Werkprozess II – mit Katze

Es geht langsam im Winter. Ich bebrüte den Vortrag im frauen museum wiesbaden, krizzle Notizen auf Küchenzettel. Aus dem Spraydosengrau ist Pastellkreidengrau geworden. Die Sprühtests – zum Glück gemacht – verliefen chaotisch. Die Kreiden sind sicherer, dauern länger. Das Bügeleisen versaut, Kratzaktion. Arbeiten im Speicher, der kalt ist. Katalina ist immer dabei. Sie zieht unsichtbare Muster, als ginge sie auf Geisterpfaden. Wenn ich ihre Wege zeichnen würde, kämen seltsame Landkarten, sich überlagernde Diagonalen, Quadrate dabei heraus. Sie scheint einen Plan zu verfolgen. Dias herrichten, Beamertest, komplizierte Idee gehen nicht, das Einfachste ist die Lösung. Erinnerungen an den Hikoi, an die … Werkprozess II – mit Katze weiterlesen

Hinter der Hag

Auf der Hütte, hinter der Hag, hinterm Dorfrand, fast schon in der Bergwildnis. Und dementsprechend sehen die aus, die zu Besuch kommen. Ein Hermelin, das zum Fenster hereinschaut und uns den Tag über begleitet. Eine Wölfinfigur. In den Bergen bei Ursula Kaiser, einer uralten Freundin, mit der ich ganz neue, alte Wege wiedergefunden habe. Sie hat mir früher Zaubergärten gezeigt und wie ich Skulpturen formen kann. Mit ihr habe ich Trommelsessions auf Kochtöpfen gemacht und in Regentonnen gebadet. Alltag zelebriert. Jetzt bestaune ich wie sie Wohnorte für Geister macht und die Spirits einlädt, Platz zu nehmen in den geheimnisreichen Figuren. Die … Hinter der Hag weiterlesen

Der Zauber der Küchennotizen.

Einkaufszettel und Küchennotizen, oft Nebenbeiprodukt auf weißem, quadratischem Schmierzettel. Und doch sind es Sammelstellen, an denen verschiedene Menschen zusammentragen, was es braucht für das gehaltene Haus. Und da erlebe ich die Küchennotizenverzauberung bei Freunden. Eine bemalte Schiefertafel in der Küche und Kreide dazu. Es ist eines der wenigen verbliebenen Werke des Künstlergroßvaters. Sammelstelle mit Ahnengeist. So eine Tafel wünsche ich mir auch und schreibe es auf meine „Wie-ich-Zauber-in-meinen-Alltag-webe“-Liste. Diese Notiztafel erzählt mir immer Geschichten. Manchmal ist es wie ein Lied. Hier ist es das Staubsaugerbeutel-Honig-Oregano-Lied. Das hat einen ganz anderen Geschmack als Zimt-Mehl-Katzenzeug zum Beispiel. Ich höre auf den Klang, … Der Zauber der Küchennotizen. weiterlesen

Spraydosenpanik im Werkprozess

Die Spraydosenaktion ist verschoben. Magische, neue Wege. Monika hat nachgefragt, „was willst du denn ausdrücken mit dem roten Kreis, der gesprüht werden soll, wofür steht er?“ Das Feuer, die Gemeinschaft selbst, das Zentrum, das Verbindende. „Vielleicht passt es dann nicht, dass du es alleine machst, wenn es um Gemeinschaft geht und du ebendiesen Geist rufst. Kannst du dir vorstellen, dass wir mit den Frauen zusammen das Feuer aufrufen, es betanzen, nähren und du dann erst sprühst?“ Ja, ein großes Ja, so werden wir es machen. Es hat Zeit. Spraydosenpanik im Werkprozess weiterlesen

Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess

Im April halte ich im frauen museum wiesbaden einen Vortrag. Der Prozess, bis der Vortrag steht, hat dort keinen Raum, weil die Ergebnisse, die Essenz genug an Zeit und Intensität sind. Wie entsteht so ein Vortrag, ein Buch, eine Ausstellung? Im Blog ist Raum für genau diesen Teil meiner Arbeit. Der Raum hinter den Kulissen, der Werkraum, das Atelier. Das Banale, scheinbar Unscheinbare. Blog-Raum für das Prozesshafte, die Nebenbeibilder, die Zwischenstadien, das Unfertige. Für meine Fragen, das Hin und Her, das Scheitern und Verwerfen. Für die verworfenen Konzepte. Der Blog selbst ist ja sowas wie ein Werkprozess. Skizzenhaft, wie die … Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess weiterlesen

Computer und Alltagsmagie

Einer der geheimnisvollsten Plätze ist mein Computerplatz. Postkasten Nummer 2 neben meinem Welcome-Kasten vor der Haustüre. Zentrale Schaltstelle, an der ganz ungeheuerliche Dinge passieren können. Daten verschwinden, überraschende Auf-Lösungen, Geisterbotschaften und so weiter. Und das passiert nicht, weil ich zu blöd bin und eine falsche Tastenkombination gedrückt habe, meistens jedenfalls. Gut, manchmal schaltet sich Katalina ein, latscht über die Tasten und zaubert was weg oder her. Sie sieht sich als Erfüllungsgehilfin mancher Spirits und versteht nicht ganz, warum ich unwillig werde, statt entspannt meine Alltags-Koans zu lösen. Der Computer, ich habe ihn lange unterschätzt. Jetzt ist er für mich sowas … Computer und Alltagsmagie weiterlesen

Einverleibungen und Wirtshausbilder

Ein Essen bei der Christa im Wirtshaus. Dort, wo sich illustre Kreise einfinden. Der Frauenstammtisch neben den Alteingesessenen – was für ein Wort! – unsere Schmarrnrunde, die Fremden, Touris, Hoagascht-Leute, MusikerInnen und Moritz, der Kater dazwischen. Für Katalina was von den bunten Guatln mitgenommen. Auf keinen Fall ein Portrait, sagt Christa. So sieht es dann halt aus. Unter einem Salatblatt finde ich auf einmal eine Frage. Sie liegt da wie eine Schnecke und ich fische sie heraus. Was verleibe ich mir ein? Welche Geschichten, welche Bilder, Wörter, welche Farben? Salat und Grün, wie mein Pulli oder Rote-Beete-Rot mit drei Zeitungsartikeln? … Einverleibungen und Wirtshausbilder weiterlesen

Spielgefährtinnen und mehr

Nicht nur die Katzen, auch die Freundinnen, Weg- und Spielgefährtinnen, die Gschpöndlis (so klingt es in der Schweiz) will ich portraitieren. Die, die mich aushalten, denen ich mich zumuten darf, die mich nähren und inspirieren, mit denen ich Pferde stehle und Abenteuer bestehe. Mit denen ich schweigen kann, die meine Tränen teilen und mein Lachen. Und mit denen ich noch zehnfünfhundertundmehrtausend Dinge teile. Wie ehre ich meine Freundinnen? Mache ich es oft genug? In Worten, mit Blumen, mit meiner Zeit oder Überraschungen? Kein Buch, kein Bild, keine Geschichte gäbe es ohne sie. Ich könnte Orden häkeln oder Hymnen an die … Spielgefährtinnen und mehr weiterlesen

Morgenzeiten

Mein Alltägliches beginnt morgens. Genauso wie auch mein Besonderes morgens beginnen könnte. Den Anfang meines Tages heiligen. Mit meinen StudentInnen habe ich einmal ein Projekt gemacht „Ein scheinbar ganz normaler Tag“. Sie haben den Tag dokumentiert, fotografiert, beobachtet, angefangen Rituale zu kreieren, Verrücktheiten einzubauen, etwas andersherum zu machen, den Fokus auf Neues gerichtet wie die Tiere, die mir begegnen, den scheinbar normalen Tag rückwärts gegangen-gedacht und vieles mehr. Und so wurden aus den normalen Tagen durch veränderte Sicht und ihre Umsetzungen ziemlich aussergewöhnliche Alltage. Morgens mache ich den Tag zu meinem Tag, da verbinde ich mich mit meiner Magie, manchmal … Morgenzeiten weiterlesen