Reich gedeckte Tische

Der Sommer ist gereift und liegt bunt und reich überall auf den Märkten, in den Gärten, in den Küchen. Und mein Tisch ist fertig. Es ist der, den ich im Frühling mit Katalina im Garten angefangen habe – Schubladengeheimnisse. Zur rechten Zeit ist er fertig, weil alles in Hülle und Fülle da ist, Obst, Kräuter, Garten- und Waldernte. Da braucht es einen passenden Tisch. Zwei Alte habe ich hingemalt, sie sitzen beisammen und speisen, erzählen sich Geschichten und teilen ihren Sommer. In aller Tiefe und Beschaulichkeit. So wie ich heute mit einer ganz alten Freundin. Es könnte sein, dass sie zu … Reich gedeckte Tische weiterlesen

Die Magie des miteinander Kochens

Gemeinsam Kochen ist ein wunderbares Nährritual. Hände, die formen, schneiden, Konsistenzen befühlen, Gebete in den Teig walgen, ratschen, lachen, naschen. Das Lachen fliesst direkt ein in den Topf. Es ist sehr bekömmlich. Feuer, Teig, Gebilde formen, Nudeln selber machen, etwas einbacken, wie bei den chinesischen Glückskeksen. Geerntet, geformt, gekocht, gegessen. Große Transformationsprozesse, die, wenn sie geteilt werden mit anderen noch lustvoller sind. Wir holen uns die Sonne her und den Wind, sehen das Land, auf dem alles gewachsen ist und die Menschen, die es geerntet haben, eingetütet, verkauft, all die Hände durch die es gegangen ist. Vielleicht waren es auch … Die Magie des miteinander Kochens weiterlesen

Die Integration neu erworbener Gegenstände

Einkauf – Besteck, zwei Teller, einen Trommelschlägel und ein Nudelholz. Alles liegt auf dem Küchentisch und ist hier noch fremd. Jetzt kommt der Teil der Beheimatung meiner neuen Teile. Sie wollen in mein gehaltenes Haus samt Ritualzone integriert werden. Am meisten Ruhe muss ich beim Entfernen der Etiketten bewahren. Da zweifle ich tief in mir an allem, an der menschlichen Intelligenz insgesamt, an der der Erfinder von Aufklebern nochmal mehr. Jetzt kann ich den Grad meiner Erleuchtung spüren – flippe ich komplett aus – der Colt von der Erkältung läge noch griffbereit – oder nestle ich eine Stunde an drei Etiketten rum … Die Integration neu erworbener Gegenstände weiterlesen

Ich sammle Wörter und Augenblicke

Ich sammle nicht nur Augenblicke, sondern auch Wörter aus ganz verschiedenen Sprachen, die mir gefallen. Als ganz besondere Schätze baue ich sie in meinen Wortschatz ein. Für die Wortspielereien. Neue Wörter geben mir neue Assoziationen und erweitern meine Gedankenräume. Mein Bruder und ich haben eine Zeitlang zu unsere Mutter Mamuschka gesagt, weil wir es schön fanden. Nach Sibirien war Katalina meine Koschka und jetzt sind die Hendl Pipikas. So ein neuer Wortschatzsatz könnte dann heißen: Polka dotted Pipika und Koschka wunderfizz gehen zusammen durch einen Sonnenbogen, um die Geschichten dahinter aufzusammeln. polka dotted – getupt (engl.) / Pipika – Huhn … Ich sammle Wörter und Augenblicke weiterlesen

Ritueller Gummitwist

Vor der Haustüre hüpfen die Kinder über gezogene Kreidelinien. So könnte es also gehen, der schnelle, spielerische Wechsel zwischen den Ebenen, der alltäglichen- und der nichtalltäglichen Wirklichkeit, dem Alltäglichen und dem Besonderen. Ich hole mein Ritualsach aus der Ritualzone in die Alltagszone herüber. Feder und Kristall neben den Rechner, die Trommel griffbereit in der Küche, Glocke und Räucherequipment ins Bad, weil es zum Duschen passt. Es ist an mir, über die Schwelle zu springen. Ein Tagesablauf mit schnellen, kurzen Übergängen. Während des Kochens etwas ins Geisterhäuschen gebracht, ein Lied am Baum, die Möglichkeit des Neubeginns morgens beim Zeitungsholen eingeatmet. Ich … Ritueller Gummitwist weiterlesen

Gefühlte Hochsommerzeit

Bayrische Ferienzeit August, so lange ich denken kann. Ferienzeit, Reisezeit, Schulferien, Semesterferien, Spanienzeit … alles im August. August ist nicht mein Monat, der kalendarische Hochsommer auch nicht. Ich liebe den Frühsommer und den Altweibersommer. Und ab Mitte August schaue ich auf jedes Zeichen, das mir sagt, dass wir uns Richtung Spätsommer und Herbst bewegen. Deshalb schicke ich mir noch einmal Urlaubsgrüße aus dem Sommer, mit all den Bilder dazu, die wirklich köstlich waren, kajaken, am Forggensee baden, mit den Frauen am Blumenschulenweiher unsere gemeinsame Sommerzeit feiern, das Malen im Gewächshaus, Eselwandern, Schmarrnbücher machen, Biergarten und im Sonnenuntergang mit der Katze … Gefühlte Hochsommerzeit weiterlesen

Alltagsberuf und Vision

Beruf – Berufung – Gaben – Aufgaben. Nachgedanken zu den drei Seminarblöcken. Wie können die Heilwege, die schamanische Kraft in den Berufsalltag fliessen? Was gibt es für Möglichkeiten an Integration? Wenn der Wunsch da ist, heilerisch oder künstlerisch zu wirken, sind die Bilder dazu oft recht eingeengt. Eigene Praxis, freie Kunstwege, von denen man leben kann, Öffentlichkeit etc. Mit Orna habe ich lange darüber gesprochen und festgestellt, dass wir beide schlechte Beispiele sind, denn unsere Wege sind so und sie sind die Ausnahme. Die meisten indigenen SchamanInnen und HeilerInnen, die wir kennen, haben ihre Berufe – Schneiderin, LKW-Fahrer, Lehrerin, JägerInnen, … Alltagsberuf und Vision weiterlesen

Krisenzeiten und die schamanische Kraft

Die Nachrichten erzählen davon, die Zeitungen sind voll von Krisenszenarien. Zerbrechende Finanzmärkte, Ängste, Fragen, Umweltzerstörung, eine Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht versagt und antwortlos ist. Es macht etwas mit uns allen und wenn es nur Fragen sind. Fragen zum Wie und Was. Wie gehe ich mit all dem gut um? Was würde ich mitnehmen, behalten, was bleibt mir, wenn Geld, Arbeit, Sicherheiten wegfielen? Ich sammle das, was mir bliebe. Ich lege es in Form von Blumen und Perlen, Federn, Steinen auf eine Zeitung zu den Meldungen der Tage. Bunt wird es, Geschenke sind dabei, Steingewichtiges, Federleichtes … Meine Lebendigkeit, mein Vertrauen, die … Krisenzeiten und die schamanische Kraft weiterlesen

Packen – ein, aus

Die Zeit des Unterwegsseins. Packen – auspacken, einpacken – Packzettel – sortieren – Wichtiges, Gewichtiges – Transportbehältnisse auswählen – Koffer, Trolly, Rucksack, Handtasche, Tragetasche – prüfen – ist es regenfest, tauglich, groß genug, leicht genug, übersichtlich, stabil, multifunktional … Weil in den Taschen so viele gewichtige Angelegenheiten und Dinge transportiert werden, behänge, verziere, bemale ich sie. Manchmal nehme ich die geschichtenreichen Tragetaschen aus anderen Ländern, wie die mit dem Inukshuk aus Kanada. Die Steinsetzung, das Bild des Inukshuk, erinnert mich an meinen Weg, damit ich ihn nicht verliere. Dann ist es wieder die mit den Spiegeln und dem Rauchduft. In … Packen – ein, aus weiterlesen

Sommerdose mit eingemachten Köstlichkeiten

Das ist eine Sommergeschichtenaufbewahrungsdose. Sie enthält eine Spezialkraftnahrung für kalte Wintertage. Wenn die Rosen ganz offen sind und die Sonne scheint, wenn Lavendel alle Sommerkraft in sich hat, dann pflücke ich Rot und Blau, Duft und Zartheit, dann lege ich die Perlen dazu, die Sommergeschichten, das Feuerknistern und die Kühle des Wassers, das Lachen, die Blumenschulenzeit, den Trommelklang der Seelenflugzeit, das Krähen vom Bipperl und noch viel mehr. Zum Schluss schreibe ich drauf Bitte an kalten, grauen Wintertagen öffen, damit ich es nicht vergesse. Sommerdose mit eingemachten Köstlichkeiten weiterlesen