Rauhnachtswege

Das H von Rauhnacht behalte ich, weil das Rau-nacht den Sinn verschwinden lässt. Alles darf langsam sein. Von der Haustüre weg mit den Skier über die Felder fahren, durch den Wald. Es gibt noch keine Spuren, ausser die der Tiere. Ich ziehe meine eigenen Spuren, neue, im Schnee. Sitze bei einer alten Hollerin, lasse mich einschneien, horche auf den Wind. Wenn ich einschlafe, werde ich ganz sanft sterben. Ich erinnere mich an eine Filmszene von Kurosawa, als die Tödin kam, mit den Schneeflocken tanzte, bunte Bänder im Zeitlupentempo im Wind wehten. So stirbt es sich im Schnee, dachte ich. Zeit … Rauhnachtswege weiterlesen

Rauhnächte

Die geheimnisvollen Rauhnächte kommen. Die Zeit zwischen den Jahren, die Zwölfer, die Zeit der Percht und ihrer wilden Jagd. Seit einigen Jahren finde ich die Rauhnachtszeit schwierig, anstrengend, endlos lang. Letztes Jahr wollte ich dem auf die Spur gehen. Traditionell ist es eine Auszeit, eine Zeit, in der keine Wäsche gewaschen, nicht mehr gesponnen und keine Alltagsarbeit verrichtet werden soll. Ich liebe eigentlich Auszeiten und dennoch knarzt es in den Rauhnächten, es fühlt sich nicht greifbar und sperrig an. Ich bin froh, wenn sie vorbei ist. Das allerdings erst seit ein paar Jahren. Ich bin darauf gekommen, dass das „Wäschewaschen“ für alles … Rauhnächte weiterlesen

Katzenbeziehung

Seit ich Katalina als kleine Katze auf einer befahrenen Kreuzung in Spanien aufgelesen habe, gibt es so etwas wie eine wechselseitige Mutter-Tochterbeziehung zwischen uns. Und das mit den Fotos ist natürlich so, dass ich gerne prächtige Fotos von meiner Katzentochter hätte. Um sie herzuzeigen oder aufzuhängen. Wie eine Mutter bin ich stolz auf meine Katze, wie klug sie ist, wie schön – gut, das ist Ansichtssache – wie wild und was weiß ich noch alles. Manchmal dreht Katalina alles um, dann ist sie die Mutter und ich ihre Tochter. Sie findet mich nicht so begabt. Eher findet sie sich in … Katzenbeziehung weiterlesen

Katzengeschichte

Seit neun Jahren lebe ich mit meiner Katze. Seitdem will ich ein Buch über Katzen machen, eigentlich ein Buch über sie, Katalina. Weil es sich nicht wirklich umsetzt, fange ich im Blog an, unsere gemeinsame Geschichte zu erzählen. Ob es auch ihre ist, weiß ich nicht. Teilweise deckt sie sich gewiss. Meine Katze ist schwarz und das ist ein Problem, vor allem für ein Buch. Sie eignet sich nicht zum Fotografieren, sie sieht immer aus wie ein amorphes schwarzes Etwas. Das habe ich nicht bedacht, als ich sie zu meiner Katze gemacht habe. Es gibt hunderte Fotos von ihr und … Katzengeschichte weiterlesen

Winter erforschen

In einer Rückmeldung zu meinen Wintergedanken erzählt eine, wie schwierig es im Arbeitsleben ist, die Winterqualität zu leben. Das finde ich auch. Zwei Jahre dauerte es bei mir, bis es sich jetzt langsam umsetzt. Es waren jedoch weniger die Ausseneinengungen, als meine eigene Unruhe, meine Bilder wie was sein sollte – Essen, Geschenke, Kontakte, Events – von allem gibt es doch Bilder in uns. Winter lädt ein zu Vereinfachung. Weniger Mediengebrauch, Telefonate, mails, Computer etc., einfacheres Essen, vielleicht in gemeinsamer Absprache den Geschenkewahnsinn beenden. Eine Marmelade, Nüsse, Äpfel, gute Wünsche, etwas von der Ernte des Herbstes könnte doch reichen als … Winter erforschen weiterlesen

Landkarten verzeichnen – Gemeinschaftsbildung

Für einen Vortrag im Frühjahr im frauen museum wiesbaden fange ich an, Landkarten zu verzeichnen. Es geht um die Kraft der reifen Nordfeuer, das, was eine Gemeinschaft nachhaltig trägt. Die Erfahrungen bei den Maori und den First Nations Kanadas werde ich meine Landkarten einzeichnen, in Verbindung mit dem, was ich mit Frauen erforscht habe zum Thema tragende Gemeinschaften. Das Verzeichnen von Landkarten ist wie das Abklopfen, ob ich es verstanden habe. Finde ich stimmige Bilder? Kann ich damit alles erzählen? Die Landkarten sprechen meine Bildersprache. Ich spiele mit der Kreisform, mit dem Netz, einer Bootsform. Noch passt nichts so recht. … Landkarten verzeichnen – Gemeinschaftsbildung weiterlesen

Freie Software und Adobe

Vor einiger Zeit habe ich über die veränderte Politik von Adobe geschrieben. Und, dass es Alternativen wie Scribius und Gimp gibt. Jetzt hat Adobe zurückgerudert, es gibt die Creative Suite wieder für VHS-TeilnehmerInnen zu einem günstigen Preis. Der große Protest hat wohl etwas bewirkt. Dennoch, niemand weiß wie lange und was sich die Marktführer einfallen lassen. Ich finde freie Software wichtig, unterstützenswert, ich habe beste Erfahrungen mit Open Office und liebe die gemeinsamen, freien Wege. Freie Software und Adobe weiterlesen

Die Qualität der Jahreszeiten

Die Herbst- und Winterkraft erforschen. Ich finde, dass Herbst, der noch vier Tage dauert, die in unserer Gesellschaft am wenigsten gelebte Jahreszeitenqualität ist. Ich verstehe das erst langsam in einer Tiefenschicht. Schneekatastrophenmeldungen, weil alles scheinbar immer im Sommertempo weitergehen muss. Sondersendungen zum Schnee – wer konnte es ahnen, dass es im Dezember schneit und kalt wird. Winterequipment wird Mangelware – da staunt die Marketingstrategie in mir, wie kann denn sowas passieren, wo doch von jedem Unsinnsteil zig Varianten in unendlicher Zahl produziert werden. Und dann sind die Schneeschaufeln zu Winterbeginn bereits aus? Ich schaue mit der Katze zum Fenster raus, … Die Qualität der Jahreszeiten weiterlesen

Die Kompliziertheit des Alltäglichen

Steuer, Passbeantragung, Supermarkt, Flugbuchung … ich finde gerade die alltäglichen Dinge, die ich tun muss ziemlich kompliziert. Trotz meiner Studiertheit komme ich mir total blöd vor – eine, die nichts kapiert – alle anderen wohl schon, denn sonst wäre das Prozedere doch längst umgeändert worden. Oder sollen wir uns unzulänglich fühlen, damit die Spezialisten mehr Macht haben? Ich schaffe es nicht, digital Einbuchungen zu machen, lade seit zwei Tagen vergeblich ein Fotobuch hoch, verbringe lange Wartezeit auf der Gemeinde, weil meine Fingerabdrücke das Netzwerk zusammenbrechen lassen. Wie schaffe ich es, die Flaschen in den Rücknahmebehälter zu bekommen? Wie gelange ich … Die Kompliziertheit des Alltäglichen weiterlesen

Korea – Schamaninhaus

Die Jahresnachlese beginnt für mich. Dazu gehört die Reise nach Korea, die Zeit im Schamaninhaus von Kim Keum Hwa. Nach den Maoriheilerinnen waren die koreanischen Schamaninnen (Mudang) welche, die ich in gemeinschaftlichen Heilzeremonien erlebt habe. Das hat eine alte Sehnsucht, eine Erinnerung gebracht. Und es war Inspiration, mit den Frauen an meinen Feuern zusammen noch mehr und tiefer Ritualperformances zu konzipieren und umzusetzen. Im Schamaninhaus habe ich getanzt, getrommelt, die Fülle genossen, das kraftvolle Selbstverständnis der Mudangs eingeatmet, Heilrituale bezeugt, mich forttragen lassen von den stundenlangen Gesängen, der Flöte, den Trommelrhythmen. Die Bilder sind von Susanne Bayer, wunderbare Reisegefährtin und … Korea – Schamaninhaus weiterlesen