Schürzenbezauberung

Schürzen – Erinnerung an die Großmütter, an Küchenalltag, Stall- und Gartenzeit, an die Kittelschürzen meiner Mutter, meiner Großmütter und den Tanten. Bei der Erforschung der schamanischen Kraft im Alltag schaue ich mir das Gewand an, das Prachtgewand und das Alltagsgewand, das Arbeits- und das Ritualgewand. Als erstes habe ich Schürzen gefunden. In Bayern ist das Verhältnis zu Schürzen recht rosig. Schöne bestickte Schürzen zum Dirndl sind salonfähig und die Arbeitsschürzen werden sowieso überall benutzt. Meine experimentierfreudigsten Studentinnen haben manchmal Kittelschürzen zu ihren schillernden Outfits getragen. Zum meinem neuen Projekt gehören auch die Kittelschürzen. Anni mit ihren fast neunzig Jahren schenkt … Schürzenbezauberung weiterlesen

Regensonntag macht Zeitfenster auf

In den Regensonntag getanzt, Morgenseiten, Regenlied, ein bisschen sinnloses Zeug gemacht, ein bisschen sinnvolles Zeug gemacht. Und immer noch so viel Zeit, ein Hauch von langer Weile haben, weil Regen Zeit macht. Zum Glück ist meine Lieblingsgalerie im Nachbardorf. Inspirationsquelle, illustre Gäste, Kunst in der Küche. Galerie- und Arbeits- und Lebensräume vermischen sich. Die Übergänge sind fliessend. Alltag und Kunst befruchten sich. Herumspazieren, mich den Bildern vorstellen. Manche reden mit mir, andere haben keine Lust. Ich höre mir spannende Bildergeschichten an in der Galerie Josephski-Neukum von Joschi und Helga. Regensonntag macht Zeitfenster auf weiterlesen

Die Sinn-Falle Teil II

Sinnfragen und Sinnkrisen, ausser den Menschen hat die kein Lebewesen. Wir sind wirklich die einzigen, die ihren Platz im Universum nicht kennen, verloren glauben, suchen. Was weiß ich schon, was Sinn macht. Weil die Warumfrage zum Sinn gehört, schicke ich sie in Ferien. Scheinbar sinnlose Dinge tun. Auf Bäume klettern. Nicht, um den Sinn zu finden oder den Überblick, sondern einfach so. Rauf, runter. Das versteht Katalina wieder. Weil sie eine erfahrene Lehrerin für Unsinn und Absurdes ist, dada-erfahren, paradoxienerprobt, grotesk-kundig, lasse ich mir von ihr Tipps zum verschwenderisch-sinnlosen Umgang mit Zeit geben. „Du brauchst Übungen, die helfen, sinnlose Dinge … Die Sinn-Falle Teil II weiterlesen

Körpermalerei an einem Maientag

Freundinnentreffen mit Anke. Zwei Frauen sitzen miteinander am Frühstückstisch. Wir könnten uns bemalen, sagen sie. Das passiert so, wenn sie zusammen sind. Es braucht manchmal nur einen Maientag, eine rote Couch, Maibaumgespräche und Farben. Sie bemalen sich und leben in den Tag rein. Pinselstriche auf der Haut, Musik und Rasenmäher, Wind und Sonne, Farbenklang. An der Ammer gestellte Steine und versteinerte Echsen finden die Frauen, sie lachen viel und bekränzen sich. Wie leicht es ist, am Fluss zu sitzen und zu verweilen. Zeit verstreichen lassen, das Miteinander genießen. Leben lieben.                Dieses Jahr ist … Körpermalerei an einem Maientag weiterlesen

Suppenmagie

Ich liebe Suppen und mache mir eine Frühlingssuppe mit Blumen und Kräutern, mit der ganzen Erneuerungskraft, mit Lebenskraft und bunter Vielfalt, mit Gelb und Sonnenschein und einer Grüngeschichte. Feuer und Wasser eingeladen, ein Lied reingesungen und mit dem Zauberstab umgerührt. Brotsuppe, Blumensuppe, Totensuppe, Wurzelsuppe, Steinsuppe, mir manchmal ein Süppchen eingebrockt, mein Süppchen ausgelöffelt, Glückssuppe, Weinsuppe, Hochzeitssuppe … Kraftspeise, Gemeinschaftsmahl. Es gibt die Morgensuppe für die HirtInnen im Frühling beim ersten Austrieb, die Trollsuppe zu Brigid für die wechselnden Dienstleute, Jahresfestsuppen, Kohlsuppen für die Hausgeister. Sogar eine Grenzsuppe gibt es, welche drei Amtleute verschiedener Bezirke aus einer Schüsselvertiefung im Stein mit … Suppenmagie weiterlesen

Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken

Weil ich so frühlingsmüde bin, bin ich zur Zeit gerne im Schlafzimmer. Ins Zwielicht dösen, die Morgensonne wandern sehen, dem Vogelzwitschern lauschen, das mich als erstes weckt, mich von ihm wieder in den Schlaf singen lassen. Genussvolle Frühlingsmüdigkeit. Schlafzimmer, Schwellenraum zur Traumzeit. Im Bett liegen wie im Boot, das mich aufs Meer hinausträgt, in die Weite des Nagual. Vom Schlafzimmer aus die Traumpfade betreten. Der Ort, vom dem aus ich jeden Tag losreise in die Traumzeit. Wie gestalte ich diesen besonderen Raum, wie mein Boot? Gerne lasse ich mich von Lavendelduft auf der Reise begleiten oder lege Schafgarbe unters Kissen, … Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken weiterlesen

Sinnengeweitetes und Grünfindung

Mit grünen Siebenmeilenstiefeln und Reinigungsbegleitung ziehe ich durch Frühlingsland, schaue auf meine Wege, halte meine Nase in die Luft und folge dem Ostwind. Wenn meine Gedanken zu sehr kreisen, blende ich die Lieder der Vögel völlig aus. Ich werde das Lied, wenn ich einfach nur da bin. Es ist meine Aufmerksamkeit, meine Wachheit und Offenheit, welche meine Schritte lebendig werden lassen. Dann grünt es auf meinem Weg. So ist es, wenn ich über die Wiesen laufe, mit Eseln, Pferden, Hund und den Frauen die Wälder durchstreife und den Tiere zuschaue, wie sie ins Abendlicht hinein über die Weide galoppieren. Dann … Sinnengeweitetes und Grünfindung weiterlesen

Masken, Walpurgis und Maibaum

Walpurgische Klänge und Feuergesänge, Regennacht am See, Wolfsrudel dabei, vom Feuer getrocknet werden und in den Sternenhimmel gelacht miteinander. Mit Christine und Ulla Walpurgis gefeiert nach einem langem Maskentag. Die Geschichten der Masken kommen mit ans Feuer, sie erzählen etwas von der Clanmutter, der Gelassenen, dem Reh oder der Tödin. Wir haben die Länder unserer letzten Maske bereist. Es sind Medizinmasken und wir ergründen, wie diese Medizin ergänzt und vertieft werden kann oder welche neue Spur sich auftut. Wieder die Frage, was es macht, so kurz vor Neumondin rituell zu arbeiten, ob es nicht doch hilfreicher ist und alles klarer gesehen … Masken, Walpurgis und Maibaum weiterlesen

Eine Medizin für jeden Tag

Meine Medizin, meine Zaubersubstanz, die ich immer dabei habe, die nichts kostet und leicht zu tragen ist, ausserdem wetterfest, temperaturunabhängig, fast nebenbei in alles einzurühren. Weil es eine Zaubermedizin ist, taugt sie für fast alles – zur Ausbalancierung, zur Reinigung oder Kräftigung. Es geht so – ich entscheide, was ich brauche. Heute zum Beispiel den kraftvollen Schritt hinter die kleine Angst, denn ich will aufs Dach steigen und noch andere kühne Dinge tun. Also hole ich die Medizin aus mir heraus – ich bewahre sie in mir auf. Dann singe ich sie in alles, was ich esse oder trinke. Ich … Eine Medizin für jeden Tag weiterlesen

Heiliger Frühlingsputz

Entstauben, Winterreste wegkehren, Ecken ausfegen. Reinigung als wichtige schamanische Tätigkeit. Da bin ich doch gut dabei im Alltag, im Haushalt. Ich liebe meinen Staubsauger, ein magic tool, das mir alles reinigt. Er macht seine tiefen Gesänge, ich kann mich gesanglich einklinken, schiebe mit ihm durch die Zimmer, schalte manchmal auf High-speed oder Tiefenreinigung und gehe in dem Bewusstsein, dass ich all meine Verstaubungen vor ihn auf den Teppich lege und sie aufsaugen, entfernen, reinigen lasse. Er nimmt sogar das mit, was ich gar nicht sehe, weil es so winzig kleine Flunserl von … sind. Mögen sie alle wohlbehütet im Staubsaugerbeutel … Heiliger Frühlingsputz weiterlesen