Wölfinnentreffen

Wenn sich die weiße Decke der Langsamkeit und Stille übers Land legt, fordert Winter bei uns hier manchmal die Kraft der kleinen Feuer ein. Die Straßen sind zu, es ist nicht möglich in die Berge zu fahren wie geplant. So treffen wir uns dort, wo wir zu Fuß hinkommen. Und so sind es wenige Frauen am Feuer. Drei. Christine, Wildjugendbezähmerin, Wilde überhaupt, Clownende, eine, die ein Wolfsrudel hat. Inga, Tierflüsterin, Lehmbauerin, Kinderbezauberin. Und ich. Bei den Haida in Kanada war Winterzeit die Zeit, in der alle Tribes zusammenkamen und im Langhaus miteinander lebten. Es war die Zeit, der großen Zeremonien, … Wölfinnentreffen weiterlesen

Einverleibungen und Wirtshausbilder

Ein Essen bei der Christa im Wirtshaus. Dort, wo sich illustre Kreise einfinden. Der Frauenstammtisch neben den Alteingesessenen – was für ein Wort! – unsere Schmarrnrunde, die Fremden, Touris, Hoagascht-Leute, MusikerInnen und Moritz, der Kater dazwischen. Für Katalina was von den bunten Guatln mitgenommen. Auf keinen Fall ein Portrait, sagt Christa. So sieht es dann halt aus. Unter einem Salatblatt finde ich auf einmal eine Frage. Sie liegt da wie eine Schnecke und ich fische sie heraus. Was verleibe ich mir ein? Welche Geschichten, welche Bilder, Wörter, welche Farben? Salat und Grün, wie mein Pulli oder Rote-Beete-Rot mit drei Zeitungsartikeln? … Einverleibungen und Wirtshausbilder weiterlesen

Spielgefährtinnen und mehr

Nicht nur die Katzen, auch die Freundinnen, Weg- und Spielgefährtinnen, die Gschpöndlis (so klingt es in der Schweiz) will ich portraitieren. Die, die mich aushalten, denen ich mich zumuten darf, die mich nähren und inspirieren, mit denen ich Pferde stehle und Abenteuer bestehe. Mit denen ich schweigen kann, die meine Tränen teilen und mein Lachen. Und mit denen ich noch zehnfünfhundertundmehrtausend Dinge teile. Wie ehre ich meine Freundinnen? Mache ich es oft genug? In Worten, mit Blumen, mit meiner Zeit oder Überraschungen? Kein Buch, kein Bild, keine Geschichte gäbe es ohne sie. Ich könnte Orden häkeln oder Hymnen an die … Spielgefährtinnen und mehr weiterlesen

Oans, zwoa, drei, transformiert is

Das sieht nach gelungener Transformation aus. Aus Schwarz mach Weiß. An der magischsten Stelle des Hauses – nein, nicht dem Computerplatz – der Feuerstelle. Transformed. Ich sage es jetzt doch – das ist nicht Katalina. Es ist das Bärli aus der Schweiz. Das weiß ich, weil ich bei seiner Geburt vor Ort war und Katalina immer noch schwarz ist. Bärli und Iren haben ein feines Transformations-Foto hinbekommen. Wir winken spiegelverkehrt nach Wil ins Lichtblick-Zentrum. Oans, zwoa, drei, transformiert is weiterlesen

Hallo Post

Die Post gehört zu meinem Morgen. Was spült es es alles rein? Es gibt die magischen Posttage, alle Geschenke kommen gleichzeitig, freudige Überraschungen, kleine blaue Wunder, die Leertage, die so irritierend sein können, die Ahnungen, das Geräusch, wenn der Deckel klappert, Katalina, die es immer vor mir weiß. Die richtigen Blödposttage gibt es natürlich auch. Sie haben einen ganz eigenen Duft, der ihnen vorausgeht. Irgendwann habe ich einen Postkasten gebaut und bemalt, richtig groß, damit das Leben mir viele Geschenke schicken kann. Es ist ein Welcome-Kasten. Extra international. Im Sommer lege ich Blumen rein und ab und zu räuchere ich … Hallo Post weiterlesen

Nachtrag Morgen Teil II

Blog-Gespräch – mit Kim (ein G´schpöndli von mir und meine Coach) über die möglichen Peinlich-Leichen im Keller, wie Edeka-Stehcafé oder so. Und, dass ich merke, wieviel Energie es braucht, um sie zu vertuschen, vor sich selbst oder anderen. Dass ich mir sage, lass es oder steh dazu. Ich lasse sie frei, die Peinlichkeiten. Auf Bayrisch heißt das dann „na mei hoit“ oder „und scho“. Schau ma moi, dann säng ma scho (Schauen wir mal, dann sehen wir schon). Da hast du halt den Vorteil, dass du in Bayern lebst, sagt sie. Das funktioniert im Rest Deutschlands nicht. Wir brauchen dazu … Nachtrag Morgen Teil II weiterlesen

Stranger than Paradise

Morgen Teil II Die heiligen Morgenzeiten mit Tee sind vorbei, das Lied gesungen und dann – kommt ein kleiner Bruch. ————- Kaffeezeit im Supermarkt-Stehcafé. Stranger than Paradise – einer meiner früheren Kultfilme. Was im Film die Tankstelle war ist bei mir der Supermarkt. Dorfleute beim Einkaufen treffen, Einkaufswageninhalte analysieren, Lebensstudien betreiben. So könnte man es auch nennen. He and me. Orakel-Spektakel in der Tasse. Brezen und Kaffee und oft die besten Ideen. Geniale Einfälle, für die ich viele Mantras singen müsste. Morgenratsch mit Gustav. Christa holt noch schnell was fürs Wirtshaus, mit der Soundso und dem XY Neuigkeiten austauschen oder … Stranger than Paradise weiterlesen

Morgenzeiten

Mein Alltägliches beginnt morgens. Genauso wie auch mein Besonderes morgens beginnen könnte. Den Anfang meines Tages heiligen. Mit meinen StudentInnen habe ich einmal ein Projekt gemacht „Ein scheinbar ganz normaler Tag“. Sie haben den Tag dokumentiert, fotografiert, beobachtet, angefangen Rituale zu kreieren, Verrücktheiten einzubauen, etwas andersherum zu machen, den Fokus auf Neues gerichtet wie die Tiere, die mir begegnen, den scheinbar normalen Tag rückwärts gegangen-gedacht und vieles mehr. Und so wurden aus den normalen Tagen durch veränderte Sicht und ihre Umsetzungen ziemlich aussergewöhnliche Alltage. Morgens mache ich den Tag zu meinem Tag, da verbinde ich mich mit meiner Magie, manchmal … Morgenzeiten weiterlesen

Blogbeflügelt

Der Faden ist gefunden, es macht Spass und beim Hinspüren, was mir so ein Blog gibt, komme ich auf eine spezielle Medizin. Es hat mit Spielen zu tun. Kein Projekt daraus machen, kleine Postkartenbilder kreieren, die auch wieder verschwinden dürfen. Alltagszauber, dem ich den Blog widme. Mein „About“ spielerisch weiterspinnen. So habe ich schon manchmal etwas zuerst als Wort in der Vita in die Welt geschrieben und dann ist der Inhalt gefolgt. Das war mit der Tänzerin und der Reisenden so. Ich wollte es sein, habe einfach gesagt, dass ich es bin und dann ist das Werden gefolgt. Es hergesprochen. … Blogbeflügelt weiterlesen

Herdstelle und Küchenzauber

Die Feuerstelle im Haus, wichtigster Ort, Ahnenplatz, Hausschlangenkult, Transformationsplatz. Es war der heiligste Ort. Das Zentrum des Hauses, der Jurten, Ails und Tipis. Dort kamen die Menschen zusammen, zum Geschichten erzählen, um Verträge zu schließen, um Gäste willkommen zu heißen, um sich zu wärmen oder um schamanisch zu arbeiten. Und heute? Hier, in meinem Haus? Könnte ich mein Herdfeuer wieder heiligen. Ein Feuerbild hinten hingeklebt erinnert mich daran, was für ein Ort es ist, bindet den Elektroherd an das mächtige Feld all der Feuer in der Steppenweite, der Taiga, an all die Nomadenfeuer und an die Feuer meiner Großmütter an. … Herdstelle und Küchenzauber weiterlesen