Der weibliche Faden

Ihn spinnen, verweben, weitergeben. Uns vernetzen und die Spinnstubenweisheit erinnern. In den Spinnstuben haben wir gemeinsam die Geschicke der Gemeinschaft in Händen gehalten und gestaltet. Miteinander schöpferisch sein und wirkkräftig. Wenn das Alte längst nicht mehr zu halten ist, nicht reformierbar, es darin keinen Platz gibt für Schoßraumstimmen, dann ruft die weibliche Weisheit von Vernetzung, von Spinnen und Weben und Wirklichkeit gestalten. Miteinander neue Fäden spinnen, neue Muster weben, uns neu ausrichten auf ein gemeinsames Wirken. Ab einem bestimmten Punkt ist es müßig, Stellschrauben zu suchen, um an ihnen zu drehen, damit sich etwas wandelt. Das braucht so viel Kraft … Der weibliche Faden weiterlesen

RotPunktTraum

The sleeping red dot and its dream. Der schlafende rote Punkt und sein Traum. Ich habe ihn entdeckt, den kleinen roten Punkt. Es war so still in der grünen Schachtel und doch wie ein feines Atmen. Zum Glück habe ich ihn nicht aufgeweckt beim Öffnen. Weil es so schwierig geworden ist, etwas auf den Punkt zu bringen, hat er sich schlafen gelegt und wartet bessere Zeiten ab. Etwas auf den Punkt bringen, das geht natürlich schon, nur gibt es dann ein riesiges Gezacke und Ungemach und wer will das schon. Kleine rote Punkte können vieles abwarten, sie haben keine Eile … RotPunktTraum weiterlesen

Eine Schoki für den Mut

Heute mache ich eine meiner Mini-Medizinschachteln auf, die für den Mut. Die Schoki wird verspeist und die Mut-Box neu befüllt. Ich will mutig sein, so wie all diejenigen, die dabeibleiben – beim Gehen für den Frieden, für diplomatische Wege, für das Verweigern von allem, was den Krieg befeuert. Mut, um aus Zügen auszusteigen, die keine guten Ziele haben, obwohl das Bordrestaurant gemütlich ist. Mut um weiterhin Fragen zu stellen. Mut auch, um das tiefe Angerütteltsein wirklich zuzulassen und zu spüren. Mut, um beherzt für was Neues zu gehen. Mutig sein braucht gerade eine Stärkung und so eine grüne Schoki ist … Eine Schoki für den Mut weiterlesen

Altäre

Altäre im Haus, lebendige Orte, sowas wie Türen oder Brücken in andere Ebenen, um uns mit anderen Weisheitsquellen zu verbinden. Schwellenräume, Erinnerräume, Grenzorte. Wenn es ganz stürmisch wird in meinem Leben oder in der Welt, setze ich mich zum Hausaltar und rede mit den Spirits. In Zeiten wie diesen bin ich öfter dort. Ich erzähle ihnen, bitte um Schutz und um hilfreiche Antworten, um ihre Unterstützung und noch so einiges. Das beruhigt mich. Unsere Verbindung schläft manchmal etwas ein und wenn ich sie aktiviere, dann merke ich, wie gut es tut. Kraft tanken, andere Weisheitsquellen spüren, ruhig werden … Wenn … Altäre weiterlesen

Noch ein paar Ahnfrauen – Geschas III

Die bäuerlichen Ahninnen waren stark, sie haben ihr Feld bestellt, gesät, geerntet, eingekocht und zubereitet, frei von guten oder schlechten Bedingungen. Andere haben die Welt bereist und wollten wissen, am besten alles. Sie haben teils wilde Geschichten gesammelt. Sie sind alle heimgekehrt und sitzen an den Ahnefeuern. Wenn ich nachts in die Sterne schaue, dann winke ich ihnen zu und sage: „Schickt mir gute Geschichten und Einfälle und animiert die Musen, dass sie mich küssen. Behütet mich auf meinem Weg und zeigt mir an den Kreuzungen, wo eine gute Spur ist. Lasst mich so geerdet und so freifliegend unterwegs sein, … Noch ein paar Ahnfrauen – Geschas III weiterlesen

Kraftnahrung

Das Wetter ist schon länger tristessengrau und die Weltgeschehnisse ebenso. Bei der Tante Avelina in der kleinen Küche sitzen, dem Dampf aus dem Topf zuschauen und bekocht werden. Geschichten erzählen und Nervenstärkendes zu mir nehmen … das ist die Medizin, die ich imaginiere und mir herbeizeichne. Es ist eine kleine Küchenschachtel, die am Herd steht und aus ihr kommt Feuerwärme, Suppenduft und Ruhe. Kraftnahrung weiterlesen

Ein Liebesschrein

Es sind viele Geschichtenschachteln entstanden bisher. Und jetzt hat mich ein Musenkuss dazu gebracht, eine Liebesgeschichtenschachtel für mich selbst zu machen. Es schien so einfach anfangs und dann kamen seltsame Gedanken mit den Winden und es hat drei Schachteln gebraucht, bis ich lächeln konnte. Mit den Musen hatte ich heftige Diskussionen über diese Idee. Es war wie in eine Tabuzone gehen, die ich gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Zwischenzeitlich dachte ich an Ikonen und ganz viel Gold, dann fand ich alles kitschig, dann sollte es nicht zu groß werden und letztlich war es selbstzärtlich und bunt und ein … Ein Liebesschrein weiterlesen

Wanderlernend

Am großen Treffen der WanderUni wurde ich von jungen Wandernden gefragt: „Wo lebst DU im Moment?“ Dieses „im Moment“ zaubert ein Lächeln her. Es birgt die Kraft der Wandlung. Eine Momentaufnahme vom Unterwegssein. Wandernd oder sesshaft, mobil ohne Immobilie? Was für kostbare Fragen der Jungen. Vieles ist wieder offen im Älterwerden. Vieles freigeben, von dem ich dachte, dass es Bestand hat – die Herausforderung dieser Zeit. Die Wanderin erwacht und ist dabei, neue, vielleicht sehr alte Wege zu gehen. Wie die wildweisen Winterwege – im Moment. Die Sinnfrage hat dabei längst an den Leitstern des Lebendigseins übergeben. Neu lernen, neue … Wanderlernend weiterlesen

Perchtennachklang

Zum Ausklang der Rauhnächte sind wir losgezogen. Durchs Dorf, zu den Höfen, von denen wir auch die Kuhglocken hatten, auf die Höhe zum Almhüttchen. Und wie es Brauch ist, wurden wir mit Schnaps bedankt. Mit Anke, wie so viele Male in uralter Freundschaft unterwegs, und mit Freundinnen, mit Frauen, die ins kleine Dorf kommen und dafür gehen, dass die wildweise Frauenkraft ins Leben gewebt wird – sichtbar, uns zumutend, sanft und wild und narrisch und was immer ruft. Begegnungen, Lachen, ein Jodel übers Dorf und in den Sonnenuntergang hinein, während die Kirchenglocken geläutet haben. Schellen, Glocken, Rasseln, gute Wünsche und … Perchtennachklang weiterlesen

Perchtenlauf

Winter in der wirklichen Winterkraft – dunkel und wild, uns Menschen so viel abverlangend an Reife und weisem Unterwegssein. Dahin geht meine Ausrichtung in diesem Winter mehr denn je und mit der Frage, wie ich sie in mir aufstehen lassen kann. Wie kann ich noch tiefer spüren, was wirklich damit gemeint ist? Ein neues Perchtengesicht ruft. Im alten Herbst bin ich eingetaucht. Papier und Zweige, Geweihe in den Bäumen sehen, mich erinnern an Perchtengänge. Sammeln, Spurensuche. Wie sieht mein Perchtengesicht am alten Feuer aus? In jungen Jahren war es sehr alt. Wird es am alten Feuer jünger? Die Winterkraft verkörpern, … Perchtenlauf weiterlesen