Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess

Im April halte ich im frauen museum wiesbaden einen Vortrag. Der Prozess, bis der Vortrag steht, hat dort keinen Raum, weil die Ergebnisse, die Essenz genug an Zeit und Intensität sind. Wie entsteht so ein Vortrag, ein Buch, eine Ausstellung? Im Blog ist Raum für genau diesen Teil meiner Arbeit. Der Raum hinter den Kulissen, der Werkraum, das Atelier. Das Banale, scheinbar Unscheinbare. Blog-Raum für das Prozesshafte, die Nebenbeibilder, die Zwischenstadien, das Unfertige. Für meine Fragen, das Hin und Her, das Scheitern und Verwerfen. Für die verworfenen Konzepte. Der Blog selbst ist ja sowas wie ein Werkprozess. Skizzenhaft, wie die … Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess weiterlesen

Computer und Alltagsmagie

Einer der geheimnisvollsten Plätze ist mein Computerplatz. Postkasten Nummer 2 neben meinem Welcome-Kasten vor der Haustüre. Zentrale Schaltstelle, an der ganz ungeheuerliche Dinge passieren können. Daten verschwinden, überraschende Auf-Lösungen, Geisterbotschaften und so weiter. Und das passiert nicht, weil ich zu blöd bin und eine falsche Tastenkombination gedrückt habe, meistens jedenfalls. Gut, manchmal schaltet sich Katalina ein, latscht über die Tasten und zaubert was weg oder her. Sie sieht sich als Erfüllungsgehilfin mancher Spirits und versteht nicht ganz, warum ich unwillig werde, statt entspannt meine Alltags-Koans zu lösen. Der Computer, ich habe ihn lange unterschätzt. Jetzt ist er für mich sowas … Computer und Alltagsmagie weiterlesen

Einverleibungen und Wirtshausbilder

Ein Essen bei der Christa im Wirtshaus. Dort, wo sich illustre Kreise einfinden. Der Frauenstammtisch neben den Alteingesessenen – was für ein Wort! – unsere Schmarrnrunde, die Fremden, Touris, Hoagascht-Leute, MusikerInnen und Moritz, der Kater dazwischen. Für Katalina was von den bunten Guatln mitgenommen. Auf keinen Fall ein Portrait, sagt Christa. So sieht es dann halt aus. Unter einem Salatblatt finde ich auf einmal eine Frage. Sie liegt da wie eine Schnecke und ich fische sie heraus. Was verleibe ich mir ein? Welche Geschichten, welche Bilder, Wörter, welche Farben? Salat und Grün, wie mein Pulli oder Rote-Beete-Rot mit drei Zeitungsartikeln? … Einverleibungen und Wirtshausbilder weiterlesen

Spielgefährtinnen und mehr

Nicht nur die Katzen, auch die Freundinnen, Weg- und Spielgefährtinnen, die Gschpöndlis (so klingt es in der Schweiz) will ich portraitieren. Die, die mich aushalten, denen ich mich zumuten darf, die mich nähren und inspirieren, mit denen ich Pferde stehle und Abenteuer bestehe. Mit denen ich schweigen kann, die meine Tränen teilen und mein Lachen. Und mit denen ich noch zehnfünfhundertundmehrtausend Dinge teile. Wie ehre ich meine Freundinnen? Mache ich es oft genug? In Worten, mit Blumen, mit meiner Zeit oder Überraschungen? Kein Buch, kein Bild, keine Geschichte gäbe es ohne sie. Ich könnte Orden häkeln oder Hymnen an die … Spielgefährtinnen und mehr weiterlesen

Morgenzeiten

Mein Alltägliches beginnt morgens. Genauso wie auch mein Besonderes morgens beginnen könnte. Den Anfang meines Tages heiligen. Mit meinen StudentInnen habe ich einmal ein Projekt gemacht „Ein scheinbar ganz normaler Tag“. Sie haben den Tag dokumentiert, fotografiert, beobachtet, angefangen Rituale zu kreieren, Verrücktheiten einzubauen, etwas andersherum zu machen, den Fokus auf Neues gerichtet wie die Tiere, die mir begegnen, den scheinbar normalen Tag rückwärts gegangen-gedacht und vieles mehr. Und so wurden aus den normalen Tagen durch veränderte Sicht und ihre Umsetzungen ziemlich aussergewöhnliche Alltage. Morgens mache ich den Tag zu meinem Tag, da verbinde ich mich mit meiner Magie, manchmal … Morgenzeiten weiterlesen

Blogbeflügelt

Der Faden ist gefunden, es macht Spass und beim Hinspüren, was mir so ein Blog gibt, komme ich auf eine spezielle Medizin. Es hat mit Spielen zu tun. Kein Projekt daraus machen, kleine Postkartenbilder kreieren, die auch wieder verschwinden dürfen. Alltagszauber, dem ich den Blog widme. Mein „About“ spielerisch weiterspinnen. So habe ich schon manchmal etwas zuerst als Wort in der Vita in die Welt geschrieben und dann ist der Inhalt gefolgt. Das war mit der Tänzerin und der Reisenden so. Ich wollte es sein, habe einfach gesagt, dass ich es bin und dann ist das Werden gefolgt. Es hergesprochen. … Blogbeflügelt weiterlesen

Mein Dorf – Alltagserforschung

Mein Blog fordert mich heraus, unerwarteterweise. Ich suche meine Form, in jeder Hinsicht. Die Findung lässt warten.  Also spiele ich ein bisschen. Besonders poetisch lässt mich der Blog nicht sein und politisch fände ich irgendwie blöd bei den vielen guten Politblogs. Was dann? Und da lande ich beim Alltag. Vielleicht versuche ich mich als Alltagserforscherin, das würde zu dem passen, womit ich mich seit einiger Zeit beschäftige – Schamaninnen, Hausfrauen und andere merkwürdige Wesenheiten. Alltag erforschen. Wie bringe ich Zauber in meinen Alltag, wie bleibe ich mit meiner Magie verbunden? Wie mache ich die festen Grenzen zwischen Heiligem und scheinbar … Mein Dorf – Alltagserforschung weiterlesen

Positive Verstärkung

WordPress schreibt mir, „your 2010 year in blogging“. Wie viele Leute den Blog angeklickt haben, wie viele Artikel und Bilder ich gesetzt habe, woher die Lesenden kamen und so weiter. Diese mail bekommen ja alle BloggerInnen von WordPress und sicher auch die positiven Verstärkungssätze. Dennoch, ich nehme sie persönlich, freue mich, fühle mich bestätigt und positiv verstärkt. So amerikakritisch ich bin, so genau schaue ich mir an, wie sehr sie sich gerade in den unteren Schulklassen an den Potenzialen orientieren, im Gegensatz zu uns – am Mangel orientiert. Allein der Satz „We think you did great!“ Den koste ich so … Positive Verstärkung weiterlesen

Landkarten verzeichnen – Gemeinschaftsbildung

Für einen Vortrag im Frühjahr im frauen museum wiesbaden fange ich an, Landkarten zu verzeichnen. Es geht um die Kraft der reifen Nordfeuer, das, was eine Gemeinschaft nachhaltig trägt. Die Erfahrungen bei den Maori und den First Nations Kanadas werde ich meine Landkarten einzeichnen, in Verbindung mit dem, was ich mit Frauen erforscht habe zum Thema tragende Gemeinschaften. Das Verzeichnen von Landkarten ist wie das Abklopfen, ob ich es verstanden habe. Finde ich stimmige Bilder? Kann ich damit alles erzählen? Die Landkarten sprechen meine Bildersprache. Ich spiele mit der Kreisform, mit dem Netz, einer Bootsform. Noch passt nichts so recht. … Landkarten verzeichnen – Gemeinschaftsbildung weiterlesen

Das Boot der Klänge

Alles ist tief verschneit, Winter macht die Wege gefährlicher, schwieriger und ich ziehe mich zurück ans stille Feuer. Ich besteige ein Boot, das zu unserer Muttersprache gehört, das Klangboot, das die Gesänge, die Töne hat, die in andere Ebenen tragen, weit hinaus ins Nagual. Das Boot des Klanges ist bei mir ein beschädigtes Boot gewesen, weil meine Stimme nicht den Anforderungen schulischer Normen genügt hat. In Sibirien durfte etwas davon heilen, weil ich erlebt habe, dass sich die Menschen freuen, wenn ihnen jemand ein Lied schenkt, unabhängig davon wie die Stimme ist. Es ist gewürdigt worden und das hat mir … Das Boot der Klänge weiterlesen