Dranbleiben, pflegen, nähren

Die Feuer – Kreise, in denen ich bin, Freundschaften, Ritualgruppen, Council, Forscherinnenfeuer, die Feuer bei den Seminaren. Diese Feuer lassen mich Gemeinschaft erfahren. Ich bin langsam, was Gemeinschaften betrifft, Freundschaften wachsen wie die Bäume, Gemeinschaften auch. Sie wachsen, wenn Leben geteilt wird, mit allem, was dazugehört. Wenn ich mit Menschen etwas erlebe, dann beginnt der Freundschaftsbaum zu wachsen. Mir Zeit nehmen dafür, das braucht es, die Pflege, das Dabeibleiben. Das geht auch nur mit einer bestimmten Zahl an Menschen, sonst kann es nicht in die Tiefe gehen. Ich bin langsam und mag die Tiefe. Nachhaltiges Wachstum braucht Zeit. Den Entwicklungen … Dranbleiben, pflegen, nähren weiterlesen

Schamanische Kunst

Die Gedanken zur schamanischen Kunst weitergesponnen. Beim Jodeln halte ich Zweisprache mit den Bergen, ich kommuniziere auf die zu ihnen passende Weise mit den großen Bergwesenheiten. Gstanzl mag ich, improvisierte Spottlieder. Vielleicht sind sie sogar counciltauglich. Das war jetzt böse und sogar ohne Reim und auch kein Vierzeiler. Auch Trutzgsangl und Schelmenlieder könnten mein Repertoire erweitern. Noch kann ich es nicht so fliessend. Rituelle Sprechgesänge, der auf dem Marktplatz gesungene Flamenco, wenn ein Kunde genervt hat oder etwas ganz Schönes passiert ist – das hat mir in Spanien immer gut gefallen. Zum Ausdruck bringen, was mich gerade bewegt. Die in … Schamanische Kunst weiterlesen

Kunst im Werkzeugkasten

Dort, wo es trägt, wo Gemeinschaften heil sind, haben sie immer Kunst in ihrem Werkzeugkasten. Mit den Mitteln der Kunst wird etwas ausgedrückt, übersetzt, vermittelt, gewandelt, geheilt, Leben gefeiert, Verbindung aufgenommen … Mit großer Selbstverständlichkeit werden Herausforderungen, Wandelzeiten, Neues, Verabschiedungen, Emotionen, das Leben selbst besungen, getanzt, gemalt, dargestellt, weitergegeben. Schamanische Kunst ist lebendiger Teil des MIteinander. Wir könnten zum Beispiel unsere Unstimmigkeiten – nett ausgedrückt – tanzen statt sie verbal einander vor die Füße zu legen. Ich stelle mir gerade vor, wie der Tanz meiner erzürnten Widerspenstigkeit aussehen würde. Das Übersetzungs-, Lebens-, Mittlerwerkzeug Kunst zum Einsatz bringen. Wut tanzen, Beleidigungslieder … Kunst im Werkzeugkasten weiterlesen

Council und Redestab

Council und Redestab gehören für mich mit zu den wichtigsten Gemeinschaftswerkzeugen. Ein gutes Buch dazu ist „Der große Rat“ von Virginia Coyle u.a. Es ist auch das einzig deutschsprachige Buch zum Council. Die Councilregeln klingen ganz einfach und wie so oft bei scheinbar einfachen Dingen, entpuppen sie sich schnell mal als die große Herausforderung. Vom Herzen sprechen, vom Herzen zuhören. Die Essenz in den Kreis sprechen (Schwierigkeitsgrad 3). Wahrnehmen, wenn ich das, was die anderen sagen, innerlich kommentiere, statt es einfach nur mal aufzunehmen (Level 5). Schweigen ist so willkommen wie sprechen (Level 4). Irgendwas in mir glaubt das immer … Council und Redestab weiterlesen

Was mache ich, wenn es kracht?

Es umweht mich gerade gehäuft ein besonderes Gemeinschaftsthema – was tun, wenn es an den Feuern, die mir wichtig sind kracht. Wenn es Verletzungen gibt, heftige Emotionen, hinderliche Muster und die Feuer drohen auseinander zu brechen. Den Redestab hervorholen. Was, wenn es auch am Redestabfeuer passiert? Da ist er ja schon parat und doch … Es gibt Fluchttendenzen von einigen, andere stellen das Feuer gleich ganz in Frage. Und ich bekomme von Aussen zu hören, dass doch wir uns auf die Fahnen schreiben, gut mit Konflikten gehen zu wollen, das Handwerkszeug zu haben und so weiter. Das kommt jetzt irgendwie … Was mache ich, wenn es kracht? weiterlesen

Bezeugen

Wieder zurück nach gefühlten mehreren Wochen von einer intensiven Zeit mit vielen Frauen, vielen tiefen, geteilten Geschichten. Immer wieder lerne ich mehr über das, was Bezeugen ist und was es heißt, Zeugin sein zu dürfen, wenn andere mutig ihre Schritte gehen, wenn sie Neues wagen, wenn sie ihre Verletzlichkeit zeigen und sich anderen zumuten. Ich beginne auch zu begreifen, was es mit mir macht, wenn andere meine Schritte bezeugen. Bei den Indigenen, von denen ich lernen durfte, ist es üblich, dass Familien-, Clanangehörige oder sogar die Menschen vom Dorf den Heilsitzungen beiwohnen. Sie wissen, dass sie Teil der Geschichte sind. … Bezeugen weiterlesen

Gemeinschaft vor Ort

Von den First Nations lernen und es hierher in meinen Alltag bringen, umsetzen, Weisheiten und Methoden hier ausprobieren und leben. Das interessiert mich, das ist ein Teil, warum ich so gerne reise. Ich mag Handwerk, Konkretes und Erfahrungswissenschaften, wie Ökologie und Schamanisches. Ich lerne durch beobachten, wahrnehmen, indem ich es selbst werde, was ich beobachte und ich versuche diese Erfahrung in mein Leben zu integrieren. Die, die mich lehren – die Pflanzen, Tiere, Steine … – werde ich achten, würdigen, weil sie mir zeigen, welche unterschiedlichen Wege es gibt und Möglichkeiten, mit den Herausforderungen des Lebens zurechtzukommen. Ich BIN das … Gemeinschaft vor Ort weiterlesen

Das Land werden

Bei den First Nations Kanadas habe ich die Weisheit der Nordwege angeschaut und die uralte Verbindung von schamanischer Weltsicht und Ökologie. Dort in der Wildnis habe ich meine Ängste vor Bären, der Weite, den Herausforderungen anerkennen müssen und auch, wie gefahrenvoll es ist, die uns umgebenden Felder nicht zu kennen, nicht zu verstehen und ihren Gesetzen nicht zu folgen. In der Wildnis ist Überleben gar nicht anders möglich, als mit dem Land zu verschmelzen und dem zu folgen, was ist – den Gezeiten, den Jahreszeiten, den wilden Herden, den Lachszügen. Die SchamanInnen werden Wolf, Rabe, Bär, Stein, Gras. Indem sie … Das Land werden weiterlesen

Im Norden des Lebensrades

Im Norden des Lebensrades besteige ich meinen Thron. Da bringe ich meine Gaben als Geschenke in die Gemeinschaft. In diesem Frühling spüre ich besonders, was es heißt, die Winterqualität nicht durchlebt zu haben. Der Winter war umtriebig, seltsam arbeitsreich und im Aussen war es eine nur kurze stille Schneezeit. Zu kurz für mich. Es fällt mir jetzt schwerer als sonst, lustvoll im bewegten Frühling anzukommen. Zu den Gemeinschaften gehört der Nordgeist, der Wintergeist. Wenn eine Gemeinschaft den nicht kennt, wird sie keine gereiften Antworten auf die dringlichen Fragen finden. Den ewigen Kindern des Sommers fällt dann nichts anderes ein als … Im Norden des Lebensrades weiterlesen

Mein Platz

Meine Lebenswege haben immer damit zu tun gehabt, weiter und tiefer und wahrer die zu werden, die ich bin und immer mehr Meines zu machen und auch meinen Platz einzunehmen. In tragenden Gemeinschaften braucht es alle, Träumende, Heilkundige, Lehrende und Älteste, welche, die die Kunst des Zuhörens verstehen und welche, die mit Tieren und Pflanzen sprechen. GeschichtenerzählerInnen, Reisende, Forschende, WegbereiterInnen, welche, die bewahren und die, die erneuern und noch vieles mehr. Es braucht all die verschiedenen Gaben. Und klugerweise wertschätzt eine Gemeinschaft auch all die unterschiedlichen Befähigungen. Aaaaaaaah, da beginnt es zu haken. Ich bleibe mal bei den Ältesten. Sie … Mein Platz weiterlesen