Altweibersommer sei gegrüßt!

Ein seltsamer Sommer ist zu Ende. Ich schaue heute morgen zum Fenster raus und begrüße einen Monat, den ich sehr mag, hallo September, sei gegrüßt, willkommen Altweibersommer, welcome Indian Summer. Ich mag deine Kühle am Morgen und deine warmen, immer bunter werdenden Tage. Ja, ich sehe es, die ersten Blätter werden gelb und rot. Und ich mache eine Baustelle auf, wie meistens im September, weil ich da die Innenwohnräume auf einmal intensiver nutze und anschaue. Alles winterfest machen, das Schlafzimmer streichen, in den Farben der Herbstsonne am Morgen. Ich glaube, ich mache seit vielen Jahren jeden Herbst irgendwo im Haus … Altweibersommer sei gegrüßt! weiterlesen

Die Magie des miteinander Kochens

Gemeinsam Kochen ist ein wunderbares Nährritual. Hände, die formen, schneiden, Konsistenzen befühlen, Gebete in den Teig walgen, ratschen, lachen, naschen. Das Lachen fliesst direkt ein in den Topf. Es ist sehr bekömmlich. Feuer, Teig, Gebilde formen, Nudeln selber machen, etwas einbacken, wie bei den chinesischen Glückskeksen. Geerntet, geformt, gekocht, gegessen. Große Transformationsprozesse, die, wenn sie geteilt werden mit anderen noch lustvoller sind. Wir holen uns die Sonne her und den Wind, sehen das Land, auf dem alles gewachsen ist und die Menschen, die es geerntet haben, eingetütet, verkauft, all die Hände durch die es gegangen ist. Vielleicht waren es auch … Die Magie des miteinander Kochens weiterlesen

Die Integration neu erworbener Gegenstände

Einkauf – Besteck, zwei Teller, einen Trommelschlägel und ein Nudelholz. Alles liegt auf dem Küchentisch und ist hier noch fremd. Jetzt kommt der Teil der Beheimatung meiner neuen Teile. Sie wollen in mein gehaltenes Haus samt Ritualzone integriert werden. Am meisten Ruhe muss ich beim Entfernen der Etiketten bewahren. Da zweifle ich tief in mir an allem, an der menschlichen Intelligenz insgesamt, an der der Erfinder von Aufklebern nochmal mehr. Jetzt kann ich den Grad meiner Erleuchtung spüren – flippe ich komplett aus – der Colt von der Erkältung läge noch griffbereit – oder nestle ich eine Stunde an drei Etiketten rum … Die Integration neu erworbener Gegenstände weiterlesen

Ich sammle Wörter und Augenblicke

Ich sammle nicht nur Augenblicke, sondern auch Wörter aus ganz verschiedenen Sprachen, die mir gefallen. Als ganz besondere Schätze baue ich sie in meinen Wortschatz ein. Für die Wortspielereien. Neue Wörter geben mir neue Assoziationen und erweitern meine Gedankenräume. Mein Bruder und ich haben eine Zeitlang zu unsere Mutter Mamuschka gesagt, weil wir es schön fanden. Nach Sibirien war Katalina meine Koschka und jetzt sind die Hendl Pipikas. So ein neuer Wortschatzsatz könnte dann heißen: Polka dotted Pipika und Koschka wunderfizz gehen zusammen durch einen Sonnenbogen, um die Geschichten dahinter aufzusammeln. polka dotted – getupt (engl.) / Pipika – Huhn … Ich sammle Wörter und Augenblicke weiterlesen

Ritueller Gummitwist

Vor der Haustüre hüpfen die Kinder über gezogene Kreidelinien. So könnte es also gehen, der schnelle, spielerische Wechsel zwischen den Ebenen, der alltäglichen- und der nichtalltäglichen Wirklichkeit, dem Alltäglichen und dem Besonderen. Ich hole mein Ritualsach aus der Ritualzone in die Alltagszone herüber. Feder und Kristall neben den Rechner, die Trommel griffbereit in der Küche, Glocke und Räucherequipment ins Bad, weil es zum Duschen passt. Es ist an mir, über die Schwelle zu springen. Ein Tagesablauf mit schnellen, kurzen Übergängen. Während des Kochens etwas ins Geisterhäuschen gebracht, ein Lied am Baum, die Möglichkeit des Neubeginns morgens beim Zeitungsholen eingeatmet. Ich … Ritueller Gummitwist weiterlesen

Gefühlte Hochsommerzeit

Bayrische Ferienzeit August, so lange ich denken kann. Ferienzeit, Reisezeit, Schulferien, Semesterferien, Spanienzeit … alles im August. August ist nicht mein Monat, der kalendarische Hochsommer auch nicht. Ich liebe den Frühsommer und den Altweibersommer. Und ab Mitte August schaue ich auf jedes Zeichen, das mir sagt, dass wir uns Richtung Spätsommer und Herbst bewegen. Deshalb schicke ich mir noch einmal Urlaubsgrüße aus dem Sommer, mit all den Bilder dazu, die wirklich köstlich waren, kajaken, am Forggensee baden, mit den Frauen am Blumenschulenweiher unsere gemeinsame Sommerzeit feiern, das Malen im Gewächshaus, Eselwandern, Schmarrnbücher machen, Biergarten und im Sonnenuntergang mit der Katze … Gefühlte Hochsommerzeit weiterlesen

Herausforderung Alltagszauber

Das Erforschen der schamanischen Kraft im Alltag mache ich, weil ich hineinwachsen will in dieses Feld des Miteinander von Alltag und Spirituellbesondersrituellheilig. Es klingt so einfach und es ist für mich eine richtige Herausforderung, meinen Alltag so zu leben, dass Zauber drin ist, dass ich mit meiner Magie verbunden bin und bleibe. Unsere Gesellschaft bietet da ja keine Erfahrung, keine Anleitung, Älteste fehlen, es gibt die harten Trennungen zwischen Spirituellem, Kostbarem und alltäglich Nebensächlichem und den dementsprechenden Ab- beziehungsweise Aufwertungen. Wenn ich so richtig tief im Westen stecke, in meinen Schattenländern, dann fällt mir manchmal gar nichts mehr ein von all … Herausforderung Alltagszauber weiterlesen

Alltagsberuf und Vision

Beruf – Berufung – Gaben – Aufgaben. Nachgedanken zu den drei Seminarblöcken. Wie können die Heilwege, die schamanische Kraft in den Berufsalltag fliessen? Was gibt es für Möglichkeiten an Integration? Wenn der Wunsch da ist, heilerisch oder künstlerisch zu wirken, sind die Bilder dazu oft recht eingeengt. Eigene Praxis, freie Kunstwege, von denen man leben kann, Öffentlichkeit etc. Mit Orna habe ich lange darüber gesprochen und festgestellt, dass wir beide schlechte Beispiele sind, denn unsere Wege sind so und sie sind die Ausnahme. Die meisten indigenen SchamanInnen und HeilerInnen, die wir kennen, haben ihre Berufe – Schneiderin, LKW-Fahrer, Lehrerin, JägerInnen, … Alltagsberuf und Vision weiterlesen

Terminliches Gesundschrumpfen

Das braucht es jetzt. Die beruflichen Termine und die Pflichttermine wie Steuer, Auto oder so sind das eine. Und das ist schon recht viel. Dann kommen die privaten Termine, die oft Wochen im Voraus abgemacht sind. Genau an dem Punkt will ich was verändern, weil mich diese Festlegungen einengen. Ich lade das Spontane ein – schauen, was passt, durch die Tage stromern, mich treiben lassen. Ohne Uhren, ohne Termine. Boot fahren, wenn das Wetter passt und der Impuls da ist – spazierengehen, weil der Wind gerade lockt – eine Freundin treffen, weil ich genau jetzt richtig Lust habe, mit ihr … Terminliches Gesundschrumpfen weiterlesen

Magische Zeitdehnung

Uhren fressen Zeit. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass sie das tun. In den Wintermonaten vor allem und wenn ich Verweilezeit brauche, dann drehe ich alle Uhren um. Jetzt ist Sommerpause und ich schicke alle Uhren in Ferien. Weil ich noch nie eine Armbanduhr hatte, ist meine innere Uhr gut entwickelt. Ich kann ihr vertrauen. Wenn es keine Uhren mehr gibt, auf die mein Blick fällt, beginnt sich die Zeit zu dehnen. Sie geht aus dem starren Gefüge und fliesst rhythmischer. Manchmal hänge ich eine Uhr auf, die vom Lebensrad erzählt, von den großen Gezeiten, von den ganz eigenen Tempi, … Magische Zeitdehnung weiterlesen