Der Duft der letzten Tage

Schaffenstage voller Frühlingsduft. Kurz vor Lübeck noch in der Buchbindewerkstatt von Sabine meinen Blog in Leporelloform gebracht. Zählen, sortieren, kleben … Da stehen mir meine silbernen Haare zu Berge. Ich beobachte, wie die Hände lernen, be-greifen, ertasten. Routine lässt mich kurz mal g´schlampert werden. Mit den Händen werken hat etwas Altes, es ist wie in der Erde graben, es dehnt die Zeit und macht die Bilder vom Kopfkino unscharf. Katalina, sie spiegelt mir einen Teil in mir, der null Veränderung will. Immer alles am selben Platz, kein Verreisen, keine Abenteuer, kein Risiko. Die Katalina in mir heißt Weigerl. Sie findet … Der Duft der letzten Tage weiterlesen

Die Geisterbilder begraben

Im Frühling taucht besonders eines meiner Geisterbilder auf. Das der kundigen Pflanzenfrau, der mit der grünen Hand, bei der alles wundervollst wächst und gedeiht. Eine-meine Illusion in Grün. Ich bin keine Pflanzen- oder Gartenfrau. Alles beginnt nach kürzester Zeit zu verwildern, Eingepflanztes kommt nicht, es macht mir auch nicht wirklich Spaß, bis auf Bäume verstehe ich Pflanzen schlecht und so weiter – und doch gibt es da dieses Geisterbild von einer, die sich mit Pflanzen auskennen müsste. Ich nehme den Frühling und die Erneuerkraft und werde das Geisterbild begraben. Der Rauch von Artemisia und der helle Klang der Glocke begleiten … Die Geisterbilder begraben weiterlesen

Ein ganz normaler Tag

Morgenseiten, Edeka-Stehcafé, nochmal ins Café der Blumenschule, in Trödelscheunen nach alten Kochlöffeln und Mörsern gesucht wegen eines Kunstprojekts – aha – Post … ein Überraschungspaket. Schau an, was bist denn du für eines – versehrte Wörter, die auf Reisen gehen wollen und in eine bayrische Reha-Station kommen. Brigitte Schwarz schickt sie mir, sie gesellen sich zu meinen Wörtern auf Reha, albern ein bisschen rum mit ihnen und atmen Frühling in Blauweiß. Ich gehe zum Dorfweiher mit Christine, dort wo die Frösche so laut singen und die Seerosen im Sommer blühen. Ich werde meinen Kontrollfreak verabschieden. Wasser wird ihm guttun – … Ein ganz normaler Tag weiterlesen

Regenbogentage

Reisetage, die dem Neuanfang, der Regenbogentänzerin, dem Säen, den tragenden Gemeinschaften gewidmet waren. Synchronizitäten – bei der Ankunft in Heidelberg beginnt es in den strahlenden Himmel hinein zu regnen und ein Regenbogen spannt sich über den Himmel. Ich sammle Zeichen während ich auf Reisen bin, Regenbögen, Uhrzeiten wie 16:16 oder 12:34, Wörter, die mir zufallen, Strassennamen und Farben. Vielleicht setze ich sie später zusammen. Mit Ulla einen Tag im bunten Wasser. Während gelbe Füsse und rosa Hände tanzen, der lila Körper floated, wird der Geist ganz leicht und beschäftigt sich mühelos mit den Herausforderungen der Tage. Mit unserem Kopfkino, das … Regenbogentage weiterlesen

Was soll ich von Klassentreffen halten?

Ein Klassentreffen der Mädchen-Grundschule, zum ersten Mal. Was mache ich dort? Ein paar Entdeckungen, wie ein Geheimschriftenbüchlein, das meine alte Freundin mitbringt. Die Zeichen finde ich in meinen Bilder von heute wieder, der roten Faden. Da finde ich mich richtig gut. Dann die Sprüche aus dem Poesiealbum, eisenhart und gruselig. Erfolgreich vergessen. Meiner ist mir richtig peinlich und es ist einer der allerblödesten. Aha, ich erweitere das Bild von mir, gezwungenermaßen, auch in andere Richtungen. Ein Foto gibt es, das aussieht wie die Anfänge meiner Hippiejahre. In Ermangelung von Perücken hatte ich mir die Haare toupiert und sitze links. Merkwürdiges … Was soll ich von Klassentreffen halten? weiterlesen

Frühlingsfeuer und Hoagascht

Mit den Eselfrauen haben wir am Wochenende ein riesiges Feuer gemacht und den Winter noch einmal verabschiedet. Herbstzweige, Winterbretter, alte Zäune, Feuer besungen, den Sternenhimmel des Frühlings begrüßt, erzählt und den Duft der Frühlingsnacht eingeatmet. Es gibt da die Frauen, die nur mit Holz heizen, eine von der Feuerwehr und die Bäuerin – sie gehen viel vorsichtiger um mit dem Feuer, dem Funkenflug als Olga mAria und ich. Unser leichter Sinn, der das Feuer gut anfacht und die Vorsicht, die es gut hütet. Nach dem Feuer schauen wir zur Christa ins Wirtshaus, zum Hoagascht oder Hoagartn. Heimgarten, Besuch bekommen mit … Frühlingsfeuer und Hoagascht weiterlesen

Die Kultur der Dorfläden

Der letzte Dorfladen hier macht zu. Es gibt die Idee, dass das Dorf einen aufmacht, getragen vom Kollektiv. Gemeinsam arbeiten, der Gemeinschaft geschenkte Stunden, zusammen etwas erwirtschaften. Real funktionierender Sozialismus in Bayern? Eine Art Musterdorf für Kollektiv und tragende Gemeinschaft? Wir-Gefühl? Solche Ideen hat unser Bürgermeister. Ich wäre dabei, hätte Lust darauf. Das Miteinander und die Erfahrung wäre der Gewinn für mich. Die Dorfläden als soziale Treffpunkte. Bei uns früher, im Altai, in Kirgistan, Spanien … minimalistisch, karg und doch so reich. Und alle in Hellblau. Eloina in Spanien hatte so einen Laden. Er war Einkaufsstelle, Poststelle, Milchabholstelle, Bar, es gab Brot, das … Die Kultur der Dorfläden weiterlesen

Frühlingswind

Frühling lässt mich einen neuen Ort aufsuchen, Freiburg, Herzenskriegerin, Lesung. Ich scanne die kommende Zeit ab auf meinem Weg dorthin. Lese Ortsschilder, schaue auf Tierbegegnungen, in die Wolken … Weinberge – Grünkraut-Gullen-Knollengraben-Hotterloch … bin ich im Land der Weinzwerge? Vertrau keinem Plakat, informier dich. Wahlkamp- und Werbeplakate kann ich kaum auseinanderhalten. Ich meine, eines ist von der SPD, merke, dass es der Mediamarkt ist. CDU-Plakate verwechsle ich mit einer Versicherungswerbung. Hirschsprung-Falkensteig-Himmelriich … ah, frische Winde kommen da auf, während ich in die Ravennaschlucht fahre. Freiburg ist so bezaubernd wie alle sagen und ich finde ein altes, gehütetes Feuer vor, an dem … Frühlingswind weiterlesen

Stelen, Gold und östliche Sonne

Worte werden weniger, es entsteht eine Bilderstrecke. Wenn mir die Worte fehlen, sprechen die Bilder. Frühling – Erneuerung – die alten Stelen aus Spanien streichen – abgeblätterte Farbe – viele Winter, die ihre Spuren hinterlassen haben – Gedanken legen sich neben Krokusse – wollen schlafen im Frühlingswind – Rot angemischt – der rote Ball der östlichen Sonne schmerzhaft nah – mein Mikrokosmos – mein Platz in dieser Welt – meine Verantwortung – prüfen – malen – ordnen – Katze und Bienen Uranus, Kraft der Befreiung – wird es so sein? – Fragen manches will ich mir als Frage bewahren – … Stelen, Gold und östliche Sonne weiterlesen