Heimatliches in den Clans

Längst haben sich die alten Clanstruktuen aufgelöst. Mein dynastischer Clan ist klein und er ist mir, bis auf meine engste Familie, fremd. Viel mehr spüre ich meine Beheimatung in anderen Clans. Im Clan der Künstlerinnen beispielsweise oder der Forschenden. Dort fühle ich mich verstanden, sie kennen die Themen, die Problematiken, die Ekstase. Einen Clan vermisse ich in meiner Nähe, den der Wölfe. Mit ihnen würde ich gerne zusammenkommen, Wolfsgeschichten austauschen, losziehen, in den langen Winternächten tanzen und spielen und Rudelkräfte tanken. Es sind die Zusammenkünfte der Totem-Clans, die mir fehlen. Manchmal zieht ein Stallgeruch zu mir her, Wolfsduft oder der … Heimatliches in den Clans weiterlesen

Pipola, das Rotklangfest

Zum Film „Pipola“ Pipola ist ein Sommerbrauch, bei dem der Sommer geehrt wird. In Gruppen stehen Menschen beisammen, drei, fünfzehn, manchmal bis zu sechzig. Sie gehen im Kreis und durchwandern viele Sommer. Sie laufen singend die Wege durch uralte, durch jüngere und kommende Sommer ab. Alle singen gleichzeitig. Sie geben dem, was sie sehen, Worte. Sie singen, was sie sehen. Sie singen und singen, das gehört zum Brauch. Das mutet seltsam an, wenn man es es noch nie gemacht hat und zum ersten Mal beim Rotklangfest ist, aber meist entsteht ein sehr besonderer Sommerklangteppich, der alle erfüllt und die Leute … Pipola, das Rotklangfest weiterlesen

Die Sprachheimat

Zum Minibuch „Sprachheimat“ Wo ist meine sprachliche Heimat? Die Muttersprache, die Sprache meiner Kindheit, die später erlernte an einem Ort, der Heimat geworden ist, die Mixtur aus allem? Je mehr ich verstanden habe, wie weit und frei mich die Beheimatung sein lässt, desto mehr liebe ich meinen Dialekt. Manchmal verwende ich ihn wie eine Geheimsprache – in Spanien oder in Bremen. Da kann ich lästern und Ungehöriges sagen und niemand versteht es. In der Sprachheimat kommt der Humor erst richtig zum Tragen, der Sprachwitz entfaltet sich dort, wo jemand sprachlich tief beheimatet ist. Bei den Maori wurden wird aufgefordert, in unserer … Die Sprachheimat weiterlesen

Der Lebenskoffer

Unterwegs auf den großen Reisewegen des Lebens. In vertrauten Gefilden, in der Wildnis, durch Wüsten, über hohe Pässe, im Dorf herumspaziert – der Lebenskoffer ist dabei. Er füllt sich mit all den Geschichten, den Wandergeschichten, mit Lachen und Tränen, mit Erkenntnissen, mit allem Erfahrenen, mit den Berührungen der Jahreszeiten. In meinem Lebenskoffer ist eine Feuerkugel, sie ist gefüllt mit der Asche vieler Feuer, an denen ich gelernt und gelebt habe, an denen ich mich beheimatet habe und wieder weitergezogen bin, wenn es Zeit war, an das nächstältere Feuer zu gehen. Dazu habe ich auch einen Aschlöffel. Eine Schale mit Lebensabschnittsblumen … Der Lebenskoffer weiterlesen

An Hua danzn

An Hua danzn (Den Hua tanzen) – zum Film Der Hua ist ein Frühlingstanz, ein Weißtanz, ein Geheimnis- und Hütetanz. (Für diejenigen, die neu hier sind – ich erfinde Bräuche, um das Brauchtum zu erfrischen.) Der Brauch geht so: Alle machen ein Weißbild mit einem geheimen Wunsch. In manchen Gegenden wird ein rundes Papier genommen, andernorts nimmt man ein rechteckiges oder quadratisches Blatt. Mit weißer Farbe wird symbolhaft der geheime Wunsch aufgemalt. Das Bild ist wie ein Wunschsame. Es wird auf die Erde gelegt, verkehrtherum, so, dass es die Erde lesen kann. Dann bekräftigt man es, indem man darauf tanzt. … An Hua danzn weiterlesen

Heimat und die Wiederholung

zum Pixiebuch Heimat, das ist zig mal Wiederholtes. Vertraut, bekannt, oftmals erlebt, viele Male durchwandert. Lebensbegleitendes wie Feste, Rituale, Abläufe sind in vielen Zusammenhängen erkundet, genauso wie die Berührung von Frühling oder Schnee. Sie sind wiederkehrend und doch immer anders. So weiten sich die Jahresringe des Vertrauten, sich Wiederholenden. Es sind rhythmische Wiederholungen. In der Wiederholung liegt die Kraft – etwas festigt sich, prägt sich ein, intensiviert sich, sinkt hinein, bringt die Übung und das Können. Deshalb kommt die Wiederholung in Kinderreimen oder magischen Formeln und Zauberspürchen vor. So wird es verinnerlicht. Das vertraute Gefühl und die Sicherheit wächst. Im … Heimat und die Wiederholung weiterlesen

Winterlauschen

Zum Kurzfilm Winterlauschen“ Den Faden mit der Erfindung von Bräuchen weitergesponnen. Ich finde, dass die Winter immer schneller, lauter, dicher werden und das Staade, das Lauschen, das Langsame, das in diese Zeit gehört, keinen Platz mehr findet. Deshalb habe ich ihm mit dem Brauch des Winterlauschens einen Platz eingeräumt. Im Schnee liegen, die Kälte spüren, sich einschneien lassen und horchen, lauschen, loosen, was tief in der Erde geschieht, was sich vorbereitet, welche Samen bereit sind, was kommen mag, was der Wintergeist an Botschaften bereithält. Die Bauern erlauschen Botschaften für die Ernte und die Wettergeschehnisse. Die anderen gehen hinaus und bekommen … Winterlauschen weiterlesen

Heimatgwand

Ein Pixie aus dem Heimatfeld | Heimatgwand – zum Buch Das Heimatgwand ist eine Sammelstelle. Es besteht aus ganz vielen Teilen, die zusammengehören und doch nie alle zusammen getragen werden können, weil es so viele sind. All diese Teile zusammen machen mein Heimatgewand aus. Es sind gefundene und geschenkte Teile, welche aus den alten Großmutterschürzen und Knöpfe aus der weitergegebenen Knopfschachtel, dem Orakel meiner Kindertage, die irgendwann von meiner Mutter zu mir gewandert ist. Angetrachteltes in Kombi mit ganz Normalem, Schlumpfsach und Asiatischem. Kräuter sind eingenährt und die Rocksaumnotizen geben Auskunft über meine Erkenntnissen und Bewegtheiten auf meinem Weg. Es … Heimatgwand weiterlesen

Die Wildsau-Sage

Die Wildsau vom Sachsenrieder Forst – Zum Pixie Diese Sage hat sich entwickelt, als ich mit Inga herumgestromert bin. Wir haben lange über die Wildsaukraft gesprochen, wie wichtig sie ist. Ob und wieviel wir sie rauslassen sollen, wo sie was machen würde. Wir haben Feldwege und Situationen durchwandert, gelacht, Dinge gesagt, die schon viel Wildsaukraft hatten. Und weil die Wildsauen ja in der Nähe waren und wir von ihnen inspiriert, ist eine Sage daraus geworden. Die Wildsau vom Sachsenrieder Forst Der Sachsenrieder Forst hütet manch ein Geheimnis. Eines davon ist das von einer alten, riesigen Wildsau. Sie ist aus der … Die Wildsau-Sage weiterlesen

Die Nebelfrau vom Wessobrunner Buch

Die Nebelfrau vom Wessobrunner Buch – Zum Pixie Heimat, da gehören die Sagen und das Brauchtum dazu. Bräuche und Heimatsagen zu erfinden, das ist ein bisschen wie wildern in einem Kuhstall mit heiligen Kühen. Ich glaube, das geht nur aus einem Beheimatetsein heraus, also wenn man den Stall und die heiligen Kühe gut kennt. Weil ich sie kenne, wage ich es zu wildern, um sie von innen heraus zu erfrischen, die Kultur. Ich will meine Heimat mitgestalten. Vielleicht ist das grundsätzlich die Türe ins Heimatfeld. Beteiligt sein im Kulturfeld, Teil davon, von mir mitgestaltet. So wirke ich auf dieses Feld. … Die Nebelfrau vom Wessobrunner Buch weiterlesen