Tiefe und Beschaulichkeit. So wie ich heute mit einer ganz alten Freundin. Es könnte sein, dass sie zu … Reich gedeckte Tische weiterlesen

Die Magie des miteinander Kochens

Gemeinsam Kochen ist ein wunderbares Nährritual. Hände, die formen, schneiden, Konsistenzen befühlen, Gebete in den Teig walgen, ratschen, lachen, naschen. Das Lachen fliesst direkt ein in den Topf. Es ist sehr bekömmlich. Feuer, Teig, Gebilde formen, Nudeln selber machen, etwas einbacken, wie bei den chinesischen Glückskeksen. Geerntet, geformt, gekocht, gegessen. Große Transformationsprozesse, die, wenn sie geteilt werden mit anderen noch lustvoller sind. Wir holen uns die Sonne her und den Wind, sehen das Land, auf dem alles gewachsen ist und die Menschen, die es geerntet haben, eingetütet, verkauft, all die Hände durch die es gegangen ist. Vielleicht waren es auch … Die Magie des miteinander Kochens weiterlesen

Die Integration neu erworbener Gegenstände

Einkauf – Besteck, zwei Teller, einen Trommelschlägel und ein Nudelholz. Alles liegt auf dem Küchentisch und ist hier noch fremd. Jetzt kommt der Teil der Beheimatung meiner neuen Teile. Sie wollen in mein gehaltenes Haus samt Ritualzone integriert werden. Am meisten Ruhe muss ich beim Entfernen der Etiketten bewahren. Da zweifle ich tief in mir an allem, an der menschlichen Intelligenz insgesamt, an der der Erfinder von Aufklebern nochmal mehr. Jetzt kann ich den Grad meiner Erleuchtung spüren – flippe ich komplett aus – der Colt von der Erkältung läge noch griffbereit – oder nestle ich eine Stunde an drei Etiketten rum … Die Integration neu erworbener Gegenstände weiterlesen

Ich sammle Wörter und Augenblicke

Ich sammle nicht nur Augenblicke, sondern auch Wörter aus ganz verschiedenen Sprachen, die mir gefallen. Als ganz besondere Schätze baue ich sie in meinen Wortschatz ein. Für die Wortspielereien. Neue Wörter geben mir neue Assoziationen und erweitern meine Gedankenräume. Mein Bruder und ich haben eine Zeitlang zu unsere Mutter Mamuschka gesagt, weil wir es schön fanden. Nach Sibirien war Katalina meine Koschka und jetzt sind die Hendl Pipikas. So ein neuer Wortschatzsatz könnte dann heißen: Polka dotted Pipika und Koschka wunderfizz gehen zusammen durch einen Sonnenbogen, um die Geschichten dahinter aufzusammeln. polka dotted – getupt (engl.) / Pipika – Huhn … Ich sammle Wörter und Augenblicke weiterlesen

Ritueller Gummitwist

Vor der Haustüre hüpfen die Kinder über gezogene Kreidelinien. So könnte es also gehen, der schnelle, spielerische Wechsel zwischen den Ebenen, der alltäglichen- und der nichtalltäglichen Wirklichkeit, dem Alltäglichen und dem Besonderen. Ich hole mein Ritualsach aus der Ritualzone in die Alltagszone herüber. Feder und Kristall neben den Rechner, die Trommel griffbereit in der Küche, Glocke und Räucherequipment ins Bad, weil es zum Duschen passt. Es ist an mir, über die Schwelle zu springen. Ein Tagesablauf mit schnellen, kurzen Übergängen. Während des Kochens etwas ins Geisterhäuschen gebracht, ein Lied am Baum, die Möglichkeit des Neubeginns morgens beim Zeitungsholen eingeatmet. Ich … Ritueller Gummitwist weiterlesen