Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse

Parallellaufendes, mein Alltag, Katzengeschichten, Vortragsvorbereitung, Frühlingssonne und die Nachrichten über Japan, das, was sich herschwingt, was parallel geschieht an Gedanken, Gefühlen, Fragen, Antwortlosigkeit. Überprüfung von dem anderen Strang, dem Alltäglichen. Sie durchdringen sich. Der Werkprozess ist bald abgeschlossen. Jetzt ist noch einmal ganze Katzenkraft gefragt. Teachings für mich – bereits erledigte Dinge können schnell noch einmal gemacht werden müssen, „bleibe dabei ruhig und emotionslos,“ sagt Katalina und bespielt das Bild. Die Kralle ausgefahren, ein Loch im Stoff, mühsam Gebügeltes zerknautscht, im Ton des zerreißenden Stoffes ein Lied entdecken. Heile Gemeinschaften ehren alle Mitwesen in ihrer eigenen Kraft. Coyote-Lehrerin ist eine. … Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse weiterlesen

Blog wird Buch

Der Blog wird zu Papier gebracht. Wahrscheinlich weil ich konservativ bin, was meine Arbeit betrifft. Es gibt die Originale, die Postkarten-Collagen, ich drucke die Texte aus und halte gerne was in Händen. Ich mag Papier, Struktur, Befühlen, Hören. Also alles gepackt und ins Nachbardorf zu einer Freundin, Sabine Moosmüller, in die Werkstatt der Buchbindemeisterin. Die, mit der ich jeden Mittwoch zur Christa in die Wirtschaft gehe. Nach zwei Monaten Meditation im Zenkloster ist Sabine endlich wieder da. Ich habe bis jetzt ohne ihre fachkundige Unterstützung geklebt, gefaltet, geschnitten. Frei Hand. „Hm,“ sagt sie, „das hört sich nach Pfusch an, aus Handwerkerinnensicht. … Blog wird Buch weiterlesen

Ich gebe meine Stimme frei

Meine Stimme – ich habe sie wiedergefunden. Als Kind war sie noch verbunden mit anderen Welten und sie war frei. Damals habe ich gerne gesungen, tiefe, seltsame Töne von mir gegeben, stundenlang. Dabei habe ich riesige Flächen mit Zeichenteppichen überzogen, mich in Trance gesungen, geschaukelt, den Linien Klänge gegeben und alles knarzend benannt, was ich tue. Bewegung, Klang, Bild – alles war noch miteinander verknüpft. Die Kunst der Kindertage, die von einem heilen Ausdruck erzählt. Was ist dann passiert? Bildungsstätten, vereinbarte Codes erlernen müssen. Intellekt war gefragt, rationaler Zwang. Mein Singen wurde beschämt, Zweifel an meiner Stimme kamen auf und … Ich gebe meine Stimme frei weiterlesen

Council und Herzenskriegerin

Die ersten Tage im Jahr auf Reisen, in der Schweiz, zur Herzenskriegerin. Die Aussenwege eingeläutet mit einem Council. Die Nächte sind noch kalt, auch wenn das Feuer im Tipi kräftig ist. Der Redestab ist aus seiner Höhle gekommen, Geschichten haben sich ins Feuer erzählt, in Worten, im Gesang, im Schweigen. Sätze ins Feuer legen – ich übernehme die Verantwortung für meine Worte, die Anerkennung gebührt dem Kreis – das Schweigen ist so willkommen wie die Worte – im Council ist alles heilig, meine Freude, meine Wut, meine Antwortlosigkeit … Dem Lied des Feuers lauschen, den Atem sehen und am nächsten … Council und Herzenskriegerin weiterlesen

Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen

Vortragsthema Gemeinschaft. Was gehört zu tragenden, heilen Gemeinschaften? Was können wir von den First Nations dazu lernen? Wie ist es umzusetzen? Indem ich zum Beispiel mein Riesenbild zu den Frauen trage, wir gemeinsam überlegen, wie sich der Vortrag choreographiert und wir anfangen uns auf dem Stoff zu bewegen. Christine, Monika, Ursula – tanzen, bewegen, befühlen, was die Bilder erzählen, was in den Kreisen für Medizin ist. Die Frauen begegnen sich, besingen das Bild in einer langen Nacht. Reisen, Geschichten, Gespinste, Verwebtes – der Duft von kraftvoller Gemeinschaft. Meine professionellen Ritual-Performance-Freundinnen, mit denen ich so viel lachen kann, so viel Tiefe … Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen weiterlesen

Werkprozess II – mit Katze

Es geht langsam im Winter. Ich bebrüte den Vortrag im frauen museum wiesbaden, krizzle Notizen auf Küchenzettel. Aus dem Spraydosengrau ist Pastellkreidengrau geworden. Die Sprühtests – zum Glück gemacht – verliefen chaotisch. Die Kreiden sind sicherer, dauern länger. Das Bügeleisen versaut, Kratzaktion. Arbeiten im Speicher, der kalt ist. Katalina ist immer dabei. Sie zieht unsichtbare Muster, als ginge sie auf Geisterpfaden. Wenn ich ihre Wege zeichnen würde, kämen seltsame Landkarten, sich überlagernde Diagonalen, Quadrate dabei heraus. Sie scheint einen Plan zu verfolgen. Dias herrichten, Beamertest, komplizierte Idee gehen nicht, das Einfachste ist die Lösung. Erinnerungen an den Hikoi, an die … Werkprozess II – mit Katze weiterlesen

Hinter der Hag

Auf der Hütte, hinter der Hag, hinterm Dorfrand, fast schon in der Bergwildnis. Und dementsprechend sehen die aus, die zu Besuch kommen. Ein Hermelin, das zum Fenster hereinschaut und uns den Tag über begleitet. Eine Wölfinfigur. In den Bergen bei Ursula Kaiser, einer uralten Freundin, mit der ich ganz neue, alte Wege wiedergefunden habe. Sie hat mir früher Zaubergärten gezeigt und wie ich Skulpturen formen kann. Mit ihr habe ich Trommelsessions auf Kochtöpfen gemacht und in Regentonnen gebadet. Alltag zelebriert. Jetzt bestaune ich wie sie Wohnorte für Geister macht und die Spirits einlädt, Platz zu nehmen in den geheimnisreichen Figuren. Die … Hinter der Hag weiterlesen

Der Zauber der Küchennotizen.

Einkaufszettel und Küchennotizen, oft Nebenbeiprodukt auf weißem, quadratischem Schmierzettel. Und doch sind es Sammelstellen, an denen verschiedene Menschen zusammentragen, was es braucht für das gehaltene Haus. Und da erlebe ich die Küchennotizenverzauberung bei Freunden. Eine bemalte Schiefertafel in der Küche und Kreide dazu. Es ist eines der wenigen verbliebenen Werke des Künstlergroßvaters. Sammelstelle mit Ahnengeist. So eine Tafel wünsche ich mir auch und schreibe es auf meine „Wie-ich-Zauber-in-meinen-Alltag-webe“-Liste. Diese Notiztafel erzählt mir immer Geschichten. Manchmal ist es wie ein Lied. Hier ist es das Staubsaugerbeutel-Honig-Oregano-Lied. Das hat einen ganz anderen Geschmack als Zimt-Mehl-Katzenzeug zum Beispiel. Ich höre auf den Klang, … Der Zauber der Küchennotizen. weiterlesen

Spraydosenpanik im Werkprozess

Die Spraydosenaktion ist verschoben. Magische, neue Wege. Monika hat nachgefragt, „was willst du denn ausdrücken mit dem roten Kreis, der gesprüht werden soll, wofür steht er?“ Das Feuer, die Gemeinschaft selbst, das Zentrum, das Verbindende. „Vielleicht passt es dann nicht, dass du es alleine machst, wenn es um Gemeinschaft geht und du ebendiesen Geist rufst. Kannst du dir vorstellen, dass wir mit den Frauen zusammen das Feuer aufrufen, es betanzen, nähren und du dann erst sprühst?“ Ja, ein großes Ja, so werden wir es machen. Es hat Zeit. Spraydosenpanik im Werkprozess weiterlesen