Die Feuer

Wir brauchen nicht alles können. Gut ist es, zu wissen, was ich vermag und was nicht. Manche von uns können wunderbar initiieren. Sie sind starke Rufende an die Feuer. Feuer entzünden ist eine Kunst. Diese Kunst zu ehren ist wichtig, weil wir dann die richtigen Leute darum bitten. Vielleicht haben die ein oder anderen die Gabe der Initialzündung, das Geschenk, allererste Impulse geben zu können, die Funkenfliegerinnen, deren Beitrag ein Hauch von Musenkuss ist. Das wäre noch vor dem Feuerentzünden. Und dann gibt es die, die das Feuer hüten können. Sie haben einen langen Atem und können für etwas gehen. … Die Feuer weiterlesen

Souverän

Der Königinnenweg zur Souveränität geht durch teils unwegsames gesellschaftliches Gelände. Wie gut, wenn es in unserer Erziehung gewisse Lücken gibt. Wir haben beispielsweise des öfteren lose Reden geschwungen familiär und das bleibt. Das war normal für mich. Wir durften uns auch vergleichsweise viel daneben benehmen, da waren die Grenzen weit gezogen. Und jetzt finde ich es oftmals not-wendig. Eine Freundin, die eine etwas verwegene Kuchen-in-Kaffee-Eintunkweise hat, sagt im Café, wenn jemand entsetzt schaut: „Gell, wenn’s Dich graust, dann schaust einfach weg.“ In den USA dürfen sie mehr scheitern als wir und es wird sogar noch als wichtige Erfahrung gewertet. Sowas … Souverän weiterlesen

Wenn die Rabenvögel kommen

Sie bringen Magie und Zauber und viele Geschichten. Eine ist die einer Dohle in den Bergen, die den Hirnraum weitet. Sie fordert mich auf zu fliegen, weit, Höhenflüge zu machen und in eine große Freiheit hineinzufliegen. Das ist heilsam, gerade wenn ich mich wieder so richtig aufrege und tausend Ungeheuerlichkeiten sehe. Ich finde meine Empörung ja berechtigt, die Dohlen scheinen zu lächeln. Sie bleiben dabei – gedanklich weit und kühn und frei werden. Im Fliegen kommt eine gute Distanz zu all dem Geschehen. Wenn die Stürme zu rauh werden, fliegen die Dohlen ins Tal obwohl sie Flugkünstlerinnen sind. Wie weise … Wenn die Rabenvögel kommen weiterlesen

Gefährtinnen

Eine Erinner- und Ehrungsschachtel für Gefährtinnen. Wer und was gehört da alles rein? Manche bekommen Perlen, Knöpfe, Steine, andere Namenszettel. Wenn es sich mal verloren anfühlt, dann ist so eine leuchtende Gefährtinnenschachtel genau das Richtige. Weil so viele auftauchen und das ziemlich wärmend und tragend ist. Gefährtinnen sind auch Kieselsteine und Katzen, Regenschirme und Heupferde und Radiergummis. Hausspinnen und Schnee, Schoki und Haikus und Wasserhühner. Wandergänse auch. Gefährtinnen weiterlesen

Sichtweisen

„Wenn was am seidenen Faden hängt, hängt es gut“, sagen die Spinnen. Das ist anders als bei uns. Zum einen sind es ihre eigenen Fäden und dann können sie es, dieses Spinnen und Netze weben. Das mit den Fäden ist ja so eine Sache. Ein Marionettenfaden ist ein ganz anderer als ein selbstgesponnener, von dem ich weiß, wieviel er aushält, ob er stabil ist und wohin ich ihn gesponnen habe, wie er verankert ist. Die Fäden überprüfen, an denen meine Lebensbereiche hängen, ich selbst, meine Gedanken. Und beherzt die Fäden durchtrennen, an denen andere ziehen, vor allem in Richtungen, die … Sichtweisen weiterlesen

Schuhe

Gerade besinne ich mich auf meine philosophischen Ambitionen. Ich habe sie nie ausgebaut und deshalb reichen kleine Schachteln, um ihnen dort einen Platz zu geben. Philosophische Schachteln also. Bei dieser geht es um Betrachtungen zum Thema „Schuhe“.Es geht schon mal mit der Menge los. Zu viel, zu wenig, genau richtig? Auslichtbedarf? Dann die Frage, ob sie tendenziell zu klein oder zu groß sind. Zu klein ist ganz problematisch. Dann noch eher zu groß. Weil im Älterwerden die Füße größer werden, braucht es zunehmend größere Schuhe. Ich lebe mittlerweile auf großem Fuß, um drei Nummern größer als früher. Das gefällt mir, … Schuhe weiterlesen

der rote Faden

Die Erdengemeinschaft erlebt so viel Instabilität und Umbruch, Ungewissheit und Zerbrechlichkeit. Wie kann es gehen, den roten Faden des beheimateten Unterwegsseins, der inneren Stabilität nicht zu verlieren? Wo ist der rote Faden? Er wird bei allen anders sein. Auch farblich. Aus was ist er gesponnen? Aus guter Vernetzung, aus spiritueller Anbindung, aus Kreativität und Humor, aus forschender Offenheit …? Es ist der Faden, der durch die Wirren führt, manchmal fadengrad. So ein Faden ist stark, reißfest bis zu einem gewissen Grad, gut gesponnen. Ein Seiltanz ist es ja sowieso, innerlich, äusserlich oder beides. Der Seiltanz der letzten Jahre und sicherlich … der rote Faden weiterlesen

Musenflaute

Was ist die Spur in Zeiten, in denen die Musen nicht ans Küssen denken? Jedenfalls nicht mich. Auch wenn es vielleicht nicht so ausschaut, es ist gerade eine Musenflaute. Keine Küsse, keine herumfliegenden Projekte, die ich pflücken könnte, kein Ruf, kein Wind in den Segeln. Flautenzeit. Dann ist es Zeit für den Schaukelstuhl. Nichts forcieren. Mit den Winden gehen, die nicht wehen. Hin- und herschaukeln. Meistens ist die Lust auf was anderes dann auch nicht groß. Dann schwappt die Welle der Flaute über alles, übers Tanzen-Meditieren-Spazieren, einfach über alles. Nur die kleine rote Schoki bringt OM-Erheiterung. Die Flaute begrüßen. Abwarten. … Musenflaute weiterlesen

Der weibliche Faden

Ihn spinnen, verweben, weitergeben. Uns vernetzen und die Spinnstubenweisheit erinnern. In den Spinnstuben haben wir gemeinsam die Geschicke der Gemeinschaft in Händen gehalten und gestaltet. Miteinander schöpferisch sein und wirkkräftig. Wenn das Alte längst nicht mehr zu halten ist, nicht reformierbar, es darin keinen Platz gibt für Schoßraumstimmen, dann ruft die weibliche Weisheit von Vernetzung, von Spinnen und Weben und Wirklichkeit gestalten. Miteinander neue Fäden spinnen, neue Muster weben, uns neu ausrichten auf ein gemeinsames Wirken. Ab einem bestimmten Punkt ist es müßig, Stellschrauben zu suchen, um an ihnen zu drehen, damit sich etwas wandelt. Das braucht so viel Kraft … Der weibliche Faden weiterlesen