Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard

Malgedanken, weil ich gerade in Hannover bin zum Seminar. Schamanische Kunst – Alltagskunst? Das gestrichene Schlafzimmer, mit dem ich sehr zufrieden bin, ist wohl Letzteres. Es ist kein rasend einfallsreicher Anstrich. Gelb mit weißem Sockel. Ich bin eher bequem, will schnell fertig werden, weil Streichen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt und Baustellen schon dreimal nicht. Deshalb die Einfachvariante und meine Zufriedenheit damit. Es ginge auch anders, es würde auch viel besser zu meinem Thema passen – Zauber und die schamanische Kraft im Alltag. So sehen bemalte Wände in Bauernhäusern aus. Die Menschen haben die Sockel verziert, haben Geschichten und Schutzzeichen … Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard weiterlesen

Nachklangzeit

Mit einem Wochenende voller Witz und Zauber verabschiede ich für dieses Jahr die Blumenschule als Wirkstätte. Die Freundinnen dort im Café bei Tschai und Chilihonig besuchen oder dem winterlichen Orakelfeuer, das werde ich schon. Oder meine Sommerliebe, den Bipperl. Dieses Mal waren die Küken als Begleiter beim Malen, schwarz, klein, wild, wie die Freundin vom Bipperl. Nach jedem Seminar will ich mir eine Nachklangzeit nehmen, damit sich die Geschichten entfalten können. Während ich im Garten die Büsche für den Winter zurechtschneide, klingt in mir die Geschichte von einer nach, die über ihr Ritualwerkzeug – die Rosenschere – erzählt. Davon inspiriert, betrachte … Nachklangzeit weiterlesen

Forschung und Landkarten

Die schamanische Kraft im Alltag – mit dem Thema beginnen meine Herbstseminare. Wie verwische ich die festen Grenzen zwischen Rituellem, Heiligem und Alltäglichem – malend, tanzend, reisend. Scheinbar Banales und Heiliges befruchten sich. Heilige Clownin trifft Hausfrau in der Blumenschule. Hinter die Fassaden geschaut und über Schwellen gegangen. Wildnis in der Küche, Magie beim Einkaufen, zelebrierter Alltag – lustvolles Entdecken schamanischer Heilweisen zwischen Kleiderschrank und Bügeltisch. Wir erforschen dieses Wochenende im Gewächshaus und in der Küche wie all das gehen kann, werfen unsere Forschungsergebnisse zusammen und zeichnen davon Landkarten. Forschung und Landkarten weiterlesen

Baustellengedanken

Die Baustellen. Die Erneuerungen waren bisher gut. Manches braucht eine Renovierung. Aussen- und Innenbaustellen gehen gerade Hand in Hand. Ausfegen, Altes anschauen oder finden. Das Zimmer leergeräumt und da liegen sie dann, die Uraltfusseln, Bleistifte, Zettel, Bonbonhüllen oder Unbekanntes. In die letzten Ecken schauen, sortieren, wegwerfen, Salz über Nacht im leeren Raum, räuchern. Gut ist so eine Baustelle, gut und herausfordernd. Wenn ich im Aussen Baustellen aufmache, gibt es in mir meist ein Ja zur Erneuerung. Dann will ich wirklich ran, an das alte Zimmer, an alte Geschichten, an die Schwellen und es darf auch Arbeit sein. Dann habe ich … Baustellengedanken weiterlesen

Die Magie des miteinander Kochens

Gemeinsam Kochen ist ein wunderbares Nährritual. Hände, die formen, schneiden, Konsistenzen befühlen, Gebete in den Teig walgen, ratschen, lachen, naschen. Das Lachen fliesst direkt ein in den Topf. Es ist sehr bekömmlich. Feuer, Teig, Gebilde formen, Nudeln selber machen, etwas einbacken, wie bei den chinesischen Glückskeksen. Geerntet, geformt, gekocht, gegessen. Große Transformationsprozesse, die, wenn sie geteilt werden mit anderen noch lustvoller sind. Wir holen uns die Sonne her und den Wind, sehen das Land, auf dem alles gewachsen ist und die Menschen, die es geerntet haben, eingetütet, verkauft, all die Hände durch die es gegangen ist. Vielleicht waren es auch … Die Magie des miteinander Kochens weiterlesen

Die Integration neu erworbener Gegenstände

Einkauf – Besteck, zwei Teller, einen Trommelschlägel und ein Nudelholz. Alles liegt auf dem Küchentisch und ist hier noch fremd. Jetzt kommt der Teil der Beheimatung meiner neuen Teile. Sie wollen in mein gehaltenes Haus samt Ritualzone integriert werden. Am meisten Ruhe muss ich beim Entfernen der Etiketten bewahren. Da zweifle ich tief in mir an allem, an der menschlichen Intelligenz insgesamt, an der der Erfinder von Aufklebern nochmal mehr. Jetzt kann ich den Grad meiner Erleuchtung spüren – flippe ich komplett aus – der Colt von der Erkältung läge noch griffbereit – oder nestle ich eine Stunde an drei Etiketten rum … Die Integration neu erworbener Gegenstände weiterlesen

Ritueller Gummitwist

Vor der Haustüre hüpfen die Kinder über gezogene Kreidelinien. So könnte es also gehen, der schnelle, spielerische Wechsel zwischen den Ebenen, der alltäglichen- und der nichtalltäglichen Wirklichkeit, dem Alltäglichen und dem Besonderen. Ich hole mein Ritualsach aus der Ritualzone in die Alltagszone herüber. Feder und Kristall neben den Rechner, die Trommel griffbereit in der Küche, Glocke und Räucherequipment ins Bad, weil es zum Duschen passt. Es ist an mir, über die Schwelle zu springen. Ein Tagesablauf mit schnellen, kurzen Übergängen. Während des Kochens etwas ins Geisterhäuschen gebracht, ein Lied am Baum, die Möglichkeit des Neubeginns morgens beim Zeitungsholen eingeatmet. Ich … Ritueller Gummitwist weiterlesen

Herausforderung Alltagszauber

Das Erforschen der schamanischen Kraft im Alltag mache ich, weil ich hineinwachsen will in dieses Feld des Miteinander von Alltag und Spirituellbesondersrituellheilig. Es klingt so einfach und es ist für mich eine richtige Herausforderung, meinen Alltag so zu leben, dass Zauber drin ist, dass ich mit meiner Magie verbunden bin und bleibe. Unsere Gesellschaft bietet da ja keine Erfahrung, keine Anleitung, Älteste fehlen, es gibt die harten Trennungen zwischen Spirituellem, Kostbarem und alltäglich Nebensächlichem und den dementsprechenden Ab- beziehungsweise Aufwertungen. Wenn ich so richtig tief im Westen stecke, in meinen Schattenländern, dann fällt mir manchmal gar nichts mehr ein von all … Herausforderung Alltagszauber weiterlesen

Alltagsberuf und Vision

Beruf – Berufung – Gaben – Aufgaben. Nachgedanken zu den drei Seminarblöcken. Wie können die Heilwege, die schamanische Kraft in den Berufsalltag fliessen? Was gibt es für Möglichkeiten an Integration? Wenn der Wunsch da ist, heilerisch oder künstlerisch zu wirken, sind die Bilder dazu oft recht eingeengt. Eigene Praxis, freie Kunstwege, von denen man leben kann, Öffentlichkeit etc. Mit Orna habe ich lange darüber gesprochen und festgestellt, dass wir beide schlechte Beispiele sind, denn unsere Wege sind so und sie sind die Ausnahme. Die meisten indigenen SchamanInnen und HeilerInnen, die wir kennen, haben ihre Berufe – Schneiderin, LKW-Fahrer, Lehrerin, JägerInnen, … Alltagsberuf und Vision weiterlesen

Magische Zeitdehnung

Uhren fressen Zeit. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass sie das tun. In den Wintermonaten vor allem und wenn ich Verweilezeit brauche, dann drehe ich alle Uhren um. Jetzt ist Sommerpause und ich schicke alle Uhren in Ferien. Weil ich noch nie eine Armbanduhr hatte, ist meine innere Uhr gut entwickelt. Ich kann ihr vertrauen. Wenn es keine Uhren mehr gibt, auf die mein Blick fällt, beginnt sich die Zeit zu dehnen. Sie geht aus dem starren Gefüge und fliesst rhythmischer. Manchmal hänge ich eine Uhr auf, die vom Lebensrad erzählt, von den großen Gezeiten, von den ganz eigenen Tempi, … Magische Zeitdehnung weiterlesen