Frei und gemeinschaftstauglich

Clans, Stämme, Tribes, Gemeinschaften – ich habe gesammelt, auf meinen Reisen. In Kirgistan bei den NomadInnen, in Aotearoa-Neuseeland bei den Maori oder in Kanada bei den Haida. Zugeschaut habe ich und gesammelt, was ich für gute Werkzeuge, Methoden erfahren habe. Ich sammle, weil ich selber einen recht spärlich bestückten Werkzeugkoffer habe, als eine, die hier aufgewachsen ist. Das bisschen habe ich von meiner Familie. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, in der ich mich aufgehoben und frei gefühlt habe. Ich habe in einem großen Menschenhaus gelebt, das warm und unkonventionell war, in dem wir gefördert wurden und gut versorgt waren. … Frei und gemeinschaftstauglich weiterlesen

Netze – Knüpfen – Weben

Wenn ich etwas verstehen will, rufen, wandeln, dann male ich gerne Bilder davon. Das ist wie eine Übersetzungssprache für mich selbst, damit kann ich mir gut was erklären und es speichert sich nochmal anders ab in mir. Ein Bild für eine gute Gemeinschaftsstruktur ist das Netz. Wie der Kreis sind auch Netze nicht hierarchisch. Die miteinander verwobenen Fäden, die Kunst der Spinnen, das Weben – all das erzählt von einem tragenden Gewebe. Mein Faden ist auch dabei. Wieder ist es ein Faden von vielen und es braucht ihn, wie alle anderen auch. Und das Netz unserer Gemeinschaft? Es ist zutiefst löchrig, … Netze – Knüpfen – Weben weiterlesen

Der Kreis

Das mit den Clans, den Gemeinschaften ist ein nicht ganz einfaches Thema. Ich denke, wir haben eine wirklich tragende Gemeinschaft noch gar nicht erfahren. Da gibt es die Familien, die dynastischen Clans, die nicht getragen haben, zu einengend, zu klein waren, selbst versehrt oder mit enormem Aufwand für etwas gehen mussten, das anders ist. Und die große Gemeinschaft, naja, die kennen wir ja. Das Netz ist löchrig und der freie Fall schnell da, vor allem, wenn wir nicht in der Spur laufen, nicht funktionieren. Etliche von uns sind dann im besten Fall geduldete Anachronismen. Also fange ich mal bei der Form … Der Kreis weiterlesen

Neue Blogstrecke

Weil das Thema Gemeinschaften, Clans so stark ist, mache ich eine Strecke im Blog dazu. Viele finden es ziemlich anstrengend, kräftezehrend, teuer, alleine oder in Kleinstgemeinschaften zu leben. Die Tiere sind mit Aufwand gehütet, wenn wir verreisen, alle sind immer für alles zuständig und unsere Geschichten werden nicht mal schnell gemeinsam geteilt, gefeiert, belacht oder beweint. Andererseits sind wir auch etwas ungeübt in großen Gemeinschaften. Ich gehe da mal von mir aus und verallgemeinere. Das ist eine missliche Lage, weil ich glaube, dass wir letztlich nur in tragenden Gemeinschaften überleben können. Ich will Handwerkszeug zusammenstellen, von dem ich meine, dass … Neue Blogstrecke weiterlesen

Winterbilder

Dem eisigen Winter zollen die Leute hier großen Respekt. Die Alten vom Dorf sind froh, „gut so,“ sagen sie,“es braucht die Kälte.“ Man weiß damit umzugehen. Die Wildtiere werden unterstützt, Vögel, Scheunenkatzen, Greifvögel. Die Filze auf der Bank vor dem Haus werden von den wilden Katzen aufgesucht, die anderen machen keinen Schritt vor die Haustüre. Buntspecht, Gimpel und die Meisen sind zum ersten Mal in diesem milden Winter Gäste. Ich rücke näher an den Ofen und suche in den unbewohnten Häusern Eisblumen. Innenreinigungszeit, Vorbereitung für den Frühlingsaufbruch. Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Dorfweiher. Erinnerungen an Julika, die mich immer gelockt hat, … Winterbilder weiterlesen

Wintergeist

Meine Winterartikel sind ganz anders als die Sommergeschichten, fällt mir auf. Als wollte jetzt viel mehr in der Tiefe ergründet werden. Das bringt es wohl mit sich, wenn ich mich in den Jahreszeiten beheimate. Ich schicke fehlerhafte Daten nach Riga, dann schreibe ich dauernd Estland statt Lettland, auch im Impressum. Vielleicht will ich eigentlich nach Tallinn, da hat es mich schon öfter hingezogen. Dann vergrößert sich gerade das kleine Loch des ?Und-was-mache-ich jetzt?. Ich lausche den Geschichten um mich herum, die von einer Soll- bis Mussproduktivität erzählen oder vom Pflicht-Flow, vom Machbarkeitswahn und den Ansprüchen. Wintergeist wird gerade da sperrig, … Wintergeist weiterlesen

Winterbotschaft

Der ganze Schnee ist wieder weggeschmolzen im frühlingshaften Tauwind. Weil ich die Jahreszeitenqualitäten verstehen und mich in der Tiefe verwettern will, mitgehen mit Wind und Sonne, dem Winter oder dem Winter-der-keiner-ist, frage ich genauer nach. Dieses Jahr geht es dauernd ums Schmelzen, Tauen. Was erzählt mir das Tauwetter, wie kann ich es verstehen, wie mich einfühlen? Ich untersuche die Schneehaufen, das Eis. Vieles wird sichtbar, was unter Eis und Schnee war. Es sieht oft nicht besonders schön aus, aufgeweicht, zerfallend, skelettiert. Wörter hinterfragen. Wegschmelzen, dahinschmelzen, auftauen. Was in mir könnte schmelzen? Eis, Starre, festgefrorene Strukturen? Insgesamt ist es ja eine … Winterbotschaft weiterlesen

Der Winter, der keiner ist

Winter brauche ich zum Ankommen, still werden und langsam. Und dieses Jahr will es nicht so recht gelingen. Es ist frühlingshaft, warm, immer gleich am Tauen, kaum ist das Land gerade mal weiß geworden. Kälte einatmen und die Kraft vom Winter, dazu gab es kaum Gelegenheit. Es geht mir ab, das weiße Land, das wochenlang unter einer Schneedecke schläft, das Skifahren von der Haustüre weg, die eisige Luft, das seltsame Blau, wenn der Tag in die Nacht sinkt. Schneeschaufeln will ich, meine dicken Mützen tragen, das Knirschen unter den Füßen hören und Tierspuren lesen. Ich rufe den Winter, den Schnee, … Der Winter, der keiner ist weiterlesen

Traumschachtel

Der Postbote bringt mir manchmal ganz Aussergewöhnliches. Eine Schachtel zum Träumen und Spielen mit Fundstücken von der Nordsee zum Beispiel. Es ist eine Überraschungsschachtel mit Steinen, Federn, Strandgut, zwei Flaschen – die eine mit Meerwasser und die andere mit Nordostwind. Der hohe Norden weht und spielt sich jetzt hier in meinen Südgarten. Sommer, Spielen, Südmädchen. Einmal hat jemand gesagt, ich kann es mir nicht leisten zu spielen. Ich finde, ich kann es mir nicht leisten nicht zu spielen. Das ist bestes Brennholz für die Winterfeuer. Es braucht jetzt die langen Tage, um dem Üppigen genug Raum zu geben. Alles wuchert, … Traumschachtel weiterlesen