Ich erfinde mich neu

Was und wieviel gebe ich von mir preis. Wer macht was mit diesen Informationen. Ich erkunde seit Jahresbeginn Facebook. So habe ich vor eineinhalb Jahren auch mit dem Blog angefangen. Ich will verstehen was es macht, welches Feld das ist. Facebook konnte ich von aussen nicht verstehen, genauso wie Blogschreiben. Rätselhafte Länder. Deshalb bereise ich sie. Die Chronik oder Timeline von Facebook hat mich an ein Thema erinnert, das ich mal mit meinen Studierenden gemacht habe. Eine Person aus dem Bereich der Kunst sollte erfunden werden, mit Namen, Lebenslauf und Inhalten. Es gab wilde Fotocollagen, witzige und tragische Leben, verkannte … Ich erfinde mich neu weiterlesen

Verspulte Tage

Gerade verspulen sich die Zeiten, nichts geht so richtig weiter, ich laufe hinter einem Impuls her, er löst sich auf, dann der nächste und so weiter. Es gibt solche Tage. Nichts G´scheites strickt sich, alles bleibt irgendwie unerledigt, obwohl ich allem nachgehe, scheinbar. Und lassen kann ich es auch nicht. Mir fällt noch nicht mal was für den Blog ein. Wenn ich meine, was Zündendes gefunden zu haben, ist es auch schon wieder weg. Wenigstens fahre ich zu Sabine in die Werkstatt und wir ziehen Bilder auf fürs Museum. Es geht ihr genauso heute, das beruhigt mich. Wir pfuschen beide … Verspulte Tage weiterlesen

Blumenkohl bringt ein Gedicht

Es ist die Zeit von Blumenkohl, Schnee und Katalinas Landliebe-Griesbrei. Weil alles so weiß ist, male ich Löffel farbig an. Seltsame Geschichten male ich, von Pfeife rauchenden Frauen und ihren Geistertieren. „Solche Tiere gibt es gar nicht,“ sagt Katalina. „Doch.“ „Ich glaubs nicht.“ „Mir egal.“ „Ja soll ich jetzt gar nichts mehr sagen?“ „Mir auch egal.“ „Solche Tiere gibt es nicht.“ „Du kennst sie halt nicht.“ „Du auch nicht. Du malst sie nur so, weil du sie nicht anders malen kannst.“ „Doch,“ „Wer´s glaubt wird selig.“ „Du bringst mich dauernd draus.“ „Beim komische Tiere malen?“ „Beim wichtige Dinge tun.“ „Haaaahahahahaha…….“ Katalina … Blumenkohl bringt ein Gedicht weiterlesen

Wildwüchsiges Häkeln

Topflappen sind vor nicht allzu langer Zeit alle selbst gehäkelt worden. Im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt Alltagsmagie habe ich meinen ersten Topflappen gehäkelt. Mir Zeit nehmen und etwas einweben in mein Leben, häkelnderweise. So ein Topflappen dauert. Ein guter Zeitraum, um nährende Gedanken ins Garn, die Schlaufen, die Knoten fliessen zu lassen. Häkeln mag ich am liebsten, es erlaubt die wildeste Herangehensweise, viel mehr als Stricken. Ich sitze am Feuer und häkle. Knüpfen finde ich hat auch was, Fleckerlteppich beispielsweise. Meist singt sich ein Lied her zum Knistern. Dann nehmen die Gedanken Farben an und Geschmäcker. Wildwüchsiges Häkeln weiterlesen

Geldbeutelzauber

Wie sieht mein Medizinbeutel aus und wie der Beutel, in dem ich den alltäglichen Energieausgleich für den Aussenbereich aufbewahre? Der eine schön verziert, bestückt – ein Prachtstück. Der andere praktisch, schwarz, Leder, ein Gastronomiegeldbeutel. Wenigstens ein Fach ist für die Spirits reserviert. Ansonsten habe ich noch nicht viel Einfallsreichtum reingesteckt. Wenn ich aber doch möchte, dass mich meine Einfälle reich machen, könnte ich mich mal geldbeutelmäßig ins Zeug legen. Meiner ist schwer, groß und es ist viel drin. Ich wechsle, nehme einen ganz kleinen, leichten. Aussenbemalung, polka dotted – gepunktet, weil es so ein Lieblingswort ist. Gepunktet gefällt mir auch … Geldbeutelzauber weiterlesen

Werkprozess Kücheninstallation

Zum Glück schneit es und ich lasse mich hineingleiten in die Innenfeuerarbeit. Weil die Museumsfrauen die verrückte Idee hatten, zur Ausstellung Installationen zum alltäglich Schamanischen oder andersrum zu machen, bin ich jetzt am Organisieren von doppeltem Haushaltszeug samt Bemalung, Beritzung, Ausschmückung. Und, wie immer bei Ausstellungen oder Buchprojekten – ich mache meine ganze Umgebung verrückt. Alle sammeln, suchen, durchstöbern Scheunen und Speicher nach alten Schöpfkellen, Sieben, Eimern. Ulla hat die Fährte nach einer Konsole aufgenommen, Sabine ist am Eimer dran, Anke leiht mir ein paar ihrer Topflappen, meine Mutter hat noch zwei ganz alte blau-weiß karierte Handtücher aus meiner Kindheit … Werkprozess Kücheninstallation weiterlesen

Weißtage

Dichter Nebel, endlich einmal wieder. Ich brauche Spätherbstzeit und Winter, Stürme und Kälte und Weiß. Die Arbeit unterbrechen und rausgehen. Ich sehe keine Begrenzung, keine Zäune, keinen Wald und der Feldweg verliert sich nach wenigen Metern im Weiß. Ich gehe und sehe ins Weiß, spüre die Nebelfeuchtigkeit im Gesicht. Wie in einen leeren Raum gehe ich oder einen Traum. Dorthin, wo sich alles auflöst. Langsamer werde ich, Zeitlupe. Die Augen können sich an nichts festhalten, sie entspannen und gehen in Räume zwischen den Dingen. Ich atme Nebel ein und werde unsichtbar. Das liebe ich, in der Dunkelheit des Waldes oder … Weißtage weiterlesen

Gut, weil erfolgreich?

Gedanken zu unserer Kunst, unseren Bildern, dem Geschriebenen, dem Tanz, unserem kreativen Ausdruck. In den letzten Tagen kommt das Thema „Buchveröffentlichung“, „Ausstellung machen“ und wie das ginge etc. gehäuft. Deshalb schreibe ich jetzt was dazu. Für mich stellt sich die Frage, warum etwas in die Öffentlichkeit getragen werden soll. Sitze ich da in der Verbindungsfalle von gut = erfolgreich? Bin ich nur dann „gut“, wenn ich nach den Maßstäben des Kunst- oder Buchmarktes erfolgreich bin? Geht es vielleicht eher darum, gut = erfolgreich voneinander zu lösen? Es gibt viel schlechtes und dennoch sehr erfolgreiches Zeug und andersrum. Und manches ist … Gut, weil erfolgreich? weiterlesen

Wir feiern uns

Weil es mit Geburtstagsgeschenken manchmal recht kompliziert ist, feiern wir uns, Mea, Inga und ich, indem wir ein besonderes Ereignis miteinander teilen und so unsere Geburtstage damit gegenseitig beschenkt sind. Wir investieren gerne in gemeinsame Erlebnisse an Stelle von Gegenständen. Dieses Mal waren wir im blauen Haus, dem Casa Azul von Frida Kahlo. Ein Tanzstück der Donlon Dance Company vom Staatstheater Saarbrücken. Hinreißend. Drei Fridas haben getanzt, starke Bühnenbilder, eine witzige Choreographin aus Irland. „Frida hatte viele Liebhaber und Liebhaberinnen, so soll es sein“, meinte sie lachend. Aus dem Mißverständnis hat sie ein „Mischverständnis“ gemacht und mit den „gemalten Gemälden“ … Wir feiern uns weiterlesen

Die Schattenmaske

Es braucht viel Mut, einander die Schatten zu zeigen, in die Spiegel zu schauen und immer zu wissen, dass das, was sich zeigt einer der Schattenaspekte ist und jede viel mehr ist als dieser eine Aspekt. Und, dass jede noch etliche andere Schattenmasken machen könnte. Es braucht auch einen sehr gehüteten Raum, damit sich die im Dunkeln lebenden Teile zeigen, in ihren Extremen, ihrer Versehrtheit, ihrer Wut, den Exzessen, den Fragen und allem, was sie ausmacht. Hinter den Schatten ist ihr Potenzial, die verbündete Kraft. Wir wussten es alle und es ist eine große Herausforderung, die Schatten nicht gleich ins … Die Schattenmaske weiterlesen