Frühlingsfeuer und Hoagascht

Mit den Eselfrauen haben wir am Wochenende ein riesiges Feuer gemacht und den Winter noch einmal verabschiedet. Herbstzweige, Winterbretter, alte Zäune, Feuer besungen, den Sternenhimmel des Frühlings begrüßt, erzählt und den Duft der Frühlingsnacht eingeatmet. Es gibt da die Frauen, die nur mit Holz heizen, eine von der Feuerwehr und die Bäuerin – sie gehen viel vorsichtiger um mit dem Feuer, dem Funkenflug als Olga mAria und ich. Unser leichter Sinn, der das Feuer gut anfacht und die Vorsicht, die es gut hütet. Nach dem Feuer schauen wir zur Christa ins Wirtshaus, zum Hoagascht oder Hoagartn. Heimgarten, Besuch bekommen mit … Frühlingsfeuer und Hoagascht weiterlesen

Die Kultur der Dorfläden

Der letzte Dorfladen hier macht zu. Es gibt die Idee, dass das Dorf einen aufmacht, getragen vom Kollektiv. Gemeinsam arbeiten, der Gemeinschaft geschenkte Stunden, zusammen etwas erwirtschaften. Real funktionierender Sozialismus in Bayern? Eine Art Musterdorf für Kollektiv und tragende Gemeinschaft? Wir-Gefühl? Solche Ideen hat unser Bürgermeister. Ich wäre dabei, hätte Lust darauf. Das Miteinander und die Erfahrung wäre der Gewinn für mich. Die Dorfläden als soziale Treffpunkte. Bei uns früher, im Altai, in Kirgistan, Spanien … minimalistisch, karg und doch so reich. Und alle in Hellblau. Eloina in Spanien hatte so einen Laden. Er war Einkaufsstelle, Poststelle, Milchabholstelle, Bar, es gab Brot, das … Die Kultur der Dorfläden weiterlesen

Frühlingswind

Frühling lässt mich einen neuen Ort aufsuchen, Freiburg, Herzenskriegerin, Lesung. Ich scanne die kommende Zeit ab auf meinem Weg dorthin. Lese Ortsschilder, schaue auf Tierbegegnungen, in die Wolken … Weinberge – Grünkraut-Gullen-Knollengraben-Hotterloch … bin ich im Land der Weinzwerge? Vertrau keinem Plakat, informier dich. Wahlkamp- und Werbeplakate kann ich kaum auseinanderhalten. Ich meine, eines ist von der SPD, merke, dass es der Mediamarkt ist. CDU-Plakate verwechsle ich mit einer Versicherungswerbung. Hirschsprung-Falkensteig-Himmelriich … ah, frische Winde kommen da auf, während ich in die Ravennaschlucht fahre. Freiburg ist so bezaubernd wie alle sagen und ich finde ein altes, gehütetes Feuer vor, an dem … Frühlingswind weiterlesen

Stelen, Gold und östliche Sonne

Worte werden weniger, es entsteht eine Bilderstrecke. Wenn mir die Worte fehlen, sprechen die Bilder. Frühling – Erneuerung – die alten Stelen aus Spanien streichen – abgeblätterte Farbe – viele Winter, die ihre Spuren hinterlassen haben – Gedanken legen sich neben Krokusse – wollen schlafen im Frühlingswind – Rot angemischt – der rote Ball der östlichen Sonne schmerzhaft nah – mein Mikrokosmos – mein Platz in dieser Welt – meine Verantwortung – prüfen – malen – ordnen – Katze und Bienen Uranus, Kraft der Befreiung – wird es so sein? – Fragen manches will ich mir als Frage bewahren – … Stelen, Gold und östliche Sonne weiterlesen

Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse

Parallellaufendes, mein Alltag, Katzengeschichten, Vortragsvorbereitung, Frühlingssonne und die Nachrichten über Japan, das, was sich herschwingt, was parallel geschieht an Gedanken, Gefühlen, Fragen, Antwortlosigkeit. Überprüfung von dem anderen Strang, dem Alltäglichen. Sie durchdringen sich. Der Werkprozess ist bald abgeschlossen. Jetzt ist noch einmal ganze Katzenkraft gefragt. Teachings für mich – bereits erledigte Dinge können schnell noch einmal gemacht werden müssen, „bleibe dabei ruhig und emotionslos,“ sagt Katalina und bespielt das Bild. Die Kralle ausgefahren, ein Loch im Stoff, mühsam Gebügeltes zerknautscht, im Ton des zerreißenden Stoffes ein Lied entdecken. Heile Gemeinschaften ehren alle Mitwesen in ihrer eigenen Kraft. Coyote-Lehrerin ist eine. … Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse weiterlesen

Blog wird Buch

Der Blog wird zu Papier gebracht. Wahrscheinlich weil ich konservativ bin, was meine Arbeit betrifft. Es gibt die Originale, die Postkarten-Collagen, ich drucke die Texte aus und halte gerne was in Händen. Ich mag Papier, Struktur, Befühlen, Hören. Also alles gepackt und ins Nachbardorf zu einer Freundin, Sabine Moosmüller, in die Werkstatt der Buchbindemeisterin. Die, mit der ich jeden Mittwoch zur Christa in die Wirtschaft gehe. Nach zwei Monaten Meditation im Zenkloster ist Sabine endlich wieder da. Ich habe bis jetzt ohne ihre fachkundige Unterstützung geklebt, gefaltet, geschnitten. Frei Hand. „Hm,“ sagt sie, „das hört sich nach Pfusch an, aus Handwerkerinnensicht. … Blog wird Buch weiterlesen

Ich gebe meine Stimme frei

Meine Stimme – ich habe sie wiedergefunden. Als Kind war sie noch verbunden mit anderen Welten und sie war frei. Damals habe ich gerne gesungen, tiefe, seltsame Töne von mir gegeben, stundenlang. Dabei habe ich riesige Flächen mit Zeichenteppichen überzogen, mich in Trance gesungen, geschaukelt, den Linien Klänge gegeben und alles knarzend benannt, was ich tue. Bewegung, Klang, Bild – alles war noch miteinander verknüpft. Die Kunst der Kindertage, die von einem heilen Ausdruck erzählt. Was ist dann passiert? Bildungsstätten, vereinbarte Codes erlernen müssen. Intellekt war gefragt, rationaler Zwang. Mein Singen wurde beschämt, Zweifel an meiner Stimme kamen auf und … Ich gebe meine Stimme frei weiterlesen

Council und Herzenskriegerin

Die ersten Tage im Jahr auf Reisen, in der Schweiz, zur Herzenskriegerin. Die Aussenwege eingeläutet mit einem Council. Die Nächte sind noch kalt, auch wenn das Feuer im Tipi kräftig ist. Der Redestab ist aus seiner Höhle gekommen, Geschichten haben sich ins Feuer erzählt, in Worten, im Gesang, im Schweigen. Sätze ins Feuer legen – ich übernehme die Verantwortung für meine Worte, die Anerkennung gebührt dem Kreis – das Schweigen ist so willkommen wie die Worte – im Council ist alles heilig, meine Freude, meine Wut, meine Antwortlosigkeit … Dem Lied des Feuers lauschen, den Atem sehen und am nächsten … Council und Herzenskriegerin weiterlesen

Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen

Vortragsthema Gemeinschaft. Was gehört zu tragenden, heilen Gemeinschaften? Was können wir von den First Nations dazu lernen? Wie ist es umzusetzen? Indem ich zum Beispiel mein Riesenbild zu den Frauen trage, wir gemeinsam überlegen, wie sich der Vortrag choreographiert und wir anfangen uns auf dem Stoff zu bewegen. Christine, Monika, Ursula – tanzen, bewegen, befühlen, was die Bilder erzählen, was in den Kreisen für Medizin ist. Die Frauen begegnen sich, besingen das Bild in einer langen Nacht. Reisen, Geschichten, Gespinste, Verwebtes – der Duft von kraftvoller Gemeinschaft. Meine professionellen Ritual-Performance-Freundinnen, mit denen ich so viel lachen kann, so viel Tiefe … Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen weiterlesen