Warum es nur hier sein kann

Im alten Sommer wollte ich etwas ganz Neues machen, einen Clowns-Workshop, um meine Fool Tools, meine Werkzeuge zu erweitern. Da ich die einzige Anmeldung war, hatte meine Abenteuerreise im Närrinland erstmal einen Zwischenstop. Warum ich das machen will? Weil ich langsam verstehe, dass ich das Närrinhandwerk nur in meinem eigenen Feld erweitern kann. Das Verstehen ist nicht aus mir herausgewachsen, ich habe ein bisschen Nachhilfe bekommen. In Ermangelung von heiligen Clownsleuten in unserer Gesellschaft, frage ich Meredith Little, wie Initiationen bei den First Nations, zum Beispiel den Pajute oder den Shoshone aussehen. Mit dem leisen Hintergedanken, zu Meredith ins Owens Valley zu fahren … Warum es nur hier sein kann weiterlesen

Vom Tanz und der Schönheit

Auf der Reise ins Land der Närrin beginnt ein Tanz, der immer weiter hineinführt in ein Land jenseits von üblichen Schönheitsbildern. Es ist ein Tanz in eine immer größere Freiheit, ein Tanz, bei dem die engen Vorgaben, was schön ist, wie Körper auszusehen haben, wie sie sich bewegen sollen abgeschält werden. Es ist das Hineintanzen in ein größeres Zuhause. Alte Kriterien taugen nicht mehr, sie sind hinderlich auf dem Weg hin zu den vielen Jahresringen. Unsere Menschenkörper erzählen von all den Begegnungen, den Erfahrungen, den durchwanderten Feldern. So viele Male sind sie von den Jahreszeiten berührt worden. Da gibt es mehr zu erzählen und auszudrücken … Vom Tanz und der Schönheit weiterlesen

Die neuen Schratewesen ziehen ins Museum

Ich fahre vollbepackt nach Wiesbaden ins Museum, um die neuen Schratewesen in ihre Ausstellung zu begleiten. Sie sind aufgeregt und das Gesamtgefüge ist unruhig. Die narrische Kraft ist kaum zu bändigen und ein Auto voll davon ist viel. Wenn sie ins Museum gebracht sind, der Ausstellungsteil Nummer 2 eröffnet ist, am 20. September, und ich zurück in Bayern bin, dann nimmt die Närrinreise wieder Fahrt auf. Ich lade ganz herzlich ein zur Eröffnung, zum Ratsch, zum Beiwohnen – dem merkwürdigen Tanz zweier Frauen um zwölf Uhr bei der Eröffnung – zum Sekt, zum Treff mit der Fährfrau, der Maus und anderen. Auch die … Die neuen Schratewesen ziehen ins Museum weiterlesen

Der Sommer der alten Weiber

Endlich wird der Sommer alt. Ich mag den alten Sommer, viel mehr als den jungen oder den reifen. Im Altwerden sind die Sommergeschichten eingeatmet. Sie legen sich hinein in die Menschenwesen – das Wilde, die Fülle, die Körpergenüsse. Eine neue Qualität kommt dazu gegen Ende des Sommers. Dass viel mehr wurscht ist. So ein „egal, scheiß drauf, na und.“ Die alten Weiber, sie haben das auch – wenn sie ihren Sommer gut gelebt haben. Es erlaubt sich eine mehr, mehr Freiheiten, Unverschämtes. Das Aussehen verliert an Bedeutung. Früher, in meinem jungen Sommer, wäre ich nie so in die Stadt gefahren wie … Der Sommer der alten Weiber weiterlesen

Fool Tours

Fool Tours ist eine Reisegesellschaft. Ich habe sie vor einigen Monaten heimlich gegründet. Heimlich, weil es manchmal das Behütete braucht, damit es wächst und groß genug ist, um rauszugehen und den Wettern standzuhalten. Fool Tours bietet Reisen an ins Land der Närrin. Es beginnt mit einem Buch, das aus der Reihe Fool Tours ist. Es wird entweder im alt gewordenen Sommer erscheinen oder im jungen Herbst. Die Schrate, transform, found, der Küchenfilm, die Bloggeschichten, sie alle finden sich ein. Spiel mit dem „S“, höre ich. F O O L   T O U R      und das S animiert … Fool Tours weiterlesen

Die Närrin erzählt

Woher kommt das Wort? Narrisch, Narr, Närrin? Ich suche die Herkunft. Wie sollte es anders sein – es ist ungeklärt. Ob es das spätlateinische nārio ist, die Nasenrümpfer, die Spötterin? Besser gefällt mir die Verbindung zu narrare (lat. erzählen). Diejenigen, die Geschichten erzählen, humorvoll, auf CoyoteNarrenCrazyWisdomTeacher-Weise. Sowas könnte es sein. Denn im Land der Närrin geht es darum, Geschichten entstehen oder sterben zu lassen, mit ihnen zu spielen, sie ein- und auszuatmen, sie zu vergrößern, damit man sie besser sehen kann. Es geht darum, Geschichten so zu heben, dass sie verstanden und angenommen werden können oder darum, sie zu verwandeln und lachend neue … Die Närrin erzählt weiterlesen

Die Fährfrau

Sie erzählt eine Geschichte und doch wieder nicht. Eine Geschichte vom Hinüber, über die Schwelle, hin zu neuen Ufern. Beyond the shores. Das Narrenschiff hat sie als Hut auf, schnell gefaltet aus einer Zeitung. Wohin geht die Reise? Hinüber, hinter, hinaus in die Fremde, ins Unbekannte, ins Unerwartete, ins neue Land. Manchmal auch ins Dazwischen, in den Raum zwischen den festen Dingen, in den Empty Space, ins Unbeschränkte, ins Unentdeckte, Richtung Osten, in die aufgehende Sonne hinein, in Frühlingsgefilde. Sie fährt uns dorthin, wo alles und nichts ist, wo die Geschichten geboren werden. Carry it far. Giving them a trip. … Die Fährfrau weiterlesen

Die Null

Die Null ist eine Närrinzahl. Die Null im Tarot gehört der Närrin, dem Narren. Null ist der geheime Raum des Nichts und Alles. Es ist der Empty Space, aus dem sich alles gebiert. Dieser offene Raum ist wertfrei, es ist der Raum der Möglichkeiten, der Spielraum. Ein Einschub – 13 und 0, ich glaube, das wären die Närrinzahlen. Aber wer weiß, vielleicht ist es auch noch die Dreimillionensiebenhundertdreiundzwanzigtausendeinhundertundneun. So weit bin ich noch nicht gekommen. Manche Boote und Gegenstände wie rote Nasen oder Närrinhüte bringen uns in den Nullraum. Dort ist alles auf Null gestellt. Es ist der Erneuerraum. Er ist ungetrübt, ein Freiraum, … Die Null weiterlesen

Backwaren, die unruhig machen

In unserer Bäckerei zeigen sich, je nach Jahreszeit verschiedene Wesen. Elche, Kläuse, Kürbisgeister, Hasen … Auf den Blechen sehen sich sehr ähnlich. Und doch, immer wieder fällt eines aus der Reihe. Es hat ein Rosinenauge mehr oder gar keines. Eines ist extrem dick, eines auf einmal ganz dunkel. Das schwarze Schaf, die Ausreißer, die 13. Fee manchmal. Es gibt Formen für den Teig und Schaltuhren für die Backzeit, eine Ordnung und die Kontrolle. Und dann sowas. Die Ausreißer werden schon extra für mich aufgehoben, weil die Verkäuferinnen wissen, dass sie mir gefallen. Die Schönsten und Gefälligsten sind es nicht. Sie … Backwaren, die unruhig machen weiterlesen

Die 13

Die Zahl der Närrin ist für mich die 13. Sie gehört, wie die Clownskraft, zum Frühling, zum Neubeginn. Es ist die Neuschöpfungszahl, der Funke Chaos, den es braucht, damit sich etwas Neues gebiert. Wenn der Winter alt geworden ist und die großen Flüsse zugefroren sind, wenn etwas gefroren, starr ist, Strukturen, Ordnungen, dann braucht es die Erneuerungskraft des Frühlings. Die 12, die große Ordnungszahl, erneuert sich durch die 13. Mit der 12 ist etwas ist rund, vollendet, vollständig. Die 12 zeigt sich in sich gerundeten Systemen – 12 Monate, 12 Stunden Tag, 12 Nacht, 12 Tierkreiszeichen … Wenn es an dem Punkt bleibt, erstarrt … Die 13 weiterlesen