Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken

Weil ich so frühlingsmüde bin, bin ich zur Zeit gerne im Schlafzimmer. Ins Zwielicht dösen, die Morgensonne wandern sehen, dem Vogelzwitschern lauschen, das mich als erstes weckt, mich von ihm wieder in den Schlaf singen lassen. Genussvolle Frühlingsmüdigkeit. Schlafzimmer, Schwellenraum zur Traumzeit. Im Bett liegen wie im Boot, das mich aufs Meer hinausträgt, in die Weite des Nagual. Vom Schlafzimmer aus die Traumpfade betreten. Der Ort, vom dem aus ich jeden Tag losreise in die Traumzeit. Wie gestalte ich diesen besonderen Raum, wie mein Boot? Gerne lasse ich mich von Lavendelduft auf der Reise begleiten oder lege Schafgarbe unters Kissen, … Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken weiterlesen

Sinnengeweitetes und Grünfindung

Mit grünen Siebenmeilenstiefeln und Reinigungsbegleitung ziehe ich durch Frühlingsland, schaue auf meine Wege, halte meine Nase in die Luft und folge dem Ostwind. Wenn meine Gedanken zu sehr kreisen, blende ich die Lieder der Vögel völlig aus. Ich werde das Lied, wenn ich einfach nur da bin. Es ist meine Aufmerksamkeit, meine Wachheit und Offenheit, welche meine Schritte lebendig werden lassen. Dann grünt es auf meinem Weg. So ist es, wenn ich über die Wiesen laufe, mit Eseln, Pferden, Hund und den Frauen die Wälder durchstreife und den Tiere zuschaue, wie sie ins Abendlicht hinein über die Weide galoppieren. Dann … Sinnengeweitetes und Grünfindung weiterlesen

Masken, Walpurgis und Maibaum

Walpurgische Klänge und Feuergesänge, Regennacht am See, Wolfsrudel dabei, vom Feuer getrocknet werden und in den Sternenhimmel gelacht miteinander. Mit Christine und Ulla Walpurgis gefeiert nach einem langem Maskentag. Die Geschichten der Masken kommen mit ans Feuer, sie erzählen etwas von der Clanmutter, der Gelassenen, dem Reh oder der Tödin. Wir haben die Länder unserer letzten Maske bereist. Es sind Medizinmasken und wir ergründen, wie diese Medizin ergänzt und vertieft werden kann oder welche neue Spur sich auftut. Wieder die Frage, was es macht, so kurz vor Neumondin rituell zu arbeiten, ob es nicht doch hilfreicher ist und alles klarer gesehen … Masken, Walpurgis und Maibaum weiterlesen

Eine Medizin für jeden Tag

Meine Medizin, meine Zaubersubstanz, die ich immer dabei habe, die nichts kostet und leicht zu tragen ist, ausserdem wetterfest, temperaturunabhängig, fast nebenbei in alles einzurühren. Weil es eine Zaubermedizin ist, taugt sie für fast alles – zur Ausbalancierung, zur Reinigung oder Kräftigung. Es geht so – ich entscheide, was ich brauche. Heute zum Beispiel den kraftvollen Schritt hinter die kleine Angst, denn ich will aufs Dach steigen und noch andere kühne Dinge tun. Also hole ich die Medizin aus mir heraus – ich bewahre sie in mir auf. Dann singe ich sie in alles, was ich esse oder trinke. Ich … Eine Medizin für jeden Tag weiterlesen

Heiliger Frühlingsputz

Entstauben, Winterreste wegkehren, Ecken ausfegen. Reinigung als wichtige schamanische Tätigkeit. Da bin ich doch gut dabei im Alltag, im Haushalt. Ich liebe meinen Staubsauger, ein magic tool, das mir alles reinigt. Er macht seine tiefen Gesänge, ich kann mich gesanglich einklinken, schiebe mit ihm durch die Zimmer, schalte manchmal auf High-speed oder Tiefenreinigung und gehe in dem Bewusstsein, dass ich all meine Verstaubungen vor ihn auf den Teppich lege und sie aufsaugen, entfernen, reinigen lasse. Er nimmt sogar das mit, was ich gar nicht sehe, weil es so winzig kleine Flunserl von … sind. Mögen sie alle wohlbehütet im Staubsaugerbeutel … Heiliger Frühlingsputz weiterlesen

Der Duft der letzten Tage

Schaffenstage voller Frühlingsduft. Kurz vor Lübeck noch in der Buchbindewerkstatt von Sabine meinen Blog in Leporelloform gebracht. Zählen, sortieren, kleben … Da stehen mir meine silbernen Haare zu Berge. Ich beobachte, wie die Hände lernen, be-greifen, ertasten. Routine lässt mich kurz mal g´schlampert werden. Mit den Händen werken hat etwas Altes, es ist wie in der Erde graben, es dehnt die Zeit und macht die Bilder vom Kopfkino unscharf. Katalina, sie spiegelt mir einen Teil in mir, der null Veränderung will. Immer alles am selben Platz, kein Verreisen, keine Abenteuer, kein Risiko. Die Katalina in mir heißt Weigerl. Sie findet … Der Duft der letzten Tage weiterlesen

Die Geisterbilder begraben

Im Frühling taucht besonders eines meiner Geisterbilder auf. Das der kundigen Pflanzenfrau, der mit der grünen Hand, bei der alles wundervollst wächst und gedeiht. Eine-meine Illusion in Grün. Ich bin keine Pflanzen- oder Gartenfrau. Alles beginnt nach kürzester Zeit zu verwildern, Eingepflanztes kommt nicht, es macht mir auch nicht wirklich Spaß, bis auf Bäume verstehe ich Pflanzen schlecht und so weiter – und doch gibt es da dieses Geisterbild von einer, die sich mit Pflanzen auskennen müsste. Ich nehme den Frühling und die Erneuerkraft und werde das Geisterbild begraben. Der Rauch von Artemisia und der helle Klang der Glocke begleiten … Die Geisterbilder begraben weiterlesen

Ein ganz normaler Tag

Morgenseiten, Edeka-Stehcafé, nochmal ins Café der Blumenschule, in Trödelscheunen nach alten Kochlöffeln und Mörsern gesucht wegen eines Kunstprojekts – aha – Post … ein Überraschungspaket. Schau an, was bist denn du für eines – versehrte Wörter, die auf Reisen gehen wollen und in eine bayrische Reha-Station kommen. Brigitte Schwarz schickt sie mir, sie gesellen sich zu meinen Wörtern auf Reha, albern ein bisschen rum mit ihnen und atmen Frühling in Blauweiß. Ich gehe zum Dorfweiher mit Christine, dort wo die Frösche so laut singen und die Seerosen im Sommer blühen. Ich werde meinen Kontrollfreak verabschieden. Wasser wird ihm guttun – … Ein ganz normaler Tag weiterlesen

Regenbogentage

Reisetage, die dem Neuanfang, der Regenbogentänzerin, dem Säen, den tragenden Gemeinschaften gewidmet waren. Synchronizitäten – bei der Ankunft in Heidelberg beginnt es in den strahlenden Himmel hinein zu regnen und ein Regenbogen spannt sich über den Himmel. Ich sammle Zeichen während ich auf Reisen bin, Regenbögen, Uhrzeiten wie 16:16 oder 12:34, Wörter, die mir zufallen, Strassennamen und Farben. Vielleicht setze ich sie später zusammen. Mit Ulla einen Tag im bunten Wasser. Während gelbe Füsse und rosa Hände tanzen, der lila Körper floated, wird der Geist ganz leicht und beschäftigt sich mühelos mit den Herausforderungen der Tage. Mit unserem Kopfkino, das … Regenbogentage weiterlesen

Was soll ich von Klassentreffen halten?

Ein Klassentreffen der Mädchen-Grundschule, zum ersten Mal. Was mache ich dort? Ein paar Entdeckungen, wie ein Geheimschriftenbüchlein, das meine alte Freundin mitbringt. Die Zeichen finde ich in meinen Bilder von heute wieder, der roten Faden. Da finde ich mich richtig gut. Dann die Sprüche aus dem Poesiealbum, eisenhart und gruselig. Erfolgreich vergessen. Meiner ist mir richtig peinlich und es ist einer der allerblödesten. Aha, ich erweitere das Bild von mir, gezwungenermaßen, auch in andere Richtungen. Ein Foto gibt es, das aussieht wie die Anfänge meiner Hippiejahre. In Ermangelung von Perücken hatte ich mir die Haare toupiert und sitze links. Merkwürdiges … Was soll ich von Klassentreffen halten? weiterlesen