Erstarrung

Seit Tagen haben wir keine Sonne, alles scheint bewegungslos, kein Wind, die Bäume weiß überzogen, eisige Minusgrade. Es ist gerade alles wie erstarrt. Luisa ordnet diesem Mond die Gorgonen zu, das Erstarren. Es ist die Zeit, in der sogar die riesigen Flüsse wie Yukon oder Lena zugefroren sind. Mir fällt die Rune Isa ein, ein Strich, wie ein zugefrorener Fluss, Eisrune. Mehr als ein Strich war wohl nicht drin. Verlangsamung, Stille, die Winterkraft, die den Fluss stopp. Geduld ist gefragt. Die Kraft ist zusammengezogen. In einer mail aus Kanada steht, der Winter hier bringt dich in deine Gedanken, führt dich … Erstarrung weiterlesen

Lichtmess und Brigid

Heute zu Brigid erinnere ich mich an die vielen Frauenfeste, die klirrende Kälte, den Schnee, wie dennoch einige in den Lech gestiegen sind, die Kerzen und weißen Speisen, die weißen Gewänder. So viele Male schon gefeiert, durchs Lichttor was auf den Weg gesetzt. Brigid am 1. Februar ist das ältere Fest, sie hatte die Pole-Position bei unseren Ahnen vor Maria am 2. Februar und dem christianisierten Lichtmess. Es ist das Ende der Spinnzeit, der Winterzeit. Die Spinnstuben feierten mancherorts ihr höchstes Fest. Die Pferde bekamen das Mittwinterbrot, die Dienstboten wechselten ihre Stellen oder blieben und wurden ausbezahlt. Verbindlichkeiten erneuern oder … Lichtmess und Brigid weiterlesen

Computer und Alltagsmagie

Einer der geheimnisvollsten Plätze ist mein Computerplatz. Postkasten Nummer 2 neben meinem Welcome-Kasten vor der Haustüre. Zentrale Schaltstelle, an der ganz ungeheuerliche Dinge passieren können. Daten verschwinden, überraschende Auf-Lösungen, Geisterbotschaften und so weiter. Und das passiert nicht, weil ich zu blöd bin und eine falsche Tastenkombination gedrückt habe, meistens jedenfalls. Gut, manchmal schaltet sich Katalina ein, latscht über die Tasten und zaubert was weg oder her. Sie sieht sich als Erfüllungsgehilfin mancher Spirits und versteht nicht ganz, warum ich unwillig werde, statt entspannt meine Alltags-Koans zu lösen. Der Computer, ich habe ihn lange unterschätzt. Jetzt ist er für mich sowas … Computer und Alltagsmagie weiterlesen

Wölfinnentreffen

Wenn sich die weiße Decke der Langsamkeit und Stille übers Land legt, fordert Winter bei uns hier manchmal die Kraft der kleinen Feuer ein. Die Straßen sind zu, es ist nicht möglich in die Berge zu fahren wie geplant. So treffen wir uns dort, wo wir zu Fuß hinkommen. Und so sind es wenige Frauen am Feuer. Drei. Christine, Wildjugendbezähmerin, Wilde überhaupt, Clownende, eine, die ein Wolfsrudel hat. Inga, Tierflüsterin, Lehmbauerin, Kinderbezauberin. Und ich. Bei den Haida in Kanada war Winterzeit die Zeit, in der alle Tribes zusammenkamen und im Langhaus miteinander lebten. Es war die Zeit, der großen Zeremonien, … Wölfinnentreffen weiterlesen

Einverleibungen und Wirtshausbilder

Ein Essen bei der Christa im Wirtshaus. Dort, wo sich illustre Kreise einfinden. Der Frauenstammtisch neben den Alteingesessenen – was für ein Wort! – unsere Schmarrnrunde, die Fremden, Touris, Hoagascht-Leute, MusikerInnen und Moritz, der Kater dazwischen. Für Katalina was von den bunten Guatln mitgenommen. Auf keinen Fall ein Portrait, sagt Christa. So sieht es dann halt aus. Unter einem Salatblatt finde ich auf einmal eine Frage. Sie liegt da wie eine Schnecke und ich fische sie heraus. Was verleibe ich mir ein? Welche Geschichten, welche Bilder, Wörter, welche Farben? Salat und Grün, wie mein Pulli oder Rote-Beete-Rot mit drei Zeitungsartikeln? … Einverleibungen und Wirtshausbilder weiterlesen

Spielgefährtinnen und mehr

Nicht nur die Katzen, auch die Freundinnen, Weg- und Spielgefährtinnen, die Gschpöndlis (so klingt es in der Schweiz) will ich portraitieren. Die, die mich aushalten, denen ich mich zumuten darf, die mich nähren und inspirieren, mit denen ich Pferde stehle und Abenteuer bestehe. Mit denen ich schweigen kann, die meine Tränen teilen und mein Lachen. Und mit denen ich noch zehnfünfhundertundmehrtausend Dinge teile. Wie ehre ich meine Freundinnen? Mache ich es oft genug? In Worten, mit Blumen, mit meiner Zeit oder Überraschungen? Kein Buch, kein Bild, keine Geschichte gäbe es ohne sie. Ich könnte Orden häkeln oder Hymnen an die … Spielgefährtinnen und mehr weiterlesen

Oans, zwoa, drei, transformiert is

Das sieht nach gelungener Transformation aus. Aus Schwarz mach Weiß. An der magischsten Stelle des Hauses – nein, nicht dem Computerplatz – der Feuerstelle. Transformed. Ich sage es jetzt doch – das ist nicht Katalina. Es ist das Bärli aus der Schweiz. Das weiß ich, weil ich bei seiner Geburt vor Ort war und Katalina immer noch schwarz ist. Bärli und Iren haben ein feines Transformations-Foto hinbekommen. Wir winken spiegelverkehrt nach Wil ins Lichtblick-Zentrum. Oans, zwoa, drei, transformiert is weiterlesen

Hallo Post

Die Post gehört zu meinem Morgen. Was spült es es alles rein? Es gibt die magischen Posttage, alle Geschenke kommen gleichzeitig, freudige Überraschungen, kleine blaue Wunder, die Leertage, die so irritierend sein können, die Ahnungen, das Geräusch, wenn der Deckel klappert, Katalina, die es immer vor mir weiß. Die richtigen Blödposttage gibt es natürlich auch. Sie haben einen ganz eigenen Duft, der ihnen vorausgeht. Irgendwann habe ich einen Postkasten gebaut und bemalt, richtig groß, damit das Leben mir viele Geschenke schicken kann. Es ist ein Welcome-Kasten. Extra international. Im Sommer lege ich Blumen rein und ab und zu räuchere ich … Hallo Post weiterlesen

Nachtrag Morgen Teil II

Blog-Gespräch – mit Kim (ein G´schpöndli von mir und meine Coach) über die möglichen Peinlich-Leichen im Keller, wie Edeka-Stehcafé oder so. Und, dass ich merke, wieviel Energie es braucht, um sie zu vertuschen, vor sich selbst oder anderen. Dass ich mir sage, lass es oder steh dazu. Ich lasse sie frei, die Peinlichkeiten. Auf Bayrisch heißt das dann „na mei hoit“ oder „und scho“. Schau ma moi, dann säng ma scho (Schauen wir mal, dann sehen wir schon). Da hast du halt den Vorteil, dass du in Bayern lebst, sagt sie. Das funktioniert im Rest Deutschlands nicht. Wir brauchen dazu … Nachtrag Morgen Teil II weiterlesen

Stranger than Paradise

Morgen Teil II Die heiligen Morgenzeiten mit Tee sind vorbei, das Lied gesungen und dann – kommt ein kleiner Bruch. ————- Kaffeezeit im Supermarkt-Stehcafé. Stranger than Paradise – einer meiner früheren Kultfilme. Was im Film die Tankstelle war ist bei mir der Supermarkt. Dorfleute beim Einkaufen treffen, Einkaufswageninhalte analysieren, Lebensstudien betreiben. So könnte man es auch nennen. He and me. Orakel-Spektakel in der Tasse. Brezen und Kaffee und oft die besten Ideen. Geniale Einfälle, für die ich viele Mantras singen müsste. Morgenratsch mit Gustav. Christa holt noch schnell was fürs Wirtshaus, mit der Soundso und dem XY Neuigkeiten austauschen oder … Stranger than Paradise weiterlesen