Türklopfer, Klingel und die feinen Unterschiede

Mit den Forscherinnen und Kartographinnen für Alltagszauber habe ich in der Blumenschule über die Art und Weise nachgedacht, wie wir Lebensräume betreten. Klingelnd, klopfend – mit Türklopfer oder Hand – wie es ist, wenn Türen verschlossen sind, weil es in Großstädten gar nicht mehr anders geht oder wenn sie offen sind, wie es bei uns auf dem Land noch üblicher ist. Wie anders gehe ich in ein Haus, wenn ich zuerst klopfe, dann die Haustüre aufmache, meinen Kopf reinstecke und rufe. Es ist behutsamer, ich betrete das Haus prozesshafter. Wenn ich in der Küche arbeite oder male, brauche ich nicht … Türklopfer, Klingel und die feinen Unterschiede weiterlesen

Nachklangzeit

Mit einem Wochenende voller Witz und Zauber verabschiede ich für dieses Jahr die Blumenschule als Wirkstätte. Die Freundinnen dort im Café bei Tschai und Chilihonig besuchen oder dem winterlichen Orakelfeuer, das werde ich schon. Oder meine Sommerliebe, den Bipperl. Dieses Mal waren die Küken als Begleiter beim Malen, schwarz, klein, wild, wie die Freundin vom Bipperl. Nach jedem Seminar will ich mir eine Nachklangzeit nehmen, damit sich die Geschichten entfalten können. Während ich im Garten die Büsche für den Winter zurechtschneide, klingt in mir die Geschichte von einer nach, die über ihr Ritualwerkzeug – die Rosenschere – erzählt. Davon inspiriert, betrachte … Nachklangzeit weiterlesen

Forschung und Landkarten

Die schamanische Kraft im Alltag – mit dem Thema beginnen meine Herbstseminare. Wie verwische ich die festen Grenzen zwischen Rituellem, Heiligem und Alltäglichem – malend, tanzend, reisend. Scheinbar Banales und Heiliges befruchten sich. Heilige Clownin trifft Hausfrau in der Blumenschule. Hinter die Fassaden geschaut und über Schwellen gegangen. Wildnis in der Küche, Magie beim Einkaufen, zelebrierter Alltag – lustvolles Entdecken schamanischer Heilweisen zwischen Kleiderschrank und Bügeltisch. Wir erforschen dieses Wochenende im Gewächshaus und in der Küche wie all das gehen kann, werfen unsere Forschungsergebnisse zusammen und zeichnen davon Landkarten. Forschung und Landkarten weiterlesen

Reich gedeckte Tische

Der Sommer ist gereift und liegt bunt und reich überall auf den Märkten, in den Gärten, in den Küchen. Und mein Tisch ist fertig. Es ist der, den ich im Frühling mit Katalina im Garten angefangen habe – Schubladengeheimnisse. Zur rechten Zeit ist er fertig, weil alles in Hülle und Fülle da ist, Obst, Kräuter, Garten- und Waldernte. Da braucht es einen passenden Tisch. Zwei Alte habe ich hingemalt, sie sitzen beisammen und speisen, erzählen sich Geschichten und teilen ihren Sommer. In aller Tiefe und Beschaulichkeit. So wie ich heute mit einer ganz alten Freundin. Es könnte sein, dass sie zu … Reich gedeckte Tische weiterlesen

Die Schönheit des Lebens einatmen

Farben sammeln und Gerüche, Morgenstimmungen und Abendlicht, die Kühle spüren und den Tieren und Pflanzen zuschauen. Wie gehen sie auf ihre ganz eigene Weise Richtung Winter? Wie findet der Rückzug statt? Wie bereiten sie sich vor? „Mit Winterspeck anfressen zum Beispiel,“ sagt Katalina, „ein bisschen was auf den Rippen kann nicht schaden, wer weiß, wann die nächste Essenseinladung kommt.“ Sie redet sich da leicht, weil sie eine kleine, dünne Katze ist, egal, was sie zu sich nimmt. Und es den Katzen sowieso egal ist, wie sie aussehen. Es wird jetzt reich und farbig. Die Beeren hängen überall, die Hollerin ist … Die Schönheit des Lebens einatmen weiterlesen

Baustellengedanken

Die Baustellen. Die Erneuerungen waren bisher gut. Manches braucht eine Renovierung. Aussen- und Innenbaustellen gehen gerade Hand in Hand. Ausfegen, Altes anschauen oder finden. Das Zimmer leergeräumt und da liegen sie dann, die Uraltfusseln, Bleistifte, Zettel, Bonbonhüllen oder Unbekanntes. In die letzten Ecken schauen, sortieren, wegwerfen, Salz über Nacht im leeren Raum, räuchern. Gut ist so eine Baustelle, gut und herausfordernd. Wenn ich im Aussen Baustellen aufmache, gibt es in mir meist ein Ja zur Erneuerung. Dann will ich wirklich ran, an das alte Zimmer, an alte Geschichten, an die Schwellen und es darf auch Arbeit sein. Dann habe ich … Baustellengedanken weiterlesen

Die Körperlichkeiten des Sommers

Mit dem September ist die Sommererkältung ganz gegangen. Zuerst war es meine ganz eigene Geschichte. Dann jedoch haben sich andere dazugesellt, die alle was Ähnliches erzählen. Langes, heftiges Kranksein, Stimme weg, Erkältung, uralte Geschichten, die sich auf der Körperebene abspielen, Lahmgelegtsein, weil was ins Kreuz eingefahren ist beim Einfangen des Druckventils am Dampftopf. Auf einmal ist meine Geschichte eine von mehreren und wir machen uns auf die Spur, ob was Kollektives dran ist. Das wirft nochmal ein anderes Licht darauf. Die Erkältung hat zu meinem Sommer gehört. Verordnete Ruhepause? Mund halten? Reinigungsprozess? Es war, als würde viel auf der Traumkörperebene … Die Körperlichkeiten des Sommers weiterlesen

Altweibersommer sei gegrüßt!

Ein seltsamer Sommer ist zu Ende. Ich schaue heute morgen zum Fenster raus und begrüße einen Monat, den ich sehr mag, hallo September, sei gegrüßt, willkommen Altweibersommer, welcome Indian Summer. Ich mag deine Kühle am Morgen und deine warmen, immer bunter werdenden Tage. Ja, ich sehe es, die ersten Blätter werden gelb und rot. Und ich mache eine Baustelle auf, wie meistens im September, weil ich da die Innenwohnräume auf einmal intensiver nutze und anschaue. Alles winterfest machen, das Schlafzimmer streichen, in den Farben der Herbstsonne am Morgen. Ich glaube, ich mache seit vielen Jahren jeden Herbst irgendwo im Haus … Altweibersommer sei gegrüßt! weiterlesen

Die Magie des miteinander Kochens

Gemeinsam Kochen ist ein wunderbares Nährritual. Hände, die formen, schneiden, Konsistenzen befühlen, Gebete in den Teig walgen, ratschen, lachen, naschen. Das Lachen fliesst direkt ein in den Topf. Es ist sehr bekömmlich. Feuer, Teig, Gebilde formen, Nudeln selber machen, etwas einbacken, wie bei den chinesischen Glückskeksen. Geerntet, geformt, gekocht, gegessen. Große Transformationsprozesse, die, wenn sie geteilt werden mit anderen noch lustvoller sind. Wir holen uns die Sonne her und den Wind, sehen das Land, auf dem alles gewachsen ist und die Menschen, die es geerntet haben, eingetütet, verkauft, all die Hände durch die es gegangen ist. Vielleicht waren es auch … Die Magie des miteinander Kochens weiterlesen

Die Integration neu erworbener Gegenstände

Einkauf – Besteck, zwei Teller, einen Trommelschlägel und ein Nudelholz. Alles liegt auf dem Küchentisch und ist hier noch fremd. Jetzt kommt der Teil der Beheimatung meiner neuen Teile. Sie wollen in mein gehaltenes Haus samt Ritualzone integriert werden. Am meisten Ruhe muss ich beim Entfernen der Etiketten bewahren. Da zweifle ich tief in mir an allem, an der menschlichen Intelligenz insgesamt, an der der Erfinder von Aufklebern nochmal mehr. Jetzt kann ich den Grad meiner Erleuchtung spüren – flippe ich komplett aus – der Colt von der Erkältung läge noch griffbereit – oder nestle ich eine Stunde an drei Etiketten rum … Die Integration neu erworbener Gegenstände weiterlesen