Reich beschenkt, winterstill

Es liegen so viele Geschenke auf meinem Küchentisch. Die Post bringt sie mir oder sie sind in den mails und das Leben trägt sie her. Sterne, Wünsche, Bilder, Stoffliches und Wortnahrung, Essbares, Lesestoff und Leinenstoff. Vielen Dank! Es liegt alles auf meine Altären, beim Arbeitstisch, im Lebensraum. Weil ich keine Weihnachtspost schreibe und es die Rauhnächte staad mögen, singe ich Lieder. Vielleicht sind sie zu hören, dann, wenn der Tag in die Nacht übergeht. Nun gut, sie klingen vielleicht nicht glockenhell, aber das, was ich alles reinsinge, das könnte schon gut kommen. Ich singe jetzt lieber als ich schreibe, weil … Reich beschenkt, winterstill weiterlesen

Durchlichtungen

Einer Eingebung folgend, putze ich die Fenster, zumindest die allerwichtigsten. Für den Durchblick, den klaren Blick und den scharfen Adlerinblick. Ich will durchschauen können, glasklar bis zum Wald hinter und noch weiter. Weil ich die hohe Kunst des Fensterputzens nicht recht beherrsche, setze ich meist auf eine günstige Mondzeit. Während ich putze, rufe ich den Weitblick und manchmal das helle Sehen. Wenn es getan ist, freue ich mich und schaue gerne lange durch alle geputzten Fenster. Weit kann ich jetzt sehen, ohne Trübungen und nirgendwo verhakt sich der Blick. Der getrübte Blick auf etwas, das liegt bisweilen am verdappten Brillenglas. … Durchlichtungen weiterlesen

Rauhnachtsvorbereitung

Die Woche vor Rauhnachtsbeginn. Das Ende der Spinnstubenzeit naht, traditionell muss der Rocken vorher abgesponnen sein. Mein Rocken samt Flachs ist gerade ein Flyer für´s Museum, Steuerteile, Kunst – mein Alltägliches, mein Tagwerk. Ich lande in Spanien bei Doña Catalina. Sie hat mir das Spinnen beigebracht. Im Sommer Spinnen lernen wollen, das fand sie komplett bescheuert. Dementsprechend schaut sie auch drein. „Du weißt ja gar nichts,“ hat sie gegrummelt,“nicht wann man was lernt, nicht wann man was tut oder lässt und dann wunderst du dich.“ Der Text hätte auch von meiner Katzen-Katalina sein können. Jetzt werde ich mein Nähkästchen ordnen … Rauhnachtsvorbereitung weiterlesen

Jahresbeginn, Katze und Kracher

Diesmal war es ihr zu viel. Katalina hat mich geholt, um die Kracher draussen abzustellen und zum Kuscheln, weil es so eine Zumutung war für sie. Wenn ein heftiger Sturm ist oder in der Silvesternacht flüchten manche Vögel in den Speicher, fliegen durch die Fledermausöffnungen. Auch das hat sie mir am Morgen gezeigt, dass Vögeln da sind, die wir rauslassen müssen. Sie ist gut gelaunt morgens, weil sie die Nacht an und auf mir verbracht hat und die große Decke für sich hatte. Sie schaut den Kindern zu, lässt sich warme Brezen bringen, erzählt von ihrer Nacht. Katalina hat was … Jahresbeginn, Katze und Kracher weiterlesen

Rauhnachts-Blues und Silvestermuffeligkeit

Silvesterfeste mag ich nicht. Das war schon immer so. Es ist nicht so ganz salonfähig, mittlerweile haben sich aber alle daran gewöhnt und ich kann es kultivieren. Das erleichtert die Sache ungemein. An Silvester ist mir nicht nach groß feiern. Ich lausche nämlich meist dem Rauhnachts-Blues und mag die Stille. Ich stoße gerne auf mich und das Leben an und alle, die mit mir Wege geteilt haben. Wenn du heute so einen feinen Plim-Ton hörst, den du nicht recht zuordnen kannst, dann war ich das. Auf die kommenden Wegkreuzungen. Rauhnachts-Blues und Silvestermuffeligkeit weiterlesen

Spuren im Schnee

Langlaufen – ich ziehe meine Spuren im Schnee, fahre über Felder, durch den Wald, kreuze Straßen, begegne verschiedenen Wesen, fahre manchmal morgens, dann in der Mittagssonne oder ins Zwielicht und die Nacht hinein. Und dabei lese ich die Spuren. Es ist wie eine große Landkarte. Ich treffe auf alte Spuren von mir, geniesse es zuweilen, auf bereiteten Wegen zu fahren, dann wieder will ich die ausgetretenen Pfade verlassen und neues Land betreten. Es ist anstrengender und es hat den Reiz des Unbekannten. Dann trägt mich Neugier. Einmal habe ich mich verirrt und immer war es bereichernd. Die bekannten Spuren sind … Spuren im Schnee weiterlesen

Rauhnachtswege

Das H von Rauhnacht behalte ich, weil das Rau-nacht den Sinn verschwinden lässt. Alles darf langsam sein. Von der Haustüre weg mit den Skier über die Felder fahren, durch den Wald. Es gibt noch keine Spuren, ausser die der Tiere. Ich ziehe meine eigenen Spuren, neue, im Schnee. Sitze bei einer alten Hollerin, lasse mich einschneien, horche auf den Wind. Wenn ich einschlafe, werde ich ganz sanft sterben. Ich erinnere mich an eine Filmszene von Kurosawa, als die Tödin kam, mit den Schneeflocken tanzte, bunte Bänder im Zeitlupentempo im Wind wehten. So stirbt es sich im Schnee, dachte ich. Zeit … Rauhnachtswege weiterlesen

Rauhnächte

Die geheimnisvollen Rauhnächte kommen. Die Zeit zwischen den Jahren, die Zwölfer, die Zeit der Percht und ihrer wilden Jagd. Seit einigen Jahren finde ich die Rauhnachtszeit schwierig, anstrengend, endlos lang. Letztes Jahr wollte ich dem auf die Spur gehen. Traditionell ist es eine Auszeit, eine Zeit, in der keine Wäsche gewaschen, nicht mehr gesponnen und keine Alltagsarbeit verrichtet werden soll. Ich liebe eigentlich Auszeiten und dennoch knarzt es in den Rauhnächten, es fühlt sich nicht greifbar und sperrig an. Ich bin froh, wenn sie vorbei ist. Das allerdings erst seit ein paar Jahren. Ich bin darauf gekommen, dass das „Wäschewaschen“ für alles … Rauhnächte weiterlesen