Anleitungsfreies Wellenreiten

Milchkaffee trinken, im weißen Milchschaumanzug und rosa Krawatte, weil ich über bedeutsame Dinge nachsinniere. Manche wollen wissen, wie andere Leute in anderen Strukturen als meine es sind, ihre Tagesqualitäten am besten leben können oder wie das ideale Rezept für nachmittägliches Wellenreiten ist. Keine Ahnung, das weiß ich nicht. Und was heute stimmt, ist morgen vielleicht schon ganz anders. Für andere Leute gilt auch was anderes, Rezepte greifen für mich am besten, wenn sie ganz individuell zusammengebraut sind. Meine Rhythmen sind meine und die vom Hiasl die seinen. Katalina hat ihre ganz eigene Magie und der Anton hat seine ganz eigenen … Anleitungsfreies Wellenreiten weiterlesen

Auf der Welle der Tagesqualität reiten

Von den NomadInnen habe ich gelernt, dem zu folgen, was ist und so mit Rückenwind unterwegs zu sein. Mit der Qualität der Tage gehen, morgens erkunden wie die Wetterlage ist, ob es ein Telefontag ist, ein Organisationstag, ein Nix-geht-Tag oder ein Aufräumtag. Manchmal gibt es Kleine-blaue-Wundertage oder Schlaftage. Wenn ich versuche an einem Nix-geht-Tag wichtige Telefonate machen zu wollen oder was auf den Weg zu setzen, habe ich solchen Gegenwind, dass ich unendlich viel Energie reingebe und letztlich doch nichts rauskommt. Manchmal merke ich, dass es ein Telefontag ist – alle sind sofort erreichbar, guter Laune und fast nebenbei kann … Auf der Welle der Tagesqualität reiten weiterlesen

Gewandung im Alltag

Das Gewand und die Arbeit. Neues ausprobieren, Grenzverwischungen an den festen Trennlinien von Alltags- und Arbeitsgewand und dem Besondersgewand, der Ritualkleidung, dem Sonntagskleid und was es da alles gibt. Was verändert sich, wenn ich im Prachtgewand abspüle, im Ritualgewand sense oder in der Kittelschürze ins Theater gehe? Mit Gewändern betrete ich Felder, stelle etwas unter ein bestimmtes Vorzeichen. Das alltägliche Tun könnte sich im neuen Gewand ganz anders anfühlen, weiter werden, farbiger, magischer. Eine Freundin mäht im roten Seidenkleid Rasen. Sie sucht sich sonnige Windtage, damit der Rock wehen kann. Eine andere staubsaugt nackt und ich gehe gerne im Malerkittel … Gewandung im Alltag weiterlesen

Sommer miteinander kosten

Miteinander Sommer kosten – oder Alltag. Das hat etwas ganz Verbindendes, Wärmendes. Leben teilen, mit LebensgefährtInnen, FreundInnen, Nachbarn, den Menschen vom Dorf. Mit Monika, Ursula, Christine in die laue Nacht hinein ratschen, die Süße der Früchte genießen. Musik hören, einfach miteinander sein, jede auf ihren Reisen. Wir wandern in das weite Feld der langen Weile, des Verweilens, der Ruhe, des Einfach-Seins, des Nichtstun-Müssens, des Es-ist-genug-wie-es-ist. Miteinander arbeiten, schamanisieren, in Prozesse gehen und sonstige gewichtige Angelegenheiten teilen ist das Eine, einfach nur miteinander sein und so vor sich in den Tag hinein leben das Andere. Es braucht beides. Und manchmal ist … Sommer miteinander kosten weiterlesen

Hommage an die Nachbarschaft

An dem Platz hier in Hagenheim bin ich auch deshalb so gerne, weil das Netz der Nachbarschaft so tragfähig ist und die Unterstützung sehr kraftvoll. Meine Nachbarinnen Ruth, Barbara und Helena sind wunderbar. Ich natürlich auch, hihi. Es gibt auch noch zwei Kinder, acht Katzen, drei Männer, zwei Hasen und einen Hund. Wir schauen aufeinander, lassen uns Freiraum, versorgen die Tiere gegenseitig und haben voneinander die Schlüssel. Ich weiß alles bestens behütet, wenn niemand von uns da ist. Wir teilen unsere Trauer und unsere Freude, leihen uns das aus, was die anderen brauchen. Wir sind sehr unterschiedlich und wir sind … Hommage an die Nachbarschaft weiterlesen

Dorfplatz und Supermarkt

Die Supermärkte sind so etwas wie die alten Dorfplätze geworden. Dort, wo sich alle treffen, verweilen, austauschen. Vielleicht bin ich auch deswegen gerne im Edeka-Stehcafé, weil ich eigentlich die Dorftreffs mag. Ich lasse mich da gerne sehen, schaue wer vorbeikommt, wer sich dazustellt, ratscht, Einkauf, Tages- und Dorfgeschehen mit mir bespricht. Oder ich höre anderen zu und mache mir meine Gedanken. Immer mehr siedelt sich an im Supermarkt, Schuster, Reinigung, Lotto und Paketversand und so wird der Dorfsupermarkt immer mehr zum Drehpunkt. Anfangs war ich sehr gegen den Supermarkt, aber da es bei uns keinen Laden gab und auch keinen … Dorfplatz und Supermarkt weiterlesen

Auf der Wäscheleine

Sie hängen jetzt auf der Wäscheleine, die Hosen und Hemden, die Gedanken und Bilder. Wind und Sonne lassen sie trocknen und Sommerduft flicht sich ins Gewebe. Kräuterbüschel, Gedichte und einen Blumenzopf hänge ich dazwischen. Schwebfliegen und Schmetterlinge geben ihren Segen dazu. Es sind auf Wäscheleinen aufgefädelte Geschichten. Ich hänge meine Bilder, Wünsche und Geschichten gerne in den Wind, neben Jacken und Socken. So hängen sie gut miteinander, die Materie und das leicht Flüchtige. Wie Gebetsfahnen im Wind. Ich schaue den wehenden Wäschestücken zu, schicke zwischendurch ein Lied zum getupften Rock, lasse meine Gebete mit den roten Socken in die Wolkenweite … Auf der Wäscheleine weiterlesen

Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend

Oft gibt es bei Indigenen keine extra Ritualräume, es findet alles dort statt, wo die Menschen leben. Für Reinigungsrituale (mind-clearings, Textilsäuberung, Entschmutzung von Themenkomplexen etc.) bietet sich die Waschküche (interessantes Wort) an. Ich mache es folgendermaßen: – wahlweises Anlegen von Ritualkleidung – einfüllen, was der Reinigung bedarf (Gedanken, Geschichten, Textiles) – je nach Lage mit Opferungen, Räucherung im Vorfeld, Gesängen … Mein Hilfsteil heißt Waschamascha. Mit vier Jahren habe ich sie so genannt, seitdem heißt sie so. Im Weiteren freie Ritualgestaltung, je nachdem, ob der Schonwaschgang reicht, ob es eine Tiefenreinigung braucht oder eine Extraschleuderung. Wahlweise eignet sich auch eine … Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend weiterlesen