Der Winter, der keiner ist

Winter brauche ich zum Ankommen, still werden und langsam. Und dieses Jahr will es nicht so recht gelingen. Es ist frühlingshaft, warm, immer gleich am Tauen, kaum ist das Land gerade mal weiß geworden. Kälte einatmen und die Kraft vom Winter, dazu gab es kaum Gelegenheit. Es geht mir ab, das weiße Land, das wochenlang unter einer Schneedecke schläft, das Skifahren von der Haustüre weg, die eisige Luft, das seltsame Blau, wenn der Tag in die Nacht sinkt. Schneeschaufeln will ich, meine dicken Mützen tragen, das Knirschen unter den Füßen hören und Tierspuren lesen. Ich rufe den Winter, den Schnee, … Der Winter, der keiner ist weiterlesen

Brot und Salz ins neue Haus

Weil eine liebe Freundin umgezogen ist, betrachte ich das Thema Umzug wieder einmal genauer. Umzüge gehören zu den Ereignissen, die ganz oben stehen auf der Liste dessen, was Stress und Angst auslöst und unser System extrem herausfordert. Ein Umzug, noch dazu im Winter, hat meine ganze Anerkennung für das, was da geleistet und gehalten worden ist. Gegenstände wollen überprüft werden, bewegt, verabschiedet, entbunden, neu zusammengestellt, es braucht viele Entscheidungen und es ist eine Zeit von Ungewissheiten. Für einen Umzug können wir uns tief wertschätzen, das ist eine große Leistung. Und so freue ich mich, Inga in ihrem schönen Häuschen zu … Brot und Salz ins neue Haus weiterlesen

Verspulte Tage

Gerade verspulen sich die Zeiten, nichts geht so richtig weiter, ich laufe hinter einem Impuls her, er löst sich auf, dann der nächste und so weiter. Es gibt solche Tage. Nichts G´scheites strickt sich, alles bleibt irgendwie unerledigt, obwohl ich allem nachgehe, scheinbar. Und lassen kann ich es auch nicht. Mir fällt noch nicht mal was für den Blog ein. Wenn ich meine, was Zündendes gefunden zu haben, ist es auch schon wieder weg. Wenigstens fahre ich zu Sabine in die Werkstatt und wir ziehen Bilder auf fürs Museum. Es geht ihr genauso heute, das beruhigt mich. Wir pfuschen beide … Verspulte Tage weiterlesen

Das Geheimnis der Hügelgräber

In der Nähe meines Dorfes passieren an einer Stelle immer wieder schwere Unfälle. Eine seltsame Stelle, keine Kurve, übersichtlich, und doch scheint da etwas zu sein, was von der Fahrbahn trägt, unkonzentriert sein lässt, eine leichte Bodenwelle vielleicht, wegen der Experten kommen sollen. Viele Mutmaßungen. Weil wieder eine junge Frau dort gestorben ist, besuche ich den Ort. Es ist eine große Hügelgräberlandschaft aus der Hallstattzeit. Einstmals waren es zweihundert Hügel. Sie liegen auf freiem Feld und gehen in den Frauenwald. Es gab dort auch eine Totenstadt. Die Gegend wirkt verschlossen, viel ist abgeschnitten. Energielinien sind unterbrochen und verbundene Hügelgräber sind … Das Geheimnis der Hügelgräber weiterlesen

Bewegte Tage

Ein guter Münchentag, bayrisch-japanisch ist er geworden. Lustvolles ergründen, zusammenspinnen, aushecken mit Luisa. Auf manches komme ich nur im Miteinander. Dann ein stürmischer Schneetag, der dem Organisieren, Planen, dem Büro und dem Wind gewidmet war. Viele Gedanken fegen herum. Kräfte, die in den Schatten gehen mussten, die beschäftigen mich, seit wir vor einem Jahr die Schattenkraft gerufen haben für die Maske des Jahres. Ich beginne eine sehr eigene Schattengestalt wahrzunehmen. Sie ist jung und so gar nicht gefällig. Sie kann so richtig blöd daherreden, undiplomatisch, unpädagogisch, sehr direkt und scharf. Sie benimmt sich daneben und manchmal geht Porzellan zu Bruch. … Bewegte Tage weiterlesen

Nach getaner Arbeit

Nach getaner Arbeit, wie Buchmachen, fühlt es sich erstmal seltsam an. Freiraum, Erleichterung und ein kleines Loch. Die Objekte für die Installation im Museum lassen mich noch nicht ins völlige Nichtstun gleiten. Deshalb fühle ich nur ein kleines Loch. Dann schreibe ich einen g´spinnerten Blogeintrag über Blumenkohl oder staune, was die defekten Gerätschaften alles an interessanten Botschaften für mich haben. Jetzt ist die Batterie vom Auto leer, selbst verursacht. Aha. Und dann ist die Backup-Platte voll und überlastet und eine wichtige Datei ist geschrottet, Datensalat, weil zu viele Daten. Mehrere Lampen gehen aus. Batterie leer, Licht aus, Datenüberflutung. Gut, dass … Nach getaner Arbeit weiterlesen

Blumenkohl bringt ein Gedicht

Es ist die Zeit von Blumenkohl, Schnee und Katalinas Landliebe-Griesbrei. Weil alles so weiß ist, male ich Löffel farbig an. Seltsame Geschichten male ich, von Pfeife rauchenden Frauen und ihren Geistertieren. „Solche Tiere gibt es gar nicht,“ sagt Katalina. „Doch.“ „Ich glaubs nicht.“ „Mir egal.“ „Ja soll ich jetzt gar nichts mehr sagen?“ „Mir auch egal.“ „Solche Tiere gibt es nicht.“ „Du kennst sie halt nicht.“ „Du auch nicht. Du malst sie nur so, weil du sie nicht anders malen kannst.“ „Doch,“ „Wer´s glaubt wird selig.“ „Du bringst mich dauernd draus.“ „Beim komische Tiere malen?“ „Beim wichtige Dinge tun.“ „Haaaahahahahaha…….“ Katalina … Blumenkohl bringt ein Gedicht weiterlesen

Ein Buch fliegt nach Riga

Gestern ist mein Buch fertig geworden, die letzte Seite. Jetzt wird es dann nach Riga fliegen zum Druck. Ich habe lange überlegt, ob ich es begleiten soll. Die letzten Texte waren die über die Samen und das Säen. Es hat Frühlingskraft und passt zum Neubeginn des Jahres. Die letzten Seiten haben die ganze Zeit gewartet, wie die Samen in der Erde. Am Perchtentag sind sie aufgegangen. Ich konnte dann alle Wörter und Bilder zusammentragen. So klingt es: Wortsamen Was sind meine Wortsamen in der Alltagssprache? Ich sage Wörter und lade die Kraft damit ein. Ein Same für die Begeisterung, ein … Ein Buch fliegt nach Riga weiterlesen

Wintergewitter und Abendgedanken

Die Rauhnächte bescheren mir viel Nachdenken dieses Jahr. Frauenkreis-Councilthema Anerkennung. Es klingt nach. Zum Beispiel die Aussage, dass Anerkennung, wenn ich sie mir selber gebe, auch von Aussen kommt. Das glaube ich nicht. Nicht zwingend. Natürlich ist es wichtig, dass wir uns selbst zutiefst wertschätzen, anerkennen, wer wir sind. Ich denke aber nicht, dass das automatisch die Wertschätzung von Aussen nach sich zieht. Und wenn das ein Glaubenssatz ist, kann er zur Falle werden. Ich sehe, dass in unserer Gesellschaft vieles, egal wie wertschätzend ich es betrachte, keinen Wert hat, nicht gefragt ist, keine Anerkennung erfährt. Diese Tatsache klar zu … Wintergewitter und Abendgedanken weiterlesen

Perchtenzeit

Es ist Perchtenzeit. Warme Föhnwinde, die Berge ganz nah, mit Anke unterwegs, diesmal nicht mit Masken. Erinnerungen, wie wir zu mehreren, alle im Perchtengewand auf die Leiten zu einer Freundin gegangen sind in einer Vollmondnacht bei tiefem Schnee. Wir hatte viele Glocken dabei, haben dort dann geschaut, ob sie unsinnige Dinge tut wie Wäsche waschen oder putzen. Erinnert haben wir sie und die Rosa, ihre Tochter, dass sie frei und wild bleiben sollen und dann wurde das Haus geräuchert. Wir sind bestens verköstigt worden danach, wie es eben so Brauch ist beim Perchtengang. Jetzt gehen wir in unseren Fellmänteln, zum … Perchtenzeit weiterlesen