Katzenspiegel

Katalina und das Essensthema samt Stoffwechselproblematiken. Bei anderen hätte ich wahrscheinlich ganz schnell den Einfall gehabt, dass die Themen des Tierwesens an ihrer Seite was mit ihnen zu tun haben könnten. In Bezug auf Katalina und mich ist mir das gar nicht in den Sinn gekommen. Betriebsblindheit. Meine kleine Katalina spiegelt mir ja überdeutlich das Thema Essen – Ernähren – Verdauen. „Wie lange noch,“ hat sie gefragt. „Wie vor allem noch? Für die ganz Blinden.“ Und kaum ziehen einige Monate ins Land, beginne auch ich zu begreifen, das Katalina vielleicht ein Spiegel ist. Jetzt höre ich auf die Geräusche des … Katzenspiegel weiterlesen

Münchentag

Ein frühlingshafter Tag in München. Die erste Buchauslieferung zu Lillemors Frauenbuchladen. Münchenfreuden – mit Luisa im Café Glockenspiel am Marienplatz. Im fünften Stock über den Dächern genüsslich Bienenstich und zeitlose, bunte, duftende Ratschaustauschvertiefungsflüge kosten. Im Klo dann in der Warteschlange Fotoexperimente. So ganz habe ich die Kamera noch nicht im Griff, denn eigentlich sollte man uns beide sehen. Zu sehen sind zwei andere Frauen, die ich natürlich nicht im Blog zeigen kann. Das ist heute ein sehr tiefgreifender Artikel. Ich sag´s nur, falls es auf den ersten Blick nicht auffällt. Münchentag weiterlesen

Haare

Das Thema Haare ist brisant, weil ich zur Friseurin gehe. Weil ich praktische Haare habe, reicht es, sie zweimal im Jahr schneiden zu lassen. Früher war das anders, da hatte ich gefärbte Haare, Hennahaare, grüne Streifen, Dauerwelle sogar mal, Zöpfe, toupierte und kurz geschnittene Haare. Vor vielen Jahren hat jemand zu mir gesagt:“Your hair turns to silver.“ Seitdem lasse ich sie, wie sie sind. Es war dieser Satz, ich wollte gerne silbern sein. Ich wollte mal Friseurin werden. Dummerweise habe ich damals nicht verstanden, dass die Haare von Puppen keine nachwachsende Ressource sind. Um in Übung zu kommen, habe ich … Haare weiterlesen

Die Bücher sind da

Dreitausend kleine Alltags-Logbücher sind gekommen, aus Jelgava, über Berlin-Schönefeld bis vor die Garage. Das war sehr aufregend, es rundet sich der Blog von eineinhalb Jahren. Die intensive Buchmachzeit des Herbstes und Winters ist jetzt materialisiert. Katalina war dabei, sie mag LKWs und Kistenstapel und ausserdem ist es auch ihr Buch und sie ein kleiner Blogstar. Zwischen um- und abladen gibt es ein Dokumentationsfoto, das viel sagt. Ich habe nichts gemacht an diesem Bild. „Du brauchst keinen Pumuckl,“ hat Sabine gesagt,“du hast deine Katalina.“ Zuerst habe ich ein Buch im Haus herumgetragen, zu allen Spirits, zu den Altären, zu Dae Shin … Die Bücher sind da weiterlesen

Sprachbefühlung auf der Couch

Weil ich in meinem bayrischen Dialekt sehr zu Hause bin, erschliesst sich mir die große Bandbreite und Tiefe der bayrischen Spiritualität. Das Bayrische ist wirklich sehr spirituell.  Ganz ohne Schmarrn. Das war sogar Thema beim Heilerinnentreffen. Die prägnanten Sätze, das enorme Ausmaß an umfassendem Erkennen, Vielschichtiges auf den Punkt gebracht, kurz und bündig. Es is wia´s is. (Es ist, wie es ist). Das ist nicht wirklich übersetzbar, es braucht den Klang dazu. Tiefste spirituelle Erkenntnisse gepaart mit Klangzauber. Die bayrischen Tiefensätze reißen mich aus dem Bierernst, dem Jammertal oder der Wursthaut von der beleidigten Leberwurst. Ich sage sie ein paarmal … Sprachbefühlung auf der Couch weiterlesen

Ratschen, Zusammensitzen, Beieinandersein

Eine besondere Qualität hat gerade das Zusammensein mit anderen und sich dafür Zeit nehmen. Zusammensitzen, etwas ergründen, fragen, zuhören und so lange dabei bleiben, bis sich was klärt, verstanden wird. Es braucht Ausdauer. Es ist ein sich einlassen auf eine Reise. Und wie bei einer Aussenreise befinde ich mich auch irgendwo und kann nicht einfach wegfliegen. Dabeibleiben, den Urfaden halten oder sich in ganz neue Gefilde treiben lassen. Es ist sofort spürbar, wenn was durch ist, frei wird, wenn auf einmal was Neues mit am Tisch sitzt oder Schätze geborgen werden. Eindrückliche Momente. Tiefengespräche und die Freude darüber, dass so etwas … Ratschen, Zusammensitzen, Beieinandersein weiterlesen

Zeitenbeheimatung

Beim Filmschneiden und Seminarvorbereiten liegt das Thema Zeit auf dem Tisch. Wie ist meine Beziehung zur Zeit? Ich hangle mich an Zeitlinien entlang, wähle Zeitlupe, ordne Zeitabläufe neu zu, nutze den Zeitraffer und gehe in Joanna Macys Tiefenzeitbelehrungen. Da geht es darum, wieder heimisch zu werden in der Zeit. Ich erkunde unser kollektives, geschrumpftes Zeitempfinden, wie Tempo und Dichte alles eng werden lassen und meine Poren verstopfen. Wie schnell muss ich Entscheidungen treffen, viele, gewichtige, dauernd, ohne Zeit für eine Überprüfung zu haben. Bei den langen Filmspuren komme ich auf die großen Zeitbögen. Im Augenblick heimisch sein, das gelingt immer … Zeitenbeheimatung weiterlesen

Kunterbuntes

Fasching war noch nie meins. Meine Konfetti sind aus dem Bürolocher und in Faschingszeiten glänze ich durch Humorlosigkeit. Es ist halt so. Ich bin damit fünfzig Jahre alt geworden und werde es wohl nicht mehr ändern. In Zeiten völliger Humorlosigkeit fahre ich am besten in ein Möbelhaus und kaufe einen neuen Schreibtisch oder sowas. Essensschälchen für Katalina gehen auch. Oder ich setze mich ins Edeka-Stehcafé und knatsche mit den ganz wilden Bauern zusammen über Politik und weitere Betrübnis erregende Angelegenheiten. Ich könnte meine Humorlosigkeit auch rituell tanzen, meistens fehlt mir aber genau dazu die Portion Witz, die nötig ist. Katalina … Kunterbuntes weiterlesen

Tänze und Lebensräume

Während ich meine Spuren im Neuschnee ziehe, lasse ich die Gedanken fliegen. Die Skier gleiten gut durch den Schnee, ich kann endlich von der Haustüre losfahren. Gedanken zu Lebensräumen. Wir werden in jedem unserer Lebensräume Filme machen, in Meas schöner Bauernhausküche, in meiner neuen Einbauküche, in Ingas kleinem Stadthaus. Unsere Lebensräume sind sehr verschieden und überall ist es möglich zu tanzen, den Alltag zu bezaubern, neugierig und schräg, sinnlich oder stürmisch die Lebendigkeit in allem zu erfahren, das Leben zu feiern. Es geht auf dem Land, in einer kleinen Stadtwohnung, auf Holz, Fliesen oder Linoleum. Ich tanze heute zwischen Geschirrspüler und … Tänze und Lebensräume weiterlesen

Eisduft

Der Februar ist bilderreich und winterintensiv. Ich rieche Eis und schmecke Schnee. Manchmal schmeckt der Schnee metallen. Katalina riecht ganz eigen nach Winter, wenn sie von Draussen kommt. Der Eglsee ist zugefroren und deshalb hat unser Dorf eine Eisdisco veranstaltet. Heiße Getränke, Schlittschuhlaufen zur wild gemixten Musik, Dorfratsch. Mich durch den Winter bewegen, auf Skiern und Schlittschuhen, tanzend, in Zeitlupe, wirbelnd mit riesigen Schuhen aus Alaska, feixend und dann wieder ganz still. Bunt ist der Februar und sehr weiß. Eisduft weiterlesen