Eine Medizin für jeden Tag

Meine Medizin, meine Zaubersubstanz, die ich immer dabei habe, die nichts kostet und leicht zu tragen ist, ausserdem wetterfest, temperaturunabhängig, fast nebenbei in alles einzurühren. Weil es eine Zaubermedizin ist, taugt sie für fast alles – zur Ausbalancierung, zur Reinigung oder Kräftigung. Es geht so – ich entscheide, was ich brauche. Heute zum Beispiel den kraftvollen Schritt hinter die kleine Angst, denn ich will aufs Dach steigen und noch andere kühne Dinge tun. Also hole ich die Medizin aus mir heraus – ich bewahre sie in mir auf. Dann singe ich sie in alles, was ich esse oder trinke. Ich … Eine Medizin für jeden Tag weiterlesen

Kehricht – Medizin – Orakel

Ungebrochene Lust auf Ausmisten, Fegen, Reinigen. Kehren ist da die einfachste Art. Hinauskehren, was winterverstaubt ist und Zeit zu gehen. Früher wurde den Toten nachgekehrt, wenn es Zeit war, dass sie endgültig gehen. Ich streue gerne Salz in die Ecken im Frühjahr und fege alles aus. Kehren, fegen, zusammenkehren als sammeln, mich mit dem Kehricht beschäftigen – lauter zauberkräftige Handlungen, die ich mit meiner Großmutter und den alten Frauen in Spanien verbinde, weil sie auf diese Weise damit umgegangen sind. Der Respekt vor dem Kehricht, der mit den Geistern verbunden ist – Kehricht als heilkräftige Substanz, die bisweilen sogar gegessen … Kehricht – Medizin – Orakel weiterlesen

Heiliger Frühlingsputz

Entstauben, Winterreste wegkehren, Ecken ausfegen. Reinigung als wichtige schamanische Tätigkeit. Da bin ich doch gut dabei im Alltag, im Haushalt. Ich liebe meinen Staubsauger, ein magic tool, das mir alles reinigt. Er macht seine tiefen Gesänge, ich kann mich gesanglich einklinken, schiebe mit ihm durch die Zimmer, schalte manchmal auf High-speed oder Tiefenreinigung und gehe in dem Bewusstsein, dass ich all meine Verstaubungen vor ihn auf den Teppich lege und sie aufsaugen, entfernen, reinigen lasse. Er nimmt sogar das mit, was ich gar nicht sehe, weil es so winzig kleine Flunserl von … sind. Mögen sie alle wohlbehütet im Staubsaugerbeutel … Heiliger Frühlingsputz weiterlesen

Der Duft der letzten Tage

Schaffenstage voller Frühlingsduft. Kurz vor Lübeck noch in der Buchbindewerkstatt von Sabine meinen Blog in Leporelloform gebracht. Zählen, sortieren, kleben … Da stehen mir meine silbernen Haare zu Berge. Ich beobachte, wie die Hände lernen, be-greifen, ertasten. Routine lässt mich kurz mal g´schlampert werden. Mit den Händen werken hat etwas Altes, es ist wie in der Erde graben, es dehnt die Zeit und macht die Bilder vom Kopfkino unscharf. Katalina, sie spiegelt mir einen Teil in mir, der null Veränderung will. Immer alles am selben Platz, kein Verreisen, keine Abenteuer, kein Risiko. Die Katalina in mir heißt Weigerl. Sie findet … Der Duft der letzten Tage weiterlesen

Auf dem Fluss des Lebens

Gut mit dem gehen, was ist. Dem Fluss des Lebens vertrauen, mich ihm hingeben. Das fordert heraus, gerade in diesen Zeiten. Und doch ist es das Einzige, was ich versuchen kann. Worte von einem der Hopi-Nation schreibe ich frei um, schreibe sie mir neben die Küchennotizen. Damit sie sich in den Alltagswirren nicht verlieren. Da ist ein Fluss, er fließt gerade sehr schnell. Es sind so viele GefährtInnen, die mit mir auf diesem wunderbaren Fluss des Lebens sind. Er ist im Moment so mächtig und reißend, dass wir manchmal Angst haben. Vielleicht werden wir versuchen, uns am Ufer festzuhalten, es wird … Auf dem Fluss des Lebens weiterlesen

Die Geisterbilder begraben

Im Frühling taucht besonders eines meiner Geisterbilder auf. Das der kundigen Pflanzenfrau, der mit der grünen Hand, bei der alles wundervollst wächst und gedeiht. Eine-meine Illusion in Grün. Ich bin keine Pflanzen- oder Gartenfrau. Alles beginnt nach kürzester Zeit zu verwildern, Eingepflanztes kommt nicht, es macht mir auch nicht wirklich Spaß, bis auf Bäume verstehe ich Pflanzen schlecht und so weiter – und doch gibt es da dieses Geisterbild von einer, die sich mit Pflanzen auskennen müsste. Ich nehme den Frühling und die Erneuerkraft und werde das Geisterbild begraben. Der Rauch von Artemisia und der helle Klang der Glocke begleiten … Die Geisterbilder begraben weiterlesen

Die Welt als Spiegel – Medicine Walk

Manchmal gehe ich aus der Haustüre, über die Schwelle, wie bei einem Medicine Walk. Raum und Zeit, bis ich wieder über die Schwelle zurückkomme, sind magischer Raum und Orakelzeit. Ich gehe über die Schwelle mit einem Anliegen, einer Widmung, einer Frage, wie auch immer. Manchmal ist es der Weg zur Edeka, zum Stall, manchmal die Fahrt nach München – es geht alles, weil das Werkzeug, der Medicine Walk, immer greift. Diesmal wollte ich etwas von der Kraft sehen, die mich im Moment gut trägt. Und in einen Spiegel schauen. Was sagt mir die Welt über mich? Was sehe ich im … Die Welt als Spiegel – Medicine Walk weiterlesen

Ein ganz normaler Tag

Morgenseiten, Edeka-Stehcafé, nochmal ins Café der Blumenschule, in Trödelscheunen nach alten Kochlöffeln und Mörsern gesucht wegen eines Kunstprojekts – aha – Post … ein Überraschungspaket. Schau an, was bist denn du für eines – versehrte Wörter, die auf Reisen gehen wollen und in eine bayrische Reha-Station kommen. Brigitte Schwarz schickt sie mir, sie gesellen sich zu meinen Wörtern auf Reha, albern ein bisschen rum mit ihnen und atmen Frühling in Blauweiß. Ich gehe zum Dorfweiher mit Christine, dort wo die Frösche so laut singen und die Seerosen im Sommer blühen. Ich werde meinen Kontrollfreak verabschieden. Wasser wird ihm guttun – … Ein ganz normaler Tag weiterlesen

Von der Magie des Säens

Säen war immer schon Alltag, war heilig, war voller Magie und Heilkraft. Ich säe mein Morgen. Vielleicht werden es Samen sein, die mir Früchte bringen oder Blumen. Vielleicht gibt es Nahrung für andere Wesen. Oder es sind Samen, die nicht aufgehen und auch das will ich anerkennen. Auf die Lieder der Vögel höre ich und beobachte Katalina, lege die Samen in die Erde, vertraue der grünen Ewigkeit, dem Weg im Lebensrad. Dann singe ich mein Lied dazu und hole Wasser. Tausendschön und Sonnenblumen, Lichtnelken, Eisenhut, Nektarblumen, Mutsamen und eine kleine, bunte Kühnheit dazu, die Leichtigkeit des Gebens, die Freude des Annehmens. … Von der Magie des Säens weiterlesen

Regenbogentage

Reisetage, die dem Neuanfang, der Regenbogentänzerin, dem Säen, den tragenden Gemeinschaften gewidmet waren. Synchronizitäten – bei der Ankunft in Heidelberg beginnt es in den strahlenden Himmel hinein zu regnen und ein Regenbogen spannt sich über den Himmel. Ich sammle Zeichen während ich auf Reisen bin, Regenbögen, Uhrzeiten wie 16:16 oder 12:34, Wörter, die mir zufallen, Strassennamen und Farben. Vielleicht setze ich sie später zusammen. Mit Ulla einen Tag im bunten Wasser. Während gelbe Füsse und rosa Hände tanzen, der lila Körper floated, wird der Geist ganz leicht und beschäftigt sich mühelos mit den Herausforderungen der Tage. Mit unserem Kopfkino, das … Regenbogentage weiterlesen