Die schwierigen Unheiligpassagen

Am Arkunafeuer im Heilehaus mit den Frauen die schamanische Kraft im Alltag erforscht. Diesmal habe ich sehr genau hingespürt an die Übergänge, wieviel Aufmerksamkeit gerade die Zeit in transition braucht. Dann, wenn wir aufstehen und uns umziehen, aufs Klo gehen, aufräumen, wenn die Pause ist, der Tisch gedeckt wird, wenn die scheinbar banaleren Passagen kommen. Vielleicht sind sie die wirklichen Test- und Lehrpassagen. Da kann ich erproben, ob ich in meiner Kraft, Aufmerksamkeit, Lust und im wachen Forscherinnengeist bin, ob ich in meiner Magie bleibe, ob ich schnell unruhig werde beim Packen, in Eile komme, ob ich meine Erkenntnisse, meine … Die schwierigen Unheiligpassagen weiterlesen

Ich gebe frei

Nachdenklich – Thema Nähe und Distanz. Es schiebt sich gerade dieses Thema öfter rein. Viele mir nahe Menschen leben weiter weg. Wir teilen den Alltag nicht miteinander und können uns auch nicht mal schnell zum Tee oder Ratsch oder Spaziergang abholen und die gekochten Speisen miteinander teilen, weil die Distanz zu groß ist. So gibt es punktuell große Nähe, Intensität und dann wieder ein Eintauchen in unterschiedliche Alltage. Ein Paradox unserer Gesellschaft. Wie damit gut umgehen? Mit meiner uralten Freundin Monika habe ich das Thema befühlt, hin- und hergedreht, Muster herausgeschält und wir haben etwas gefunden, das es uns leichter … Ich gebe frei weiterlesen

Über die Grenze gehen

Über die Grenze, Schweiz, mit den Büchern und vielen Zollpapieren. Da kann ich Grenzen gut erkunden, denn es ist kein schnelles Durchfahren, sondern ich muss hin und herlaufen, in die verschiedenen Häuschen und mit den Grenzhütern sprechen. Da sind alle Sinne wach und ich mache mich in der Situation gerne unsichtbar. Manchmal, indem ich rede, frage, ganz leutselig scheine und manchmal, indem ich versuche, mich wirklich nicht wahrnehmen zu lassen. Ich glaube, ich steuere das hauptsächlich über die Augen und den Atem. An der Grenze konzentriere ich mich stark auf das, was in der Luft liegt. Ausweichen, durch Schleusen gehen, … Über die Grenze gehen weiterlesen

Tänze und Lebensräume

Während ich meine Spuren im Neuschnee ziehe, lasse ich die Gedanken fliegen. Die Skier gleiten gut durch den Schnee, ich kann endlich von der Haustüre losfahren. Gedanken zu Lebensräumen. Wir werden in jedem unserer Lebensräume Filme machen, in Meas schöner Bauernhausküche, in meiner neuen Einbauküche, in Ingas kleinem Stadthaus. Unsere Lebensräume sind sehr verschieden und überall ist es möglich zu tanzen, den Alltag zu bezaubern, neugierig und schräg, sinnlich oder stürmisch die Lebendigkeit in allem zu erfahren, das Leben zu feiern. Es geht auf dem Land, in einer kleinen Stadtwohnung, auf Holz, Fliesen oder Linoleum. Ich tanze heute zwischen Geschirrspüler und … Tänze und Lebensräume weiterlesen

Viehräucherung und Küchenzauber

Mein Stall samt Vieh ist geräuchert. Es ist das Bilder- und Bücherlager samt Bewohnern. Jetzt ist alles bereitet für die neuen Bücher. Es ist ein großes Glück, dass meine uralten Freundinnen Mea und Inga Performancekünstlerinnen sind. Alle Performances machen wir zusammen, gestern in Meas Küche. Butoh, Suppenzauber,  Tiefe und Alltag getanzt. Es war ein Filmtag fürs Museum. Keine von uns kann filmen, schneiden auch nicht. Egal. Wir haben auch schon Tonaufnahmen mit einem alten Kasettenrecorder gemacht wie zu Fluxuszeiten. Da hole ich gerne einen geschenkten Satz hervor. Alle sagten, das geht nicht, eine wusste das nicht und hat es einfach … Viehräucherung und Küchenzauber weiterlesen

Innenreinigung

Die Jahresfeste, wie Brigid–Lichtmess sind für mich mittlerweile Zeiträume geworden. Die Brigidzeit ist eine wichtige Innenreinigungszeit. Zum Kühlschrank abtauen beispielsweise. Während innen alles leer wird, ausgewischt, beleuchtet, geräuchert, hütet die Kälte draussen das Essen. Die Filze und Wolldecken waren drei Tage und Nächte draussen, während ich innen die Stellen darunter gereinigt habe. Es ist eine gute Zeit, Gegenstände, die ich mir angeschafft habe, zu warten, zu reinigen. Es gibt Etliches, das gewartet werden will. Mir Zeit nehmen dafür, spüren wie wenig das Warten von Dingen üblich ist in unserer Austauschkonsumierbeliebigkeitsgesellschaft. Es ist aufwändig. Es zollt den Dingen, den Ressourcen, den … Innenreinigung weiterlesen

Winterbilder

Dem eisigen Winter zollen die Leute hier großen Respekt. Die Alten vom Dorf sind froh, „gut so,“ sagen sie,“es braucht die Kälte.“ Man weiß damit umzugehen. Die Wildtiere werden unterstützt, Vögel, Scheunenkatzen, Greifvögel. Die Filze auf der Bank vor dem Haus werden von den wilden Katzen aufgesucht, die anderen machen keinen Schritt vor die Haustüre. Buntspecht, Gimpel und die Meisen sind zum ersten Mal in diesem milden Winter Gäste. Ich rücke näher an den Ofen und suche in den unbewohnten Häusern Eisblumen. Innenreinigungszeit, Vorbereitung für den Frühlingsaufbruch. Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Dorfweiher. Erinnerungen an Julika, die mich immer gelockt hat, … Winterbilder weiterlesen

Brigid in den Bergen

Brigid – Lichtmess auf der Hütte in den Bergen gefeiert mit Ulla und Miri. Bekräftigt, was uns wichtig ist, durch das Tor geschickt, aufs Lichtschiff gesetzt, wofür wir gehen wollen. Beim Hollerbusch im Schnee drei Kerzen, ein weißes Süppchen dazugestellt, eine Teeblume bestaunt, gelacht, geteilt, gefeiert. Gabriele, eine Freundin aus dem Havelland erzählt, dass ihre Kühe jetzt zu Lichtmess anfangen zu kalben und sie erinnert mich daran, dass es eine gute Zeit ist, Filze und Wolle zur Mottenverabschiedung in die klirrende Kälte zu hängen. Brigid in den Bergen weiterlesen

Wintergeist

Meine Winterartikel sind ganz anders als die Sommergeschichten, fällt mir auf. Als wollte jetzt viel mehr in der Tiefe ergründet werden. Das bringt es wohl mit sich, wenn ich mich in den Jahreszeiten beheimate. Ich schicke fehlerhafte Daten nach Riga, dann schreibe ich dauernd Estland statt Lettland, auch im Impressum. Vielleicht will ich eigentlich nach Tallinn, da hat es mich schon öfter hingezogen. Dann vergrößert sich gerade das kleine Loch des ?Und-was-mache-ich jetzt?. Ich lausche den Geschichten um mich herum, die von einer Soll- bis Mussproduktivität erzählen oder vom Pflicht-Flow, vom Machbarkeitswahn und den Ansprüchen. Wintergeist wird gerade da sperrig, … Wintergeist weiterlesen

Brot und Salz ins neue Haus

Weil eine liebe Freundin umgezogen ist, betrachte ich das Thema Umzug wieder einmal genauer. Umzüge gehören zu den Ereignissen, die ganz oben stehen auf der Liste dessen, was Stress und Angst auslöst und unser System extrem herausfordert. Ein Umzug, noch dazu im Winter, hat meine ganze Anerkennung für das, was da geleistet und gehalten worden ist. Gegenstände wollen überprüft werden, bewegt, verabschiedet, entbunden, neu zusammengestellt, es braucht viele Entscheidungen und es ist eine Zeit von Ungewissheiten. Für einen Umzug können wir uns tief wertschätzen, das ist eine große Leistung. Und so freue ich mich, Inga in ihrem schönen Häuschen zu … Brot und Salz ins neue Haus weiterlesen